Bericht

Vor allem Alkoholiker suchen Hilfe in der Suchtberatung

Vor allem Alkoholabhängige suchen Hilfe in den Suchtberatungsstellen der Region Hannover.

Vor allem Alkoholabhängige suchen Hilfe in den Suchtberatungsstellen der Region Hannover.

Hannover. Die Region Hannover hat jetzt zum ersten Mal Daten aus der Arbeit von acht geförderten Suchtberatungsstellen in Stadt und Umland ausgewertet. In den Bericht flossen die Angaben von 1.740 Menschen ein, die im Jahr 2016 mindestens zweimal Kontakt zu einer der Fachstellen hatten. „Besonders Alkohol als leicht erreichbares Suchtmittel ist ein großes Problem“, bilanziert Uwe Blanke, Drogenbeauftragter der Region. So wurden 90 Prozent der Ratsuchenden hauptsächlich wegen einer Alkoholproblematik beraten, vier Prozent wegen Cannabis und die übrigen wegen anderer Drogen oder Formen von Abhängigkeit wie Glücksspielsucht.

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Auffällig ist, dass ein Großteil der Ratsuchenden über eine abgeschlossene Ausbildung (79 Prozent) und über ein eigenes Einkommen (75 Prozent) verfügt. 66 Prozent der Betroffenen sind schuldenfrei. Im Jahr 2016 waren 66 Prozent der Menschen, die eine Suchtberatung in Anspruch nahmen, männlich, 34 Prozent weiblich. Die meisten Besucher der Fachstellen waren zwischen 30 und 59 Jahren alt (77 Prozent). 53 Prozent lebten in festen Beziehungen, davon 19 Prozent mit Kindern.

„Diese Zahlen zeigen, dass Sucht kein Randgruppenproblem ist, sondern viele Menschen betrifft, die beruflich und privat voll verankert sind“, betont der Drogenbeauftragte Blanke. Die Beteiligten bewerteten 63 Prozent der Beratung nach Abschluss als erfolgreich. Im Durchschnitt dauerte die Begleitung weniger als sechs Monate. „Die Beratung ist ein wesentlicher Baustein, um Krisen im Leben betroffener Menschen zu bewältigen. Sie stabilisieren die sozialen Bindungen, haben die Kinder im Blick und schützen vor Arbeitslosigkeit“, sagt Andrea Hanke, Sozialdezernentin der Region.

Die Region förderte die acht Suchtberatungsstellen im Jahr 2016 mit insgesamt rund 646.000 Euro. Träger der Einrichtungen, die jeweils rund 81.000 Euro jährlich bekommen, sind Step, Diakonieverband Hannover-Land, Caritasverband und Diakonisches Werk Hannover. Im Herbst 2018 soll die Förderung um drei weitere Jahre verlängert werden. Zuschüsse der Region gehen außerdem an vier weitere Drogenberatungsstellen (Drobs, Prisma, Neues Land, Drogenberatung Lehrte) deren Daten zukünftig in den Bericht einbezogen werden sollen.

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Von Bärbel Hilbig

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