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Samtgemeinden

Auf einen Blick: Wer steht zur Wahl?

Symbolbild

Landkreis. Was die Zahl der Einwohner angeht, ist die Samtgemeinde Nienstädt mit 10.100 die größte. In der Samtgemeinde Sachsenhagen leben 9400, in der Samtgemeinde Lindhorst 7800 Menschen. Was die Spannung angeht, dürfte die Reihenfolge allerdings umgekehrt sein: Lindhorst vor Sachsenhagen und Nienstädt.

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Am spannendsten geht es in der Samtgemeinde Lindhorst zu, wo Amtsinhaber Andreas Günther in Rente geht. Dafür bürgt das Feld der Bewerber, das bunter kaum sein könnte. Für die SPD tritt Svenja Edler an, die in der Samtgemeinde Eilsen Vertreterin des Bürgermeisters ist. Die Linke schickt Matthias Hinse ins Rennen, die Grünen entsenden Stefanie Sonnekalb-Unruh, die von der CDU unterstützt wird.

Wie viel Pep in dieser Dreier-Konstellation steckt, war beim Wahlforum mitzuverfolgen, dem sich die Kandidaten in dieser Woche stellten. Die Diskussionen verliefen lebhaft bis hitzig.

Expertise oder Ortskenntnis?

Zwei Fragen dürften den Wahlausgang bestimmen. Erstens: Welches Argument wiegt schwerer – dass Svenja Edler viel über Verwaltung weiß (aber nicht aus Lindhorst kommt) oder dass Stefanie Sonnekalb-Unruh und Matthias Hinse jeden Winkel der Samtgemeinde kennen (aber wenig über die Arbeit von Verwaltungen wissen)?

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Wer sich im ersten Wahlgang durchsetzen will, muss mehr als die Hälfte der Stimmen fischen. Sollte das keiner der drei Kandidaten schaffen, gibt es nach Pfingsten, am Sonntag, 16. Juni, eine Stichwahl zwischen dem Stimmenbesten und dem Stimmenzweitbesten. Dann wiederum wird interessant sein, ob der Stimmendrittbeste, der also für die Stichwahl aus dem Rennen ausscheidet, seinen Wählern eine Empfehlung gibt, welchem Lager sie zuneigen sollen.

In der Samtgemeinde Sachsenhagen kommt es zum klassischen Duell der beiden Volksparteien. Jörn Wedemeier würde für die SPD gern im Hagenburger Samtgemeinde-Rathaus bleiben, für die CDU möchte ihn Jörg Zschetzsche von dort vertreiben. Allzu große Unterschiede in inhaltlichen Fragen waren im Wahlkampf zwischen den Positionen der beiden Kandidaten nicht auszumachen, lediglich im Stil scheinen sie sich zu unterscheiden: Wedemeier ist eher der vorwärts stürmende, Zschetzsche eher der moderierende Typ. Als Favorit gilt Amtsinhaber Wedemeier.

Obwohl sie die größte der drei Samtgemeinden ist, dürfte sich die Spannung am Sonntag in Nienstädt in Grenzen halten. Das liegt daran, dass mit Amtsinhaber Ditmar Köritz (SPD) nur ein Bewerber zur Wahl steht. Weder CDU noch Grüne fanden in den eigenen Reihen jemanden, der es mit Köritz aufnehmen wollte.

Beim Landkreis gelernt

Der 59-Jährige, der mit seiner Familie in Schierneichen wohnt, hat beim Landkreis Schaumburg gelernt und ist seit langem in der Samtgemeinde Nienstädt zuhause. Schon als er sich 2011 um die Nachfolge von Rolf Harmening bewarb, dessen Vertreter er über Jahre gewesen war, hatte er keinen Kandidaten anderer Parteien aus dem Feld schlagen müssen.

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Damals hatte der Alleinbewerber Köritz 81 Prozent der Stimmen geholt. Die Wahlbeteiligung lag bei 53 Prozent, allerdings wurde gleichzeitig der Rat gewählt; das ist am morgigen Sonntag nicht so. Die einzige spannende Frage dürfte am Sonntag also die nach der Wahlbeteiligung sein. Köritz hat die Messlatte für sich auf 40 Prozent gelegt.

Die Ergebnisse der Wahlen werden am Sonntag auf www.sn-online.de mitzuverfolgen sein. Der Liveticker soll um 17 Uhr scharf geschaltet werden. Weil zunächst die Stimmzettel für die Europawahl ausgezählt werden, ist mit Resultaten aus den Samtgemeinden nicht vor 19 Uhr zu rechnen. Weitere Fakten und Berichte finden sich dann in der Montags- und der Dienstagsausgabe der Schaumburger Nachrichten.

Von Arne Boecker

Samtgemeinden: Wer hatte wann den Hut auf?

Die bisherigen Verwaltungschefs in den Samtgemeinden Nienstädt, Lindhorst und Sachsenhagen:

Nienstädt
Ab 1974: Fritz Schröder (Direktor)
Ab 1977: Rolf Harmening (Direktor)
Ab 2001: Rolf Harmening (Bürgermeister, SPD)
Ab 2011: Ditmar Köritz (Bürgermeister, SPD)

Lindhorst
Ab 1972: Wilhelm Sümenicht (Direktor)
Ab 1977: Heinrich Brennecke (Direktor)
Ab 1989: Klaus Ulbrich (Direktor)
Ab 2001: Gerhard Busche (parteilos, Bürgermeister)
Ab 2011: Andreas Günther (Bürgermeister, SPD)

Sachsenhagen
Ab 1974: Peter Möser-Hagemann (Direktor)
Ab 1984: Wilhelm Pickert (Direktor)
Ab 2002: Arthur Adam (Bürgermeister, SPD)
Ab 2011: Jörn Wedemeier (Bürgermeister, SPD)

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