Bückeburg / Weihnachtsbaum-Trend

Der Kunde legt lieber selber die Axt an

Revierförster Sören Peters kennt sich aus mit Weihnachtsbäumen.

Revierförster Sören Peters kennt sich aus mit Weihnachtsbäumen.

Bückeburg (mig). Der Meinser Kämpen ist in diesen Tagen nicht der angenehmste Ort. Es ist kalt und nieselig, ein kühler Wind streicht über die hohen Nordmanntannen. Die meisten, die hier durch die Reihen streifen, möchten möglichst schnell wieder ins Warme. So geht es auch Walter Sölter, der mit seiner Familie zur Anbaufläche gekommen ist. "Selbst ist der Mann", hat er sich zu Hause gesagt, jetzt schlägt er seinen Kragen hoch und tröstet die Kinder. "Wir wollen diesmal gemeinsam einen Baum aussuchen, deshalb sind wir hier", sagt der klein gewachsene Mann und lässt seinen Blick über die hohen Tannen und Fichten schweifen. 3000 Bäume stehen hier, was eine schnelle Auswahl nicht gerade leicht macht. Also Mutter, wie soll er sein? Klein oder groß, Tanne oder Fichte, günstig oder teuer? Er solle vor allem nicht nadeln oder stechen, meint Michael Sölter, der sich schließlich für eine hohe Nordmanntanne entscheidet. Warum? Der Familienvater überlegt eine Weile: "Die schöne Spitze hat mich überzeugt."

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In der unmittelbaren Nachbarschaft hat Wilhelm Diekmann seinen Wunschbaum schon längst gefunden. "Mir gefällt besonders, dass man die Bäume hier frisch schlagen kann", erklärt er. Ein Kauf an der Tanke oder im Internet komme für ihn deshalb auch nie in Frage. "Hier kann ich mir direkt aussuchen, was ich haben will." Und: "Es ist doch viel schöner etwas in Gemeinschaft zu erleben und sich draußen zu betätigen." Sagt es, greift zur Axt, tock-tock, dann ist es um die schlanke Tanne geschehen. Sanft knickt sie in der Hüfte ein und legt sich in die Waagerechte. "Jetzt kann Weihnachten kommen" scherzt Diekmann und schleppt seine "Beute" vondannen.
Doch wie sieht der ideale Weihnachtsbaum eigentlich aus? Das ist für jeden Kunden verschieden, sagt Revierförster Peters. Schön soll er natürlich sein und gleichmäßig gewachsen, dazu haltbar und von edel schimmernder Farbe: Die Forstarbeiter am "Meinser Kämpen" haben bisher noch für jeden Topf einen Deckel gefunden. Achten sollte man auf vier Triebe und einen gleichmäßigen Wuchs. "Das ist die Premiumklasse", betont Peters. "was zu ungleichmäßig ist, wird als Reiser verwendet."

Doch welche Vorteile bietet das Selbstschlagen im heimischen Forst? Ist es ökologisch sinnvoll, den Weihnachtsbaum aus der unmittelbaren Nachbarschaft zu holen? Sören Peters ist davon aus zwei Gründen überzeugt: „Zum einen, weil die Bäume in Dänemark in riesigen Monokulturen angebaut und mit Fungiziden/Herbiziden behandelt werden. Zum anderen, weil die Tannen nicht erst hierher transportiert werden müssen.“

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