Wunstorf

VION schließt Werk in Wunstorf

Das VION-Werk in Wunstorf steht vor dem Aus.

Das VION-Werk in Wunstorf steht vor dem Aus.

Wunstorf. „Wir sind sehr, sehr betrübt“, schildert Betriebsratsvorsitzender Vincenzo De Ruvo die Stimmung. Mitarbeiter, die anschließend das Werk verließen, mochten keine Kommentare geben. „Das muss erst einmal sacken“, sagte De Ruvo.

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Betroffen sind 163 Mitarbeiter des Werkes. Für die strebt die Geschäftsführung ab sofort Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan an. Die Produktion soll zunächst weiterlaufen, teilte das Unternehmen gestern mit. Die Verträge mit den externen Dienstleistern, die 25 Beschäftigte im Betrieb Wunstorf stellen, sollen fristgerecht gekündigt werden. VION will allen Mitarbeitern aus Wunstorf anbieten, sich auf freie Stellen an anderen Standorten zu bewerben.

Vor drei Monaten war bekannt geworden, dass der weltweit tätige Konzern sich von der sogenannten Tiefkühl-Convenience-Sparte trennen will. Das in den Niederlanden ansässige Nahrungsmittelunternehmen habe, so wurde am Donnerstag mitgeteilt, "mit keinem der zahlreichen Interessenten in den vergangenen Wochen eine Einigung über einen Mindestkaufpreis erreicht". Aus Sicht des Unternehmens gebe es nun keine Alternative zur Schließung der dortigen Tiefkühlkostproduktion. Seit die Verkaufsabsichten bekannt gegeben worden waren, hielt sich die Befürchtung, dass das Werk auch geschlossen werden könnte.
Die Konzernführung erklärte am Donnerstag in einer Pressemitteilung, dass es trotz struktureller Maßnahmen und größter Anstrengungen im Kostenmanagement zuletzt nicht möglich gewesen sei, die im Werk Wunstorf anfallenden hohen Verluste signifikant zu reduzieren und kostendeckend zu produzieren. Um den Betrieb wirtschaftlich sinnvoll weiterzuführen, wären hohe Investitionen in die Infrastruktur notwendig gewesen.
Der Betriebsrat war in die Verkaufsverhandlungen nicht eingebunden, Bemühungen dazu waren gescheitert, berichtete der Vorsitzende. In der Betriebsversammlung war am Donnerstag kein genauer Zeitpunkt für die Schließung genannt worden. Nach Informationen der Leine-Zeitung soll das im ersten Quartal des nächsten Jahres passieren.

Reaktionen

Um 17 Uhr klingelte das Telefon bei Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt. Wie verabredet war am anderen Ende David Müller-Elmau, Managing Director Convenience Retail Deutschland bei VION. Der Manager bestätigte die Entscheidung der Standortschließung als endgültig. Eberhardt hatte zuvor schon die Arbeitsverwaltung informiert. "Wir werden für die Leute tun, was wir als Stadt können", versicherte er. Der Bürgermeister findet das Ende von VION in Wunstorf sehr bedauerlich. Sonderlich überrascht sei er nicht gewesen.
Wirtschaftsförderer Uwe Schwamm hatte gestern auch in Sachen VION zu tun. Reinhold Hischke, bis vor einiger Zeit der Geschäftsführer am Standort, hatte sich angesagt. "Eine Hiobsbotschaft" nannte Schwamm die Nachricht. Der Weggang Hischkes war für den Wirtschaftsförderer vor Monaten ein böses Omen. Hischke sei immer für die Sicherung des Standortes eingetreten. Und nun? Noch sei es zu früh für Spekulationen über die Zukunft des Geländes, sagt Schwamm. Aber dass sich dort wieder ein Produktionsunternehmen ansiedeln wird, hält er fast für ausgeschlossen.

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