Newsletter „SN Inside“

Ist wirklich schon Dezember?

Liebe Leserinnen und Leser,

ich will jetzt nicht als Grinch erscheinen, aber ich gebe es an dieser Stelle zu, die Weihnachtszeit gehört tatsächlich nicht zu meinen liebsten. Es ist immerzu dunkel und kalt. Und jetzt zögere ich auch noch jedes Mal, bevor ich die Heizung hochdrehe.

Vergangene Woche haben in vielen Städten die Weihnachtsmärkte eröffnet, darunter auch der berühmte Weihnachtszauber am Bückeburger Schloss, der zugegebenermaßen wirklich schön aussieht. Aber ich kann nicht aus meiner Haut. An jedem Stand prüfe ich erst einmal die Preise und denke oh, ist das teuer geworden, bevor ich mir einen Crêpe mit Nutella für 4,50 Euro gönne. Nach zwei Glühwein sind einem die Preise schon etwas egaler, aber mein Mund fühlt sich vollkommen verklebt hat, ich habe kalte Füße und will mich hinsetzen (bin ja auch nicht mehr die Jüngste und der Rücken schmerzt vom langen Stehen).

Und nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt ist alles teurer (was ich nachvollziehen kann, verstehen Sie mich nicht falsch, kommen doch schließlich auch dort die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise an), es steigen auch die Abwassergebühren in Stadthagen sowie die Immobilienpreise. Diese erstaunlicherweise jedoch nur in Schaumburg, während sich der Trend bundesweit in die andere Richtung entwickelt. Die hohen Zinsen für einen Kredit lassen die Nachfrage sinken - und damit offenbar die Preise purzeln. Nur der Luxushandel spürt keine Kaufzurückhaltung bei seinen Kunden, für diesen Sektor wird weltweit sogar ein Rekordjahr mit einem Wachstum von 15 Prozent erwartet. Da sprudelt der Champagner also weiterhin.

Bis ich die Korken knallen lasse, warte ich noch ab, welche neue Leitlinien für Zuwanderung die Bundesregierung wirklich auf den Weg bringt. Dabei geht es auch um eine vereinfachte Einbürgerung.

Die Union wirft der Regierung bei diesem Thema gebetsmühlenartig vor, die Staatsbürgerschaft zu „verramschen“. Weil die Einbürgerung schon nach fünf statt nach acht Jahren möglich sein soll? Oder weil mehr Menschen eine doppelte Staatsangehörigkeit haben können? Bislang gilt dies nur für Bürger aus anderen EU-Staaten, der Schweiz sowie aus den Staaten, die die Entlassung aus der Staatsangehörigkeit verweigern. Dazu zählen etwa Afghanistan, Iran, Libanon und Syrien. Hatten wir da nicht schon vor einigen Jahren eine erbitterte Debatte um die doppelte Staatsbürgerschaft?

Ich bin in Deutschland geboren und habe mich während des Studiums einbürgern lassen. Damals - das ist nun schon fast 20 Jahre her - gab es keinerlei Feierlichkeiten, der Pass wurde mir stumpf von einem Mitarbeiter überreicht, der es eilig hatte, in den Feierabend zu kommen. Sei‘s drum, eine Feier brauchte ich nicht. Aber dass ich meinen bosnischen Pass nur dem Umstand verdanke, als Studentin zu „arm“ gewesen zu sein, um mich „freizukaufen“, halte ich für ein Unding. Viele Konservative sehen Loyalitätskonflikte. Die sehen sie also bei Türken und Bosniern als eher gegeben als bei beispielsweise Franzosen? Was soll ich sagen: Auf dem Weihnachtsmarkt auf der Lister Meile in Hannover steht der Ćevapčići-Stand nicht weit weg von dem mit den Kartoffelpuffern. Und ich liebe sie beide.

 

Das sollten Sie gelesen haben

 

Bild der Woche

Landrat Jörg Farr (Vierter von rechts) und weitere Verantwortliche nehmen den Spatenstich vor.

Landrat Jörg Farr (Vierter von rechts) und weitere Verantwortliche nehmen den Spatenstich vor.

 

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen?

Möchten Sie auch gerne in der Rubrik Bild der Woche erscheinen? Dann schreiben Sie uns!

Twitter | Facebook | Instagram | E-Mail

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Herzlichst, Ihre

Mira Colic

Redaktionskoordinatorin

Jede Abonnentin und jeder Abonnent der SN, egal ob mit digitaler oder gedruckter Zeitung, trägt dazu bei, dass wir auch in Zukunft in dieser Qualität über die Region, die Welt und die Corona-Krise berichten können – und über all jene Themen, die für unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben wichtig sind. Wir brauchen dazu eine starke, fachkundige Redaktion und freuen uns, wenn Sie als Leserinnen und Leser uns dabei unterstützen, indem Sie hier SN+ abonnieren.

Mehr aus Ihre Region

 
 
 
 
 

Verwandte Themen

Letzte Meldungen