Herrenhäuser Gärten

Titanwurz öffnet erstmals Blütenkelch

Foto: Die zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) zählende Pflanze (auch Titanwurz genannt) blüht extrem selten, aber wenn, bringt sie den größten unverzweigten Blütenstand im Pflanzenreich hervor.

Die zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) zählende Pflanze (auch Titanwurz genannt) blüht extrem selten, aber wenn, bringt sie den größten unverzweigten Blütenstand im Pflanzenreich hervor.

Hannover. Wenn Botaniker in Aufregung geraten, dann muss schon etwas Besonderes passiert sein. Im Berggarten in Herrenhausen blüht derzeit erstmals der Titanwurz – ein Ereignis, das etwa so selten vorkommt wie ein Fußball-Weltmeistertitel für Deutschland. Noch nie habe in einem Botanischen Garten in Niedersachsen ein Titanwurz geblüht, sagt Boris Schlumpberger, Chefbotaniker des Berggartens. Nur einen bis zwei Tage lang präsentiert die Pflanze die violette Innenseite ihrer Blütenblätter, dann schließt sie sich wieder. „Es könnte zehn Jahre dauern, bis sie sich wieder öffnet“, sagt Schlumpberger.

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Der Titanwurz stammt ursprünglich aus Indonesien, gehört zu den größten Blumen der Welt und bringt den breitesten unverzweigten Blütenstand im Pflanzenreich hervor. Etwa zehn Jahre ist das Exemplar im Berggarten alt, es stammt aus dem Palmengarten in Frankfurt und misst stattliche 1,95 Meter. Jahrelang hatten die Botaniker nach Anzeichen Ausschau gehalten, die eine Blüte ankündigen. „Vor drei Wochen waren wir uns wegen der eigentümlichen Form der Knospe dann sicher, dass ein Blütenstand bevorsteht“, sagt Schlumpberger. Gestern war es dann so weit. Kamerateams von NDR und SAT.1 filmten die Pflanze, RTL hatte schon vor Wochen eine Kamera aufgestellt, um die Entwicklung der Blüte zu verfolgen.

Wer das kurze Spektakel sehen möchte, muss sich beeilen: Der Berggarten bietet heute Sonderführungen bis 22 Uhr an – in der Hoffnung, dass die Blüte so lange dauert. Besucher müssen allerdings schlechten Geruch ertragen können: Um Insekten anzulocken, geben die Blütenstände einen für Menschen äußerst unangenehmen Aasgestank ab. „Es riecht schon ziemlich nach Elefanten­aas und die Fliegen umschwirren die Blume“, sagt Sarah Kniep von den Herrenhäuser Gärten. Der Gestank soll die Tiere animieren, in den Blütenkelch hinabzukriechen, um dort ihre Eier zu legen. Auf diese Weise soll die Bestäubung gesichert werden.

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Die Herrenhäuser Gärten dokumentieren den Fortschritt der Entblätterung des Titanwurzes auf ihrer Facebookseite.

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