Wunstorf

Thiele tritt beim Museum aus der ersten Reihe

Dieter Thiele gibt nach 30 Jahren die Führung des Fördervereins für das Fischer- und Webermusem ab.

Dieter Thiele gibt nach 30 Jahren die Führung des Fördervereins für das Fischer- und Webermusem ab.

Steinhude. Nach 30 Jahren tritt Dieter Thiele am Montag, 5. März, bei der Jahresversammlung nicht mehr als Vorsitzender des Fördervereins für das Fischer- und Webermuseum an. Der Steinhuder blickt im Gespräch mit Redakteur Sven Sokoll auf die Gründungszeit des Museums zurück und zieht Bilanz.

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Herr Thiele, wie ist 1988 aus dem Inhaber eines Modegeschäfts ein Museums-Gründer geworden?

In der Graf-Wilhelm-Straße sollte damals eigentlich das frühere Töpferhaus zu einem Museum werden, aber der Heimatverein wollte nicht das Kommando dafür übernehmen. Der damalige Ortsbürgermeister Dietrich Bredthauer lud deshalb zu einer Versammlung ein, und plötzlich war ich der Vorsitzende eines neuen Vereins.

Hatten Sie denn vorher schon eine Affinität zur Geschichte Steinhudes?

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Eigentlich hatte sich vor allem mein Großvater damit befasst. Aber zu Beginn ging es ja auch vor allem um geschäftliche Dinge, die zu regeln waren.

Aber nicht für das Töpferhaus?

Ja, wir wurden uns nicht handelseinig. Doch dann gab es einen Tipp, dass ein Haus von 1856 am Neuen Winkel zur Verfügung steht. Ich habe es mir mit dem Besitzer Willi Bühmann angeguckt, und mir war klar, dass wir dort etwas tun müssen, um Steinhudes Geschichte zu erhalten. Im Januar 1989 haben wir dann den Pachtvertrag geschlossen.

Und woher weiß man dann, wie ein Museum konzipiert werden sollte?

Wir konnten einen Kontakt zu einem Berater vom Landesmuseum knüpfen und haben mit ihm und Bernd Kregel von der Stadtverwaltung überlegt, wie wir es machen wollen. Es sollte keine Heimatbude werden, sondern ein klares Konzept haben. Und Fischer- und Webermuseum, das gefiel uns.

Aber bis zur Eröffnung war dann bestimmt noch viel zu tun?

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Die Einrichtung blieb ja drin, aber vor allem die Familien Kirchmann und Thiele haben dann noch viel daran gearbeitet, alles einigermaßen herzurichten. Der Spinnkreis Auf der Höhe hat uns auch unterstützt. Anfang Mai 1989 konnten wir dann eröffnen.

Wie entwickelte sich das Museum weiter?

Unter den vier Leiterinnen ging es gemeinsam mit vielen Helfern Schritt für Schritt weiter. Es gab Ideen für Veranstaltungen. Und wir haben noch einen Ausstellungssaal geschaffen, um auch andere Dinge zeigen zu können, die nichts mit Fischerei oder Weberei zu tun haben.

Wie ist dann auch noch eine Spielzeugsammlung dazugekommen?

Die Stadt wollte das Gebäude im Scheunenviertel mit dem Spielzeugmuseum für die Tourist-Info nutzen und fragte uns. Wir konnten dann nach Gesprächen mit den Eigentümern auch den Spieker umbauen, was uns viel Geld gekostet hat. Heute ist allerdings etwas schwierig, die beiden Abteilungen nach außen hin unter einen Hut zu bringen.

Wie ist das Museum denn finanziell über die Runden gekommen?

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Es ist schon schwer, für Kultur an finanzielle Mittel zu kommen. Ohne stete Geldgeber wie die Stadt und die Stadtsparkasse hätten wir nicht viel bewegen können. Wir haben ja auch viel ins Gebäude investiert, auch damit das Klima besser wird.

Wie fällt Ihre Bilanz der Arbeit aus?

Ich bin froh und stolz, dass wir alles so hinbekommen haben und das Museum mittlerweile in der Region auch anerkannt wird. Die Nachfolger werden die bauliche Substanz weiter erhalten und die Kontakte pflegen müssen. Schön wäre es, wenn wir weiterhin viele Schulklassen zu Gast haben. Ich habe dem Vorstand aber auch angeboten, weiter für den Verein aktiv zu bleiben.

Zur Person

Dieter Thiele leitete in seinem Berufsleben das Modegeschäft F. C. Behling an der Graf-Wilhelm-Straße, nicht weit vom heutigen Museum entfernt. 1988 übernahm er den Vorsitz des neu gegründeten Museumsvereins und wurde ein entscheidender Motor für die Gründung und weitere Entwicklung des Fischer- und Webermuseums. 1998 war er einer der ersten beiden Kandidaten, denen mit dem Brassenschlag beim Fischerkreidag Dank für ihr Engagement in Steinhude ausgesprochen wurde. Wenn der 78-Jährige jetzt nicht mehr kandidiert, wird die Nachfolge im Verein mit 140 Mitgliedern geregelt sein. Die Versammlung beginnt am Montag, 5. März, um 19 Uhr im Museum am Neuen Winkel.

Von Sven Sokoll

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