Bückeburg / Prozess um WC-Steine

100 Euro als „Denkzettel“

Um sie geht es: Eine der Fuchsfallen in den Hofwiesen.

Um sie geht es: Eine der Fuchsfallen in den Hofwiesen.

Bückeburg. Staatsanwalt Timo Goldmann verspricht sich eine „Denkzettel-Funktion“. Verteidiger Stefan Diekmann erklärte dagegen: „Wir wollen die Sache nicht weiter aufbauschen.“ Diekmanns Mandantin, die in Begleitung weiterer Jagdgegner zum Prozess gekommen war, schwieg zu den Vorwürfen. Zur Last gelegt hatte die Staatsanwaltschaft der Bückeburgerin Sachbeschädigung in drei Fällen. Einem Strafbefehl zufolge sollte sie 2200 Euro zahlen. Die Fürstliche Hofkammer beziffert den Schaden mit fast 3200 Euro.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

 Ob die Tierschützerin tatsächlich WC-Steine in zwei Lebendfallen aus Beton gelegt hat, um Füchse zu vergrämen und die schlauen Wildhunde damit vor dem sicheren Tod zu bewahren, bleibt weiter offen. Feststellungen dazu hat Richter Armin Böhm nicht mehr getroffen, weil die Einstellung des Verfahrens einem Urteil zuvorkam.

 Nach der Beweisaufnahme schien ein Freispruch ebenfalls im Bereich des Möglichen zu liegen. Durch die Akte geistern Videoaufnahmen, deren Existenz bisher jedoch nicht erwiesen ist. Angeblich zeigen sie die Angeklagte auf frischer Tat. Kurzfristig sollte gestern ein Polizist zu diesen Bildern einer knienden Frau aussagen. Zurzeit hält sich der Beamte jedoch im Ausland auf.

 Die beiden Fallen sind am Rande des Naturschutzgebietes Hofwiesenteiche vergraben. Etwa eine Stunde lang, Unterbrechungen mitgerechnet, hat das Amtsgericht gestern allein den Revierförster (42) der Hofkammer vernommen. Seit etwa zehn Jahren, so beklagt der Berufsjäger, gebe es „ständig Auseinandersetzungen“ mit der Tierschützerin. „Sie ist der Meinung, dass das Töten von Tieren grundsätzlich zu unterlassen sei“, glaubt der fürstliche Waidmann und verweist auf entsprechende Texte im Internet, welche die Frau unter ihrem Namen verfasst haben soll.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

 Unter anderem soll die 65-Jährige „angekündigt haben, eine Falle mit ekligen Sachen zu verstänkern“. Fallen aus Beton, die Bekanntschaft mit Toilettensteinen gemacht haben, sind nach Darstellung des Försters nicht mehr zu gebrauchen. „Eine Fuchsnase ist 400 bis 500-mal so gut wie die menschliche Nase“, erklärt er. „Die Möglichkeit, dass da noch ein Fuchs reingeht, ist nicht mehr gegeben.“

 Fallenjagd ist heftig umstritten. Mit einem neuen Landesjagdgesetz will das benachbarte Nordrhein-Westfalen nicht nur dieser Praktik einen Riegel vorschieben, sondern auch die Jagd auf andere Tiere drastisch einschränken. Unterdessen berufen sich Jäger darauf, dass Füchse und weitere Beutegreifer gejagt werden müssten, weil viele seltene Bodenbrüter sonst nicht mehr zu retten seien.

Mehr aus Bückeburg

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken