Kommentar

Tödlicher Wahnsinn auf der Autobahn: Baut mehr Blitzer!

Auf den Autobahnen rund um Hannover kommt es fast täglich zu schweren Unfällen.

Auf den Autobahnen rund um Hannover kommt es fast täglich zu schweren Unfällen.

Hannover. Wer mag schon Radarfallen? Irgendwie stehen die Betreiber stets im Verdacht, sie wollten doch nur abzocken und die Staatskasse füllen. Das mag vielleicht an der einen oder anderen Landstraße zutreffen – an der A 2 aber möchte man der zuständigen Landesbehörde zurufen: Baut mehr Blitzer! Stellt sie überall auf! Anders scheinen die Autofahrer dort nicht zur Räson zu bringen zu sein. Am Montag stirbt der Fahrer eines Abschleppwagens, weil ein schlingernder Lkw ihn rammt, als er einen Unfallwagen auflädt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Am Donnerstagmorgen katapultieren sich Lastwagen am Stauende so heftig ineinander, dass ein Fahrer schwer verletzt aus seiner zerstörten Kabine geborgen werden muss. Wenige Stunden später braust ein Kleintransporter in einen Lkw, der Fahrer stirbt. Zwischendurch: immer wieder Blechschäden. Und trotz dieser Gefahren wird gerast und werden Mindestabstände unterschritten, was das Zeug hält.

Viel Verkehr, viele Baustellen – ein tödliches Gemisch

Fast 1000 Verstöße registrierte die Polizei bei zwei Schwerpunktkontrollen in dieser Woche. Diese Zahl spricht Bände. Das Wesen der Autobahn ist, dass darauf Menschen sich selbst oder ihre Güter bewegen, die schnell vorankommen wollen. Dabei ist eigentlich jeder unter Druck: Der eine, weil er Terminwaren transportiert und ihm sein Auftraggeber im Nacken sitzt, der nächste, weil zu Hause die Familie wartet oder am Reiseziel die Ferienwohnung.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Elf Bundesländer haben ab diesem Wochenende Sommerferien – man darf davon ausgehen, dass die Überfüllung der Autobahn in den nächsten Tagen eher noch zu- als abnimmt. Und dann die Baustellen. Gefühlt sind es immer zu viele. Das aber ist die Quittung dafür, dass jahrelang an der Unterhaltung der Trassen gespart wurde. Brücken, Asphaltdecken, Untergründe – alles bedarf der Sanierung.

Und dann wollen wir alle ja auch ständig noch mehr Spuren. Doch zusammen mit der Verkehrsdichte ergibt die Baustellendichte ein gefährliches, ein tödliches Gemisch. Denn dann kommt menschliches Versagen hinzu. 2,1 Promille hatte der Lkw-Fahrer, der den Unfall am Donnerstagmorgen filmte und der Polizei dadurch bei ihrer Gafferkontrolle zufällig ins Netz ging.

Mit 2,1 Promille in bis zu 40 Tonnen schweren Stahlungetümen! Neben so etwas fahren wir in Baustellen mit wenigen Zentimetern Abstand her. Ein anderer Lkw war bei der Kontrolle am Freitag derart verrostet, dass die Polizei ihn sofort stillgelegt hat. Angesichts solcher Zustände lassen sich die Kontrollen nur begrüßen. Denn die meisten – Lkw und Pkw-Fahrer – verhalten sich ordentlich. Gut, wenn die, die das Leben anderer mutwillig gefährden, rausgefischt werden und mit hohen Bußen und Fahrverboten rechnen müssen.

Von Conrad von Meding

Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken