Barsinghausen

„Villa Glück auf“ wird wieder zum Schmuckstück

Marina Hettwer (von rechts) von der unteren Denkmalschutzbehörde begrüßt das Publikum gemeinsam mit den neuen Hauseigentümern Andreas Stumpf und Christina Frobenius.

Marina Hettwer (von rechts) von der unteren Denkmalschutzbehörde begrüßt das Publikum gemeinsam mit den neuen Hauseigentümern Andreas Stumpf und Christina Frobenius.

Barsinghausen. Schritt für Schritt kehrt der frühere Glanz in die 113 Jahre alte „Villa Glück auf“ zurück. Christina Frobenius und Andreas Stumpf haben das herrschaftliche Gebäude im vergangenen Jahr gekauft und lassen das Baudenkmal mit großem Aufwand sanieren. Für interessierte Besucher öffneten die Eigentümer am Denkmaltag ihre Villa, um Einblicke in das Projekt zu gewähren.

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Die sanierte Fassade der Villa Glück auf erstrahlt bereits wieder im alten Glanz

Die sanierte Fassade der Villa Glück auf erstrahlt bereits wieder im alten Glanz.

Nach einem fast zehnjährigen Leerstand haben Christina Frobenius und Andreas Stumpf die Villa mit ihrer Übernahme vor der Abrissbirne gerettet. „Als wir das Haus kauften, stand es kurz vor dem Zusammenbruch“, erläuterte Stumpf bei der Begrüßung des Publikums. Ziel der groß angelegten Sanierung sei es, das Gebäude wieder weitgehend in den ursprünglichen Zustand zu versetzen und anschließend als Wohnhaus zu nutzen.

Unterstützung erhält das Paar bei diesem Vorhaben von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Barsinghausen. Christina Frobenius sprach von einer „sehr guten Zusammenarbeit“.

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Viele Besucher nutzen am Tag des offenen Denkmals die Gelegenheit, sich über die Sanierungsarbeiten im Innern der Villa zu informieren

Viele Besucher nutzen am Tag des offenen Denkmals die Gelegenheit, sich über die Sanierungsarbeiten im Innern der Villa zu informieren.

Lob für das Sanierungsprojekt richtete Marina Hettwer von der Denkmalschutzbehörde an die Hauseigentümer – und überreichte als äußeres Zeichen die neue Denkmalschutzplakette des Landes Niedersachsen an Frobenius und Stumpf. „Wir stehen allen Eigentümern zur Seite, die alte und schützenswerte Bausubstanz erhalten wollen“, sagte Hettwer.

Steinhauer- und Amtsmaurermeister Carl Gehrke, der auch Sandsteinbrüche am Deister besaß, erbaute 1905 das herrschaftliche Haus an der Deisterstraße. Gehrke war ein Spezialist für den Bau von Villen und Landhäusern, zudem vermittelte er Bauplätze in Barsinghausen.

Eine frühe Ansicht auf die 1905 erbaute Villa Glück auf an der Deisterstraße

Eine frühe Ansicht auf die 1905 erbaute Villa Glück auf an der Deisterstraße.

Zunächst diente das Gebäude für einige Jahre als Pensionat für Mädchen besserer Stände, quasi als Erweiterung des benachbarten Pädagogiums an der Bergamtstraße. Darauf wies damals auch ein „Pädagogium“-Schriftzug auf der Hausfassade hin. Der heutige „Villa Glück auf“-Schriftzug stammt laut Andreas Stumpf aus den Siebzigerjahren.

Vermutlich um 1915 gründete eine Freifrau von Richthofen im Haus einen landeskirchlichen Gebetskreis. Später richtete der Zahnarzt Hebrock seine Praxis im Erdgeschoss ein und nutzte das Haus zu Wohnzwecken. Seit den Sechzigerjahren war die Villa ein reines Wohnhaus und steht seit dem Spätsommer 2008 leer, nachdem die letzten Mieter ausgezogen waren.

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In den ersten Jahren diente die Villa als Mädchenpensionat für das benachbarte Pädagogium

In den ersten Jahren diente die Villa als Mädchenpensionat für das benachbarte Pädagogium.

Im Außenbereich sind die Sanierungsarbeiten am Dach und an der Fassade bereits abgeschlossen. Fachleute säuberten den Sandstein von Hand und schabten sämtliche Fugen aus, um sie anschließend zu erneuern. Vom Ergebnis zeigten sich die vielen Besucher begeistert: „Das wird wieder ein richtiges Schmuckstück“ – so oder ähnlich äußerte sich das Publikum bei der Besichtigung.

Derzeit lassen Christina Frobenius und Andreas Stumpf die Original-Fenster und -Türen einschließlich der Beschläge restaurieren. Geplant sei zudem der Einbau einer Niedrigenergie-Wandheizung mit einem Pelletholzofen.

Vermutlich im Frühjahr 2019 wollen die Eigentümer in das sanierte Baudenkmal einziehen. „Aber wir haben keinen Zeitdruck. Uns ist es wichtiger, dass es richtig schön wird“, betonte Frobenius.

Für Denkmalschutzexpertin Marina Hettwer bleibt die Hoffnung, die Villa auch im nächsten Jahr am Denkmaltag für Besucher öffnen zu können: „Das wäre toll.“

Von Frank Hermann

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