DRK-Tafeln Schaumburg

Ausländer nicht pauschal ausschließen

Die Schaumburger Tafeln distanzieren sich

LANDKREIS. "Ich finde es absolut nicht gut, wie die Verantwortlichen das Problem in Essen angehen.“ Man könne nicht pauschal, alle Ausländer ausschließen. Das sei für eine Einrichtung, die für die ärmsten Menschen in einer Stadt kämpft und einsetzt, der falsche Weg.

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Als Grund für die Entscheidung hatte die Essener Tafel den hohen Ausländeranteil von 75 Prozent genannt: Senioren und alleinerziehende Mütter hätten sich von den fremdsprachigen jungen Männern in der Warteschlange abgeschreckt gefühlt. Diese Problematik ist auch Niemeyer nicht fremd. Insbesondere in Stadthagen sei der Ausländeranteil ebenfalls sehr hoch. Der liege bei 50 Prozent und natürlich gebe es von Zeit zu Zeit Konflikte.

Sie gehe unterschiedliche Wege, um mit Streitigkeiten oder Missstimmungen umzugehen. Wenn sie eine kritische Situation bei einer Essensausgabe beobachte, habe sie selbst keine Probleme, dazwischen zu gehen. Wenn es eine Sprachbarriere zu überwinden gebe, könnten die ausländischen Mitarbeiter der Tafel vermitteln. „Ich empfinde es als große Hilfe, dass bei uns nicht nur deutsche Menschen arbeiten“, so Niemeyer. Als wichtigsten Schritt sieht sie allerdings den im vergangenen August in Stadthagen eingeführten Rentnertag. Auch Kranke und alleinerziehende Mütter oder Väter können diesen Tag nutzen. „An diesem Tag dürfen aber selbstverständlich auch ausländische Rentner kommen“, erläutert Niemeyer. Sie räumt jedoch ein, dass der besondere Ausgabetag auch aufgrund der großen Anzahl von Menschen anderer Kulturen ins Leben gerufen wurde. Ganz bewusst habe sie sich mit dem DRK als Träger darauf verständigt, keine Ausländer an einem Tag komplett auszuschließen.

Geschützter Rahmen

Ein Vorgehen wie in Essen finde sie schlicht diskriminierend. „So eine Regelung wird es unter meiner Regie ganz sicher nicht geben.“ Sie mache keine Unterschiede zwischen den Bedürftigen – „schon gar nicht aufgrund ihrer Nationalität.“ Aber sie habe festgestellt, dass ältere und kranke Menschen sowie Alleinerziehende einen geschützteren Rahmen benötigen.

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Niemeyer kann sich trotz aller Kritik an der Tafel in Essen durchaus vorstellen, dass die Situation mit 6000 Bedürftigen nicht einfach ist. „Wir haben in ganz Schaumburg nur knapp die Hälfte.“ Das Wichtigste sei die Art und Weise, wie man auf die Menschen zugehe. Laufe die Verteilung gerecht ab, entstehe auch weniger Unmut. Ihr größtes Problem seien eindeutig nicht die Ausländer bei der Ausgabe, sondern die ausreichende Beschaffung von Lebensmitteln (wir berichteten).

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