Überschwemmungen

Angst vor Stauwasser: Stadt Bückeburg will Teil des Mühlengrabens verkaufen

Dieter Wilharm-Lohmann (links) und Andreas Paul Schöniger schauen sich die Situation am Mühlengraben an. Wenn der Bach an dieser Stelle aufgestaut wird, könnte dass zu Überflutungen führen, glauben die beiden Politiker.

Dieter Wilharm-Lohmann (links) und Andreas Paul Schöniger schauen sich die Situation am Mühlengraben an. Wenn der Bach an dieser Stelle aufgestaut wird, könnte dass zu Überflutungen führen, glauben die beiden Politiker.

Meinsen. Es ist eine Nachricht, die für den Ortsrat unerwartet kommt und bei den Politikern in Meinsen für Erstaunen sorgt. Die Stadt möchte den Bereich, in dem der Mühlengraben unterirdisch durch ein Rohr unter dem ehemaligen Sägewerk am Mühlengrund geleitet wird, verkaufen – und das so schnell wie möglich.

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Den Lokalpolitikern aus Meinsen bereitet das Sorgen. Sie fühlen sich zudem übergangen. „Mit uns hat niemand darüber gesprochen“, sagt Ortsbürgermeister Dieter Wilharm-Lohmann (CDU) überrascht.

Bach sorgt für hohe Kosten

Der Stadt Bückeburg ist der Bereich ein Dorn im Auge. Der Bach entspringt am Wehr der Bückeburger Aue und plätschert im Westen von Meinsen wieder in den Fluss. Am ehemaligen Sägewerk fließt er durch Rohre unter dem Gebäude hindurch. Dort befand sich einmal ein Mühlrad. Doch heute sorgt der Bach für hohe Kosten bei der Stadt.

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„Die Untere Wasserbehörde des Landkreises hat uns mitgeteilt, dass der Mühlengraben nicht von wasserwirtschaftlicher Bedeutung ist und daher der verrohte Teil des Mühlengrabens verkauft werden darf“, sagt Bauamtsleiter Björn Sassenberg auf Nachfrage dieser Zeitung.

Auf rund 100 Metern Länge läuft das Wasser unterirdisch durch Betonrohre. „Niemand weiß, wie es in dem Rohr aussieht, eine Sanierung wäre teuer“, fügt Sassenberg hinzu. Auch Kamerafahrten würden viel Geld kosten, weil der Abwasserbetrieb keine eigene sogenannte Kanalratte besitzt. Kurzum: Der Verkauf käme der Stadt gelegen.

Wasser soll künftig abgeleitet werden

Einen Interessenten hat die Stadt bereits. Man sei in Gesprächen mit dieser Person, verrät Sassenberg. Im Fall eines Verkaufes soll das Rohr verschlossen werden. Das Problem: In dem Bach fließt nicht nur Wasser aus der Bückeburger Aue, sondern auch das Oberflächenwasser von den Grundstücken, die am Mühlengraben liegen.

Die Experten im Bauamt haben jedoch schon einen Plan erarbeitet, wie das Wasser künftig abgeleitet werden soll. „Vor dem Rohr wird sich das Wasser stauen und dann über eine Fischtreppe neben dem Wehr zurück in die Bückeburger Aue fließen“, erklärt Sassenberg die Idee.

Hinter dem verrohrten Teil des Mühlengrabens würde das Oberflächenwasser weiter durch den Bach in die Bückeburger Aue geleitet. So der Plan.

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Lösung teilweise nicht vorstellbar

Für Ortsbürgermeister Dieter Wilharm-Lohmann und seinen Stellvertreter Andreas Paul Schöniger ist die Lösung nicht vorstellbar. Sie sorgen sich, dass durch das Aufstauen eine Wiese und ein Hof überflutet werden und dadurch ein Wohnhaus von den Wassermassen gefährdet sein könnte.

„Wir wissen nicht, wie hoch der Pegel bei Hochwasser und nach Starkregen dadurch steigen würde“, sagt Wilharm-Lohmann. Zudem glaubt er, dass das Wasser dann zusätzlich durch einen Entlastungsgraben abgeleitet werden müsse.

Bach entlastet Bückeburger Aue

Schöniger sieht noch ein weiteres Problem. „Der Mühlengraben führt bei Hochwasser zu einer Entlastung der Bückeburger Aue, weil die Wassermassen verteilt werden.“ Er befürchtet in der Folge Überschwemmungen an der Sporthalle und am Schützenhaus, weil die Bückeburger Aue höher ansteigt.

„Man sollte mit den Menschen, die hier wohnen und unwettererfahren sind, sprechen, bevor so etwas gemacht wird“, meint Schöniger. Der Verkauf würde für das Dorf weitreichende Folgen haben – davon ist er überzeugt.

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Wilharm-Lohmann und Schöniger wollen die Stadtverwaltung um Stellungnahme und Beteiligung an dem Vorhaben bitten.

von Leonhard Behmann

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