Hells Angels

Was folgt nach dem Rückzug der Rocker?

Foto: Das Vereinsgelände der Hells Angels an der Badenstedter Straße ist nur gemietet. Der Mietvertrag wird nicht verlängert.

Das Vereinsgelände der Hells Angels an der Badenstedter Straße ist nur gemietet. Der Mietvertrag wird nicht verlängert.

Hannover. Wie geht es weiter mit den Hells Angels?

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Die mächtigen Charter der Höllenengel, die Klubs in Bremen, in Hamburg und jetzt auch in Hannover sind in der Versenkung verschwunden. Möglicherweise sind sie mit ihrer Selbstauflösung einem Verbot durch die Innenminister zuvorgekommen. Es steht zu befürchten, dass die Mitglieder der Klubs im Verborgenen weiter ihren illegalen Geschäfte nachgehen. Als Vorbild könnte Hamburg dienen. Dort war das Charter bereits 1983 verboten worden. Doch die Höllenengel mischen bis heute weiter fleißig auf dem Kiez mit. Sie gründeten sogar heimlich einen neuen Klub, das Charter Southport, das sich jetzt wieder auflöste.

Versucht der bisherige hannoversche Rockerpräsident Frank Hanebuth künftig in Hamburg mehr Einfluss auszuüben?

Vermutungen in diese Richtung werden in schöner Regelmäßigkeit laut. Das liegt möglicherweise daran, dass Hanebuth im Jahr 2000 bereits einen Versuch in diese Richtung unternommen hat, der aber fehl schlug. Er war als eine Art Berater für ein Hamburger Bordell tätig, wurde aber wegen des Verdachts des Menschenhandels und der Zuhälterei gemeinsam mit sechs weiteren Männern angeklagt. Zu einer Verurteilung wegen der Hamburger Taten kam es nur deshalb nicht, weil er auch in Hannover wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht stand. Dass er jetzt einen zweiten Versuch unternimmt, in Hamburg Fuß zu fassen, ist eher unwahrscheinlich.

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Hat der Rückzug nur taktische Gründe?

Teilweise. Ein Verbot des Klubs in Hannover wurde immer wahrscheinlicher. Darauf deuten beispielsweise die Anmerkungen von Innenminister Uwe Schünemann (CDU) in der Landtagssitzung in dieser Woche hin. Er warnte die Rocker deutlich, indem er sagte, ein Verbotsverfahren werde „keinesfalls vorher angekündigt“. Hätte Schünemann den Klub verboten, wäre auch das Vermögen des Charters, über dessen Höhe es nur Spekulationen gibt, eingezogen worden.

Hanebuth sagt: „Es gibt kein Vereinsvermögen, das eingezogen werden kann. Die Mitgliedsbeiträge sind für die Miete und für das Essen und die Getränke bei den Treffen verwendet worden. Das ist alles belegbar.“ Ganz persönlich könnte es Hanebuth mit seinem Rückzug durchaus ernst meinen: Er wirkt entnervt über die Ermittlungen gegen ihn und die negativen Schlagzeilen und versuchte sogar einen Termin bei Innenminister Uwe Schünemann zu bekommen, um ihm einen Deal vorzuschlagen. Mit der Auflösung des hannoverschen Klubs bekommt er womöglich diese Ruhe. Wofür er sie nutzt, steht auf einem anderen Blatt.

Welche bundesweiten Folgen hat die Auflösung des mutmaßlich mächtigsten Charters der Höllenengel in Deutschland?

Uwe Kolmey, der Präsident des Landeskriminalamts Niedersachsen, hofft auf eine Signalwirkung der Entwicklung in Hannover. Die Hells Angels selbst haben in Aussicht gestellt, dass es zu einem bundesweiten Zusammenschluss aller Klubs in Deutschland kommen könnte. Allerdings könnte es dann erst recht zu einem Verbot kommen. Fest steht: Es kommt Bewegung in die Szene. Die Rocker sind die strenge Organisation in Klubs gewohnt. Einige der 60 Mitglieder aus Hannover sind bereits bei anderen Chartern untergekommen. Neugründungen, auch im Umkreis von Hannover, sind sehr wahrscheinlich.

Was passiert mit den Produkten der Hells Angels, dem Bier- und Schnapsvertrieb?

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Sie sind nicht von der Auflösung des hannoverschen Klubs betroffen. Die Original 81 Vertriebsgesellschaft mit Sitz in Garbsen ist eigenständig und will die Produkte mit dem 81-Logo weiterhin verkaufen.

Was passiert mit dem Vereinsgelände?

Das Gelände an der Badenstedter Straße, auf dem das Klubhaus steht, ist nach Angaben der Hells Angels nur gemietet. Der Mietvertrag soll aufgelöst werden.

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