Polizeieinsatz

Wer ist der Mann von der Vahrenwalder Straße?

Matthias D. wurde noch in der Nacht in eine psychiatrische Einrichtung gebracht.

Matthias D. wurde noch in der Nacht in eine psychiatrische Einrichtung gebracht.

Hannover. Nach HAZ-Informationen handelt es sich um den 42-jährigen Matthias D., der die vergangenen neun Monate an einer Maßnahme des Job-Centers in Langenhagen teilgenommen haben soll. Der Kurs endete am Mittwoch. Nur einen Tag später provozierte er einen großen Polizeieinsatz.

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Nach Angaben von D. hat er bereits als Fahrlehrer für die Bundeswehr und als Unterhaltungskünstler gearbeitet. Ob die Angaben stimmen, ist bislang unklar. Bekannte von D. berichten, dass D. im Umgang schwierig sei.

Während des Kurses habe sich M. immer wieder den Anweisungen der Lehrer widersetzt. "Er hat immer im Mittelpunkt stehen wollen", berichten Teilnehmer. Unklar ist, warum sich beim Job-Center niemand um die Auffälligkeiten des 42-Jährigen gekümmert hat.

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Siebeneinhalb Stunden hatte Matthias D. vor dem Eingang von Kentucky Fried Chicken (KFC) ausgeharrt. Gegen 18 Uhr war der 42-Jährige den Mitarbeitern des Schnellrestaurants zum ersten Mal aufgefallen, eine Stunde später alarmierten sie die Polizei. Die erste Zeit stand er bewegungslos an der Straßenecke. Gegen 20 Uhr sprach die Besatzung eines Streifenwagens den Mann an. Er antwortete, es habe seinen Grund, warum er dort stehe. Dann verfiel er wieder in Schweigen.

Vahrenwalder Straße wegen verdächtiger Person abgesperrt

Vahrenwalder Straße wegen verdächtiger Person abgesperrt

Die Polizei ließ das Schnellrestaurant sowie ein gegenüberliegendes Restaurant räumen und sperrte die Vahrenwalder Straße in beide Richtungen weiträumig ab.

Matthias D. ließ sich dadurch nicht beirren. Er rührte sich auch nicht, als immer mehr Einsatzkräfte die Kreuzung erreichten. Spürhunde waren vor Ort, die Verhandlungsgruppe der Polizei, ein ferngesteuerter Roboter mit Kamera sowie zahlreiche Spezialkräfte. Anschließend wurde der Absperrradius ein weiteres Mal erweitert, „um Unbeteiligte nicht zu gefährden“, wie die Behörde mitteilte.

Mehr als sieben Stunden auf der Straße

Gegen Ende des Einsatzes bewegte er sich, zunächst vorsichtig, streckte die Arme aus, tanzte dann im Kreis und vollführte anschließend minutenlang Schaufelbewegungen. Weil er seine Hände stets in seiner Jacke verborgen hatte und die Jacke dadurch etwas ausgebeult wirkte, bestand der Verdacht auf Waffen oder Sprengstoff.

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Unterdessen sammelten sich zahlreiche Schaulustige an den Absperrungen. Sie kamen unter anderem aus den umliegenden Fitnessstudios und konnten nicht nach Hause fahren, weil ihre Autos im abgesperrten Gebiet standen. Sie verfolgten den Einsatz und hielten ihn mit ihren Handys fest. In dieser Zeit unternahm die Polizei keinerlei Versuche mehr, mit dem Verdächtigen Kontakt aufzunehmen oder ihn zur Aufgabe zu überreden.

Die Lage sei „unglaublich schlecht einzuschätzen gewesen“, sagte Polizeisprecher Mirco Nowak. Gegen 1 Uhr bereiteten sich SEK-Beamte dann auf den Zugriff vor. Geschützt hinter zwei Schilden näherten sie sich Matthias D. von hinten. Der 42-Jährige ließ sich widerstandslos festnehmen.

Seit Freitagnacht befindet er sich in einer psychiatrischen Einrichtung.

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