Umzug ins neue Klinikum in Vehlen

157 Jahre Bethel sind Geschichte

Voll des Lobes über das Bückeburger Klinikpersonal: Renate Otto, eine der letzten Patientinnen des Krankenhauses Bethel. Mit auf dem Bild: Dr. Stephan Held, Chefarzt der Geriatrie-Station.

Voll des Lobes über das Bückeburger Klinikpersonal: Renate Otto, eine der letzten Patientinnen des Krankenhauses Bethel. Mit auf dem Bild: Dr. Stephan Held, Chefarzt der Geriatrie-Station.

Bückeburg. Mit umgezogen ist zudem die gesamte Belegschaft des Traditionshauses; ebenso all jene Gerätschaften, die am neuen Klinikum-Standort vom Start weg weiter Verwendung finden. Der Rest an Mobiliar und etwa technischen Apparaten wird entweder im Rahmen eines Nachumzuges geholt oder – sofern nicht mehr benötigt – verwertet, sagt Pressesprecherin Nina Bernard.

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Für den Umzug hatte sich das zuletzt unter dem leicht sperrigen Namen „Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Bethel Bückeburg“ betriebene 166-Betten-Haus für zwei Tage von der Notfallversorgung abgemeldet und für diese Zeit auch keine planbaren Behandlungsfälle mehr aufgenommen, um die Anzahl der nach Vehlen zu transportierenden stationären Patienten möglichst gering zu halten. Und so waren es am Ende rund 60 Patienten, die von sich erzählen können, dass sie Teil einer logistischen Herausforderung gewesen sind.

Keinen vergessen

„Wenn man in ein schönes, neues Krankenhaus kommt, freut man sich ja schon“, kommentierte Renate Otto ihre Verlegung in das deutlich größere Gesamtklinikum. Lobende Worte fand die Patientin dabei für die Ärzte und Krankenpflegekräfte, die wegen des Umzuges „wirklich viel Stress“ gehabt haben. Das Personal des Bückeburger Krankenhauses habe ihre „Hochachtung“, betonte die Seniorin.

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Nach der Verlegung der Patienten und der Belegschaft standen noch am selben Tag Kontrollgänge durch das an der Herminenstraße 12-13 gelegene Gebäude an. Dabei wurden sämtlich Patientenzimmer und sonstigen Räume in Augenschein genommen, ob sich darin möglicherweise doch noch jemand aufhalte. Eine Maßnahme, mit der sichergestellt wurde, dass tatsächlich keiner vergessen wurde. Jeder leere Raum wurde gleich nach der Kontrolle abgeschlossen. Ebenso wurde mit den Stationen sowie den Aufzügen verfahren. Am Ende auch mit dem gesamten Gebäude.

Wann genau das der Stiftung Bethel gehörende Gebäude komplett leer sein wird, vermag Bernard derzeit noch nicht sagen. Voraussichtlich werde sich der besagte Nachumzug aber über sechs bis acht Wochen hinziehen. wk

Zur Sache

21537486Von Verena Insinger

Über Nikolaus in Bethel

Am 10. Juni 1987 um 14.25 Uhr habe ich meinen ersten Atemzug im Kreißsaal in Bückeburg gemacht. Die Ärzte haben es gerade noch rechtzeitig zur Entbindung geschafft. Ich hatte es eben eilig – zum Leidwesen meiner Mutter. Ich hatte es so eilig, dass mein Vater sich dafür entschieden hat, ohnmächtig zu werden. Wenige Jahre später folgte die Polypen-Operation, der Blinddarm kam raus und auch die Mandeln wollten nicht drin bleiben. All diese Eingriffe fanden an der Herminenstraße statt. Die Mandeln kamen über das Nikolaus-Fest raus. Wir Kinder durften damals, ich war neun Jahre alt, unsere Schuhe vor das Krankenzimmer stellen. Am Nikolaus-Morgen waren sie alle mit Mandarinen und Schokolade gefüllt. Welch’ ein Fest. Drei Jahre zuvor wurde mir der Blinddarm entfernt, die Narbe geklammert. Zwei Tage später saß ich als junge quirlige Ballet-Tänzerin schon im Schneidersitz im Bett und schlug im Zimmer Räder. Das wiederum fanden die Schwestern überhaupt nicht witzig. Aber es sind Erinnerungen wie diese – schöne, aber auch traurige – die ich persönlich mit dem Krankenhaus Bethel verbinde. Doch alles hat sein Ende. Und ein Ende ist eben auch ein Anfang. Denn bald macht das erste Baby in Vehlen seinen Atemzug.

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