Kathrinhagen / Abriss und Aufbau

Gutes Geschäft mit alten Häusern

Jetzt steht nur noch das Holzgerüst des Fachwerkhauses an der Kathrinhagener Straße und wartet auf interessierte Käufer.

Jetzt steht nur noch das Holzgerüst des Fachwerkhauses an der Kathrinhagener Straße und wartet auf interessierte Käufer.

Kathrinhagen. Derzeit steht nur noch das hölzerne Gerippe an der Kathrinhagener Straße. Zu Anschauungszwecken, um Interessenten ein gutes Bild des Hauses zu ermöglichen, erklärt Friedrich Wenthe, dessen Familie das Haus gehört.

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 Geld verdient Wenthe mit dem Abbau allerdings nicht. „Für uns war es eine Nullnummer.“ Nachdem der Denkmalschutz des historischen Gebäudes aufgehoben wurde, sollte es abgerissen werden, um die Fläche landwirtschaftlich zu nutzen. Doch der Abriss eines ganzen Hauses ist teuer. Als daher eine Firma an Wenthe herantrat, die das Gebäude kostenlos entfernen wollte, ging er gerne auf das Angebot ein. Vor allem die Ziegel an der Westseite des Hauses seien heiß begehrt gewesen, erinnert sich Wenthe. Das alte Gebäude, das etwa 1810 von Wenthes Vorfahren errichtet wurde, war bereits seit etwa einer Generation nicht mehr bewohnt. Davor wohnten die Beschäftigten des Hofes und ältere Familienmitglieder in dem Fachwerkhaus.

 Derzeit haben Liebhaber, die ein altes Fachwerkhaus an anderem Ort neu errichten wollen, die Gelegenheit, in Kathrinhagen das „Skelett“ zu begutachten. Das ist eine übliche Vorgangsweise beim Recycling von Gebäuden, weiß Thomas Knapp, Vorsitzender des Unternehmensverbands Historischer Baustoffe und selbst Händler mit altem Eichenholz.

 Zwischen 50 und 100 historische Gebäude werden jedes Jahr in Deutschland von einem Ort an einen anderen verlegt, schätzt Knapp. Aber der Markt für historische Baustoffe sei noch wesentlich größer. Der wichtigste Teil bestehe aus der Renovierung von denkmalgeschützten Gebäuden, für die vielfach die historischen Materialien verwendet werden müssen.

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 Wie viel Wert in einem alten Gebäude noch stecke, hänge dabei immer ganz davon ab, wie viel der Baustoffhändler noch verwerten könne. Ein geordneter Abbau des Gebäudes sei wesentlich zeitintensiver als ein Abriss, der Verkaufswert müsse also die Lohnkosten deutlich übersteigen. Den jährlichen Umsatz der gesamten Branche schätzt er auf nicht mehr als 100 Millionen Euro. „Reich wird man damit nicht“, meint Knapp, „aber im Prinzip ist es ein stabiles Geschäft.“

 Für das Holz ist es grundsätzlich kein Problem, ein Jahr lang bei Wind und Wetter auf dem Feld zu stehen, so Knapp. Wirklich schädlich sei es für das Holz nur, wenn es auf einem Haufen liege, ohne ausreichende Luftzufuhr. Dann fängt es an zu modern.

 Dennoch soll auch das Holzgerippe bis zum Ende des Jahres verschwunden sein, erklärt Wenthe. Auch wenn sich bis dahin noch kein Käufer für das vollständige Gebäude gefunden hat, werde dann auch das Holz abgebaut. jak

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