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Interessante Zeiten

Liebe Leserinnen und Leser,

in Stadthagen ist in dieser Woche ein auflagenfreier Krammarkt zuende gegangen. Keine Zäune, keine Masken, kein 2+, G+, A-, Wurzel aus, zwei im Sinn … kann sich noch jemand erinnern, wie das funktioniert hat? Scheint eine Ewigkeit her zu sein, war aber nur letztes Jahr um diese Zeit.

Wir alle kennen diesen Effekt. In der Kindheit gibt es nahezu jeden Tag etwas Neues zu lernen oder zu erleben, das dehnt das subjektive Zeitempfinden. Sechs Wochen Sommerferien entsprechen für Grundschüler einem Zeitalter in Mittelerde.

So funktioniert das auch mit den rasanten Zeiten, in denen wir leben. Da passiert eine Menge. Erst Pandemie, dann Krieg. Sagen wir der Ehrlichkeit halber: Ein Krieg, der es über die Wahrnehmungsschwelle der Bevölkerungen in den westlichen Ländern schafft. „Interessant“ nennt diese Zeiten ein Sprichwort, ein chinesischer Fluch angeblich. Retrospektiv und ohne das Leid unmittelbar und selbst bezeugen zu müssen, ist ja auch das Dritte Reich eine hochspannende Angelegenheit: Im Buch, im Film, im Geschichtsunterricht. Hoffen wir, dass es bald mal wieder ein bisschen langweiliger wird.

Spannend im wenig begrüßenswerten Sinne war für mich auch das Warten auf die Jahresrechnung meines Energieversorgers. Inklusive neuem Abschlag. Diese Woche war es soweit. Rein aus Verbrauchersicht, natürlich nur der persönlichen, möchte ich sagen: Das Prinzip Deckel statt Umlage … um jetzt „wirkt“ zu schreiben, ist es sicherlich noch ein bisschen früh, aber ich sage mal, es macht sich bemerkbar.

Sparen bleibt trotzdem angesagt. Heizung auf zwei, wenn überhaupt. Decke und Sofa gehören zusammen wie Tom und Jerry. Auch für Behörden und Unternehmen gilt das. Also sparen jetzt, nicht Decke und Sofa. Aktuell könnte die Redaktion wohl täglich die Zeitung füllen nur mit der Frage: Wie halten Sie es eigentlich bei Gas und Strom? Machen wir auch, weil wir uns alle diese Frage stellen - uns selbst und den anderen.

Wenn die äußeren Umstände einen dazu zwingen, Gewohntes infrage zu stellen, decken sie unter Umständen auch auf, was vielleicht schon längst mal auf den Prüfstand gehört hätte. So brannte in der Vergangenheit die Weihnachtsbeleuchtung in der Stadthäger Innenstadt ab sieben Uhr morgens. Selbst in der dunklen Jahreszeit: Unnötig. Dieses Jahr wird nicht ganz auf festliche Beleuchtung verzichtet, aber sie lässt Obern-, Niedern- und Echternstraße eben erst ab 16 Uhr in festlichem Glanz erstrahlen, wenn Passanten auch etwas davon haben.

Apropos. Haben Sie: Ein langweiliges Wochenende.

 

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Nach langer Corona-Pause ist der Krammarkt in Stadthagen zurück - zur Freude von Jung und Alt.

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Herzlichst, Ihr

Jan-Christoph Prüfer

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