Pattensen

Weltmeisterin: Triumph am Stechpaddel

Das Weltmeisterinnen-Team mit Nadine Kirschner (unten rechts).

Das Weltmeisterinnen-Team mit Nadine Kirschner (unten rechts).

Pattensen. Seit kurzem gibt es in Pattensen eine frischgekürte Weltmeisterin. Nadine Kirschner gewann gerade dreifaches Gold in Drachenboot bei der WM in den USA auf dem Olympiagewässer der Spiele von 1996, dem Lake Lanier nordöstlich von Atlanta.

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„Attention, go!“ Alles geben, das Wasser von vorne mit gleichmäßigen, kraftvollen Schlägen ohne Unterlass am Boot vorbei schieben. Auf dem Lake Lanier war niemand schneller als die Kirschner-Crew über die 200, 500 und 2000 Meter im Smallboat mit zehn Frauen am Stechpaddel. Für die 23-jährige war das Triple nicht der erste WM-Triumph. Bereits 2011 gewann sie Nachwuchs-Gold auf der Tampa Bay in Florida. 2012 gab es das erste EM-Gold und zweimal Silber im englischen Nottingham.

Dreimal Gold

Dreimal Gold: Nadine Kirschner aus Pattensen.

Beruflich arbeitet Nadine Kirschner als Konditormeisterin in einem Betrieb in Gleidingen. „Das war schon immer mein Interesse. Ich backe am liebsten Torten, was mit Schokolade und Pralinen. Die aber meist privat. Da freut sich die Familie.“ Und selber naschen? „Kommt schon mal vor, etwa bei Rumkugeln. Aber als Leistungssportlerin herrscht Disziplin, wenn man etwas erreichen will. Da ist ganz klar: Wer zu fiel isst, muss mehr trainieren.“

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In Pattensen ist das Interesse am Drachenbootsport groß. Mit dem „Traumschiff Surprise“ und den „Fire Fighter Dragons“ starten zwei Crews gerne beim jährlichen Pfingstfestival auf dem Maschsee. So hat auch Nadine Kirschner an der Ernst Reuter Schule (KGS) in Pattensen in der neunten Klasse im Sportunterricht und anschließend in der AG Drachenboot/ Fitness für sich diesen Power-Sport entdeckt und Feuer gefangen. Von dort ging es über den Sport-Club Hannover und den HKC 1921 letztes Jahr zur KG List. Anfang September übrigens hat sich Kirschner als Gast der Spree-Coyoten aus Fürstenwalde in Schwerin die Titel als Deutsche Meisterin im Smallboat geholt.

Die Urlaubstage nach der WM in Floridas Everglades („Alligator gucken, aber kein Paddel anfassen“) waren bereits Richtung Zukunft gerichtet. Die ersten Sichtungen für die EM 2019 in Moskau beginnen schon im Spätherbst. Nadine Kirschner will unbedingt dabei sein. Die offizielle Bewerbung an Nationaltrainer Martin Alt hat sie bereits downgeloaded. Tägliches Kraft- und Ausdauertraining ist wieder angesagt. „Ich habe einen Schlüssel für unsere Muckibude im Verein.“ So kann sich die Konditormeisterin ihr Training gut einteilen.

Auf dem Waverocker unterwegs

Auf dem Waverocker unterwegs: Nadine Kirschner (vorne links) und ihre Mitstreiter von der KG List in Aktion.

Drachenbootsport übrigens hat sich aus einer über 2000 Jahre alten Tradition entwickelt. Die Boote sind dem chinesischem Drachen nachempfunden. Mit dem Kopf eines Ochsen, dem Geweih eines Hirsches, der Mähne eines Pferdes, dem Körper einer Python, den Klauen eines Habichts und den Flossen eines Fisches. Dabei ist der Bug wie ein Drachenkopf modelliert, das Heck wie dessen Schwanz. Die Stechpaddel repräsentieren die Klauen.

Von Rainer Hennies

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