Bückeburg

50 000. Flugstunde absolviert

„Herr General, ich melde die 50 000. Flugstunde absolviert“: General Reinhard Wolski (von links) nimmt die Meldung der Besatzung des EC-135 von Hauptmann Günther Schamberger und Lehrgruppe-A-Chef Oberstleutnant Norbert Grube entgegen. rc

„Herr General, ich melde die 50 000. Flugstunde absolviert“: General Reinhard Wolski (von links) nimmt die Meldung der Besatzung des EC-135 von Hauptmann Günther Schamberger und Lehrgruppe-A-Chef Oberstleutnant Norbert Grube entgegen. rc

Bückeburg. Der Kommandeur der Lehrgruppe A, Oberstleutnant Norbert Grube, sowie Hauptmann Günther Schamberger, der mit dem EC-135 bereits 2400 Flugstunden auf dem Buckel hat, entstiegen der Maschine und meldeten dem General die erfolgreiche Absolvierung des Fluges.
Mit der Einführung des EC-135 – insgesamt 15 Exemplare sind bei den Heeresfliegern im Einsatz – wurde für die Heeresfliegerei ein neues, innovatives Ausbildungskonzept umgesetzt, wie der General und die Firma Eurocopter als Hersteller der Firma mitteilten. Zum einen wird im EC-135 hochmoderne Flugsteuerungs- und Cockpit-Systemarchitektur eingesetzt, zudem rund 60 Prozent der Ausbildungsstunden nicht mehr in der Luft, sondern in acht eigens errichten Flugsimulatoren geflogen. Die Piloten erhalten so "ein optimales Rüstzeug" für ihre spätere Einsatzausbildung auf den Hubschrauber- und Waffensystemen CH-53, UH-1D, NH90 und Tiger.
Zum anderen beschritt die Bundeswehr mit der Beschaffung des EC-135 komplett neue Wege: die erste vollständige Systembetreuung in der Geschichte der Bundeswehr durch eine private Firma, nämlich Eurocopter. "Dieses Versorgungskonzept bietet eine Kombination aus flexibler Personalstruktur, hoher Verfügbarkeit und reduzierten Betriebskosten." Was im Klartext bedeutet, dass die Firma durchgehend die Unterstützung für die Maschinen sicherstellt: Die Palette reicht von den Vorflugkontrollen über Betankung und Debriefing bis hin zu allen planmäßigen Wartungen, Reparaturen sowie der Betreuung bei Auslandseinsätzen und der Depotinstandsetzung. Oder wie es ein Pilot am Rande des Appells sagte: "Wir brauchen nur noch einsteigen, losfliegen und ausbilden." Dabei klappt die Kooperation von Militär und zivilem Betreiber gut, wie General Wolski feststellte: "Die Zusammenarbeit der Lehrgruppe mit dem zivilen Betreiber ist von einer beispielgebenden Flexibilität geprägt, die sich unter anderem in dem sehr persönlichen und freundschaftlichen Verhältnis zwischen Piloten und Technikern widerspiegelt."
Dabei schien es am Anfang nicht so, dass der EC-135 zu einer "Erfolgsgeschichte" werden könnte, was General Wolski nicht verschwieg. So wurde erst 2003 das letzte Exemplar ausgeliefert. Das erwies sich im Rückblick aber als "ein ausgesprochen gewinnbringender Zeitraum", da die EC von "Kinderkrankheiten" befreit werden konnte. Heute bilden unter anderem Schweden und Spanien ihre Heeresflieger in Bückeburg aus, demnächst kommen Estland, Australien und Neuseeland hinzu. 320 Piloten und 85 Fluglehrer wurden bisher geschult.
An einer Kinderkrankheit leidet der EC-135 allerdings noch heute: Ursprünglich als der Basishubschrauber für Hubschrauberführergrundausbildung konzipiert, stellte sich während der ersten Erprobungen heraus, dass der Typ für bestimmte Ausbildungszwecke nicht geeignet ist, wie etwa das sogenannte Autorotationsverfahren. Seitdem müssen die angehenden Piloten ihre ersten 40 Flugstunden, die Basisausbildung, auf dem Modell Bo 105 fliegen, die ursprünglich längst ausgemustert werden sollte.
Als Ersatz sollen in nächster Zeit neun Exemplare eines "handelsüblichen Typs" beschafft werden, um mindestens 5000 Flugstunden abzudecken. Wirtschaftlichkeitsberechnungen der zuständigen Stellen haben den Ausschlag für die Beschaffung gegeben. Die Laufzeitverlängerung des Bo 105 sei im Endeffekt deutlich teurer als die Beschaffung der neuen Exemplare. Der Anforderungskatalog liegt dem zuständigen Wehrbeschaffungsamt vor. Wann gekauft wird, ist offen. Anfang 2008 hatte es 2010 geheißen. rc

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