Immobilie mit Promibonus

Wer will das Haus der Wulffs?

Das Haus von Bettina Wulff in Großburgwedel

Das Haus von Bettina Wulff in Großburgwedel

Hannover. Aber wie verkauft sich ein Haus, dessen Bild wochenlang die Schlagzeilen garnierte? Treibt die mediale Aufmerksamkeit den Preis nach oben - oder schadet der Trubel den Verkaufsbestrebungen?

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Eine Stichprobe bei Burgwedels Maklern ergibt: Keiner will sich zu der Immobilie äußern. Schließlich kennt man sich in der Gemeinde. Beim Landesverband der Immobilienexperten (IVD-Nord) aber wagt Vorstandsmitglied Maria del Carmen Weber eine Ferndiagnose. „Die Wulffs werden beim Verkauf des Hauses wohl keinen Verlust machen“, sagt die quirlige Maklerin aus der List. Zwar haben es frei stehende Häuser im Umland Hannovers derzeit nicht leicht, Käufer zu finden. „Aber Burgwedel ist ein erstklassiger Standort - der ist vergleichbar mit Kirchrode“, sagt Weber: „Da spielt nicht die Entfernung vom Kröpcke die Rolle, sondern der Mix aus Noblesse und guter Infrastruktur, dazu die Paarung aus ländlichem Idyll mit guter Stadtanbindung und die funktionierende Wirtschaft.“

Und: Was heißt das nun für den Preis? Festlegen will die 46-Jährige sich nicht. „Ich habe das Haus nicht von innen gesehen“, sagt sie ehrlich. Bekannt ist nur, dass die Wulffs beim Umzug nach Burgwedel 415000 Euro für das Haus bezahlt haben. „Wenn der Preis damals marktgerecht war, dann gibt es heute mehr dafür“, sagt Weber: „In Burgwedel ziehen die Preise spürbar an.“ Hinzu komme: „Das Haus hat klar einen Promi-Bonus.“ Und bei allem, was nicht mit schlüpfrigen Nachrichten oder Gewaltverbrechen zu tun habe, treibe eine Promi-Vergangenheit den Preis nach oben. „Ich habe mal das Wohnhaus eines Bordellbetreibers angeboten, da war die Herkunft nicht so gut für den Preis.“ Aber jüngst, beim Verkauf einer Eigentumswohnung in Burgwedel, habe der Hinweis wohl genutzt, dass man den Bundeswirtschaftsminister zuweilen beim Brötchenholen treffe, sagt Weber: „Es geht ja oft nur darum, Aufmerksamkeit zu erzielen.“

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Die Lage des Hauses in der Sackgasse Lührstraße gilt als exzellent, auch wenn kürzlich ein neu gebautes Einfamilienhaus den Blick zum Kirchturm versperrt. Und auch die Sonderinstallationen dürften den Preis nach oben treiben. Für geschätzte 850000 bis 900000 Euro waren für den einstigen Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen Sicherheitseinrichtungen wie schusssichere Fensterscheiben oder ein Panikraum eingebaut worden. Nur mögen muss man es eben, das rote Klinkerhaus mit dem bundesweite Ruf - dann wird sich schon ein Käufer finden.

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