Empelde

THW stellt Junghelfer auf den Prüfstand

Björn Tegtmeier (16, links) aus Wunstorf und Ben Denecke (13) aus Northen bereiten unter den strengen Blicken der Prüfer einen Krankentransport vor.

Björn Tegtmeier (16, links) aus Wunstorf und Ben Denecke (13) aus Northen bereiten unter den strengen Blicken der Prüfer einen Krankentransport vor.

Empelde. Ein paar einstudierte Handgriffe abspulen, gemeinsam Mittag essen und dann das begehrte Emblem entgegen nehmen? Davon kann beim Technischen Hilfswerk (THW) nicht die Rede sein, wenn die Junghelfer aus den Nachwuchsgruppen für die Abnahme der Leistungsabzeichen geprüft werden. Der 15-jährige Erik Fleck aus Wunstorf ist hoch konzentriert, als er an zwei Holzbalken Abmessungen vornimmt. Dann treibt er mit einem großen Elektrobohrer Löcher in die massiven Balken. Kurz zuvor hatte er mit einer Metallsäge eine Gewindestange gekürzt. Beim Herausziehen des Bohrers verhakt sich das Gestänge. „Beim Bohren im Drehen ziehen“, gibt ein Prüfer einen Tipp.

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Der 15-jährige Erik Fleck aus Wunstorf trifft unter den strengen Blicken des Prüfers die Vorkehrungen, um aus Balken mit einem Bohrer und Gewin

Der 15-jährige Erik Fleck aus Wunstorf trifft unter den strengen Blicken des Prüfers die Vorkehrungen, um aus Balken mit einem Bohrer und Gewindestangen eine stabile Holzkonstruktion zu bauen.

Der Zusammenbau einer stabilen Holzkonstruktion ist nur eine der kniffligen Aufgaben, die das THW seinen Junghelfern bei den regelmäßigen Kontrollen des Ausbildungsstandes stellt. Karten- und Werzeugkunde, Erste Hilfe, Krankentransporte, Errichten eines Seilzugsystemes, Verknoten von Holzpfählen zu Bauteilen für einen provisorischen Steg – sogar der Aufbau einer Beleuchtung mit Notstromaggregat und Flutlichtstrahler wird von den Prüflingen verlangt. Die Leistungsabzeichen sind eine Motivationshilfe für den Nachwuchs, um die anspruchsvollen Herausforderungen der Übungsdienste auch unter Prüfungsbedingungen zu meistern. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. „Der Nachwuchs wird an die ehrenamtliche Arbeit bei Rettungseinsätzen heran geführt, deshalb werden gute Leistungen verlangt“, sagt der Prüfungsleiter Sven Quintel aus Langenhagen.

Der THW-Ortsverbandsvize Holger Witzel zeigt die begehrten Leistungsabzeichen in Bronze und Silber

Der THW-Ortsverbandsvize Holger Witzel zeigt die begehrten Leistungsabzeichen in Bronze und Silber.

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Er gehört zu den 25 THW-Helfern aus insgesamt zehn Ortsverbänden in der gesamten Region Hannover, die den Ortsverband Ronnenberg als Ausrichter der Auflage am Standort in Empelde unterstützen. Die Gastgeber kümmern sich mit zehn von derzeit insgesamt rund 60 Ronnenberger Einsatzkräften um den Aufbau der Prüfungsstationen und stellen Begleiter, die von den Junghelfern bei den Aufgaben teilweise mit eingebunden werden müssen. Für die vom Landesverband angebotene Abnahme haben sich in Empelde sechs Junghelfer zwischen zwölf und 14 Jahren für das Emblem in Bronze beworben, vier Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren bemühen sich um das Abzeichen in Silber. Die Kandidaten kommen aus den Ortsverbänden Ronnenberg, zu dem auch Gehrden und Barsinghausen gehören, sowie aus Wunstorf und Bückeburg.

Was den hohen Anspruch bestätigt: Ursprünglich seien auch noch zehn Prüflinge aus Langenhagen angemeldet gewesen, sagt Quintel. Nach dem Abschlusstraining habe der Gruppenleiter die Jugendlichen aber wieder streichen lassen. „Sie haben die Aufgaben noch nicht beherrscht, deshalb wollte man ihnen die Enttäuschung ersparen, falls sie scheitern“, sagt Quintel. Gerade habe er zudem eine mündliche Nachprüfung von einem Kandidaten verlangt. „Es gab Unsicherheiten in der Theorie, aber um durchzufallen müssen es schon gravierende Fehler sein“, sagt er.

Der 13-jährige Ben Denecke aus Northen hat in der Mittagspause ein gutes Gefühl. „Es lief ganz gut“, sagt der Jugendliche vor der Gruppenaufgabe. Denecke ist seit vier Jahren beim THW „Ein Freund hat mich damals mitgenommen, das ist komplett anders als Jugendfeuerwehr: Viel mehr Technik“, sagt der 13-Jährige. Für seine gute Vorbereitung hätten die Übungsdienste der Ronnenberger Junghelfer an jedem Sonnabend von 10 bis 13 gesorgt. „Wir binden die Prüfungselemente in die altersgerecht vermittelte technische Hilfeleistung ein“, sagt der Ortsjugendbeauftragte Patrick Pomiluek. Er betreut die Nachwuchsgruppe von sechs Jugendlichen zwischen acht und 15 Jahren. Mädchen seien bislang nicht dabei, aber wir betreiben Nachwuchswerbung mit einem Ganztagsangebot in der KGS“, sagt Pomiluek.

Am Nachmittag haben die Prüflinge Grund zum Jubeln: Alle zehn haben die Aufgaben gut gelöst und erhalten die Leistungsabzeichen. Bei den seit sechs Jahren bundesweit einheitlichen Prüfungen machen laut THW pro Jahr in der Region Hannover rund 20 Junghelfer mit, landesweit etwa 80.

Die Junghelfer des THW stellen sich für die Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse in Gruppenformation auf

Die Junghelfer des THW stellen sich für die Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse in Gruppenformation auf.

Von Ingo Rodriguez

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