Gesundheitsamt

Warnungen vor Gefahren beim Babyschwimmen sind übertrieben

„Die Frage, ob Babyschwimmen schädlich sein kann, beschäftigt Mediziner bereits seit sieben Jahren. Ein abschließendes Ergebnis liegt dazu noch nicht vor“, betont Behrends und fügt hinzu: „Babyschwimmen hat viele positive Effekte für die Entwicklung des Kindes. Solange es der Kinderarzt nicht verbietet, kann ich nur jedem empfehlen, weiter mit seinem Baby schwimmen zu gehen.“

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Am Montag hatte das Bundesumweltamt davor gewarnt, mit Kindern unter zwei Jahren, in deren Familien Allergien auftreten, in Hallenbäder zu gehen. Aktuelle Studien belegen dem Amt zufolge, dass das dem Wasser zugesetzte Chlor mit Verunreinigungen wie Schweiß und Urin reagiere und dabei Dämpfe mit asthmaverdächtigen Substanzen freigesetzt würden. Babys und Kleinkinder, deren Eltern oder Geschwister bereits unter Asthma, Heuschnupfen oder Dermatitis leiden, sollten Hallenbäder daher meiden, so die Empfehlung.

Schwimmschulen in Hannover reagierten am Dienstag gelassen auf die Warnungen. „Wir machen das jetzt seit 20 Jahren und es hat noch nie gesundheitliche Probleme bei den Babys gegeben“, sagt Alfred Rieker, Inhaber der Schwimmschule Hannover. Das bestätigt auch Torsten Sporleder aus Burgdorf, der seit fünf Jahren Babyschwimmen anbietet. Einig sind sich die Schwimmlehrer über den Stellenwert der Hygiene. „Es ist ganz wichtig, dass Eltern und Kinder vor dem Baden gründlich duschen und dass das Schwimmbad gut gelüftet wird“, sagt Sporleder. „Ein gut geführtes Schwimmbad riecht nicht“, sagt auch Gesundheitsexperte Behrends, dessen Fachbereich für die Überprüfung der Bäder zuständig ist.

Auch für Inka Grund, die seit fast 20 Jahren die Schwimmschule Wasserflöhe führt, ist die Diskussion um die schädlichen Dämpfe nicht neu. „Auch wenn wir schon Tausende Babys bei uns hatten und es noch nie Probleme gab, ist es doch wichtig, dass wir aufmerksam bleiben“, betont sie, „Eltern, deren Kinder eine zu Rötungen neigende Haut haben, schicken wir zum Kinderarzt.“ Für ihre Kurse hat Grund ein Schwimmbecken in einem Döhrener Altenheim sowie im Landesblindenzentrum in Kirchrode angemietet. „Das ist Vertrauenssache“, betont sie. Letztlich müsse man sich auf die Kontrolle der Wasserqualität durch die Betreiber der Bäder und das Gesundheitsamt verlassen.

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Mit Babys ab drei Monaten schwimmen zu gehen, hat sich in den letzten Jahren immer mehr etabliert. In Hannover bieten etliche Institutionen Babyschwimmkurse an.

Julia Pennigsdorf

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