Grundschule Am Harrl

Das nächste Riesen-Projekt

Die Grundschule Am Harrl muss dringend saniert werden.

Die Grundschule Am Harrl muss dringend saniert werden.

Bückeburg. Die nächste Millionen-Maßnahme steht schon in den Startlöchern: die brandschutztechnische und energetische Sanierung der Grundschule Am Harrl. Gut drei Millionen Euro sind dafür nach ersten Schätzungen veranschlagt, gestreckt über vier Jahre. „Ich habe gehofft, dass mit der Julianen-Kita erst einmal Ruhe ist, aber jetzt kommt schon das nächste Millionen-Projekt“, sagt der Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses, Bernd Insinger (SPD). Er fügt an: „Gemeindestraßen müssen leider weiter warten.“

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Einstimmig empfahl der Bau- und Umweltausschuss, dass das Bauamt die Planungen für die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes vorantreibt. Gleichzeitig soll – abgeleitet aus dem Energiebericht für die Stadt Bückeburg – ein Gesamtkonzept zur energetischen Sanierung aller vier Grundschulen aufgestellt werden: Nach der Grundschule Am Harrl ist die Grundschule Meinsen an der Reihe. Die Sanierung des Schulhofes gehört nicht zu diesem Paket und wird nicht nach hinten geschoben, wie der Ausschussvorsitzende betonte. Insgesamt wird mit 15 städtischen Gebäuden im Rahmen des Energieberichts eine Prioritätenliste erstellt, was wann wo gemacht werden kann und welches Einsparpotenzial damit umgesetzt werden kann.

Geschoss um Geschoss

Ab 2019 sollen über vier Jahre die drei Millionen Euro in die Haushalte eingestellt werden. Begonnen werden soll im ersten Bauabschnitt mit der Auswechslung aller Fenster. Danach folgt Geschoss um Geschoss. Angefangen wird – im laufenden Betrieb – im zweiten Obergeschoss, wo Decken, Wände, Innentüren, Elektrik und zum Teil auch die Heizungen gemacht werden müssen. Der Einbau der Fenster soll zehn Wochen dauern, die Sanierung der Geschosse je 22 Wochen.

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Offen ist noch, ob das Dachgeschoss ausgebaut wird, um dringend benötigte weitere Klassen- und Gruppenräume zu erhalten. „Wir haben – bedingt auch durch die Ganztagsbetreuung – Raumnot“, wie es aus dem Kollegium hieß, das in großer Zahl die Sitzung im Zuhörerraum verfolgte. Sollte das Dachgeschoss ausgebaut werden, würde das den Wegfall der Hausmeisterwohnung bedeuten.

Ob und in welcher Höhe Fördermittel – etwa KfW-Mittel oder Zuschüsse für den Denkmalschutz – zu erwarten sind, ist noch nicht geprüft worden, wie der neue Baubereichsleiter Björn Sassenberg auf entsprechende Nachfrage sagte. Um das Gesamtkonzept für alle Grundschulen zu erstellen, benötigte das Bauamt mindestens ein halbes Jahr.

Brandschutz oft nicht ausreichend

Zuvor hatte Bau-Ingenieur Erik Meier von der mit der Bauuntersuchung beauftragten Wehmeyer Part GmbH seinen 37-seitigen Bericht vorgestellt. Sein Fazit: „Es gibt zahlreiche Unzulänglichkeiten und Mängel insbesondere im brandschutztechnischen Bereich, die großen Handlungsbedarf nach sich ziehen.“ Die Überprüfung habe ergeben, dass bei nahezu sämtlichen Decken der Brandschutz nicht ausreicht. Die Deckenkonstruktionen der Holzbalkendecken seien nicht feuerbeständig und müssten entsprechend aufgerüstet werden, so Meier. „Nackte“ Stahlträger müssten mit Brandschutzplatten verkleidet werden. Brandschutztüren in Fluren und zu den Treppenhäusern würden nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, ebenso die Klassenraumtüren.

Elektroleitungen sind in den Deckenhohlräumen der Flure zum Teil lose verlegt und stellen eine nicht zulässige Brandlast dar. Um umzurüsten, müssten Unterdecken demontiert werden, so Meier. Im Zuge dessen könnten neue Akustik-Unterdecken mit integrierter und energieeffizienter LED-Beleuchtung eingebaut werden.

Kompletter Austausch zu empfehlen

Aus energetischer Sicht sei es empfehlenswert, alle Fenster komplett auszutauschen, da diese aufgrund des Alters und der entsprechenden energetischen Qualität ein enormes Energieeinsparpotenzial aufweisen. Decken und Wände sollten gedämmt werden. Die Verlegung der Heizungsinstallationsleitungen sei teilweise anzupassen. Gleiches gelte für Teile der Wasser- und Abwasserleitungen. Fußbodenaufbauten und Bodenbeläge seien zu 50 Prozent schadhaft und müssten ausgetauscht werden.

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In der Kostenaufstellung noch nicht enthalten: Eine Lüftungsanlage für 650000 Euro und eine Brandmeldeanlage für 120000 Euro, die als nicht notwendig angesehen wird, wenn wie vorgeschlagen saniert wird.

Ebenfalls noch nicht vorgesehen: die Turnhalle. Insinger: "Die ist mit ihren Mängeln auch nicht ganz ohne." Rastherr Wilhelm Klusmeier (Grüne): "Die darf nicht außen vor bleiben." rc

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