Mühlstein rollt an

Friedensprojekt

Rasmus Liebscher (von links), Gemeindereferent Ulrich Geschwinder, Anna Gawronski , Barbara Liebscher, Norbert Schütte und Verena Nagelmann haben den Stein von Porta auf Schloss Bückeburg gezogen. Hier wartet er nun auf Menschen, die in weiter gen Berlin rollen. rc

Rasmus Liebscher (von links), Gemeindereferent Ulrich Geschwinder, Anna Gawronski , Barbara Liebscher, Norbert Schütte und Verena Nagelmann haben den Stein von Porta auf Schloss Bückeburg gezogen. Hier wartet er nun auf Menschen, die in weiter gen Berlin rollen.

Bückeburg. Ostermontag startete das Projekt des Künstlers Michael Flossbach in Dürscheid. Bückeburg erreichte er, nachdem er zuvor eine Woche vor dem Altar der Kirche St. Walburga in Hausberge gelegen hatte. „Wir haben ihn mit sieben Leuten hergerollt“, sagt St.-Walburga-Gemeindereferent Ulrich Geschwinder.

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Abwechselnd zogen oder schoben die Männer und Frauen den 128 Kilogramm schweren Stein über fast 15 Kilometer. Meist verlief die Strecke über Asphalt, gelegentlich aber auch über Stock und Stein. „Oder bergauf und bergab“, sagt der Portaner, als der Stein am Sonntag ins Schloss gerollt wurde. Aus eigener Erfahrung – er hat den Stein bereits über zwei Etappen gerollt – weiß der Gemeindereferent, dass einem durchschnittlich trainierten Menschen spätestens nach etwa drei bis vier Kilometern die Arme schwer werden. Was auch am Sonntag der Fall war.

„Anstrengend ist der Anfang“, erklärt Geschwinder. „Wenn der Stein aber erst einmal ins Rollen kommt, wird es leichter.“ Ein Satz, der die Botschaft dieses Kunst- und Friedensprojekts zusammenfasst. Gemeinsam ist es einfacher, etwas zu erreichen. Der „rollende Stein“ steht dafür, dass der Friedensprozess erfolgreich verlaufen könne, wenn man sich mit möglichst breiter Unterstützung auf den Weg macht.

Zwangspause im Schloss

Im Schloss wird der Stein erst einmal eine Zwangspause einlegen. Denn derzeit ist das Weiterrollen des Steins nicht gesichert. In Bückeburg hat sich bisher niemand gefunden, der mitmachen will. „Wir sind bei den Kirchengemeinden auf zähes Fleisch gestoßen“, sagte Michael Weinmann vom Koordinationsteam im Gespräch mit unserer Zeitung. Er warb für Mitmacher und Weiterroller und erinnerte an das bevorstehende Mittelalterlich Phantasie Spectaculum: „Vielleicht findet sich hier jemand, der den Stein für eine Aktion nutzen möchte.“

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Ziel ist das Brandenburger Tor in Berlin, wo der Stein am 3. Oktober eintreffen soll. „Für diese Friedensbewegung benötigen wir jede Menge Menschen, die den Stein rollen – und sei es nur eine kurze Strecke“, heißt es vonseiten des Künstlers. Das gestaltet sich zwischendurch deutlich schwieriger als erwartet. Deswegen sei nun ein Korridor vorgegeben worden: von Porta Westfalica über Bückeburg, Stadthagen, Bad Nenndorf, Hannover, Uetze, Gifhorn, Wolfsburg, Magdeburg und Potsdam bis Berlin. So könnten die am Wege liegenden Gemeinden, Städte oder Kirchen früher informieren werden, damit vor Ort besser geplant werden kann.

Der „rollende Stein“ ist ein Mühlstein mit einem Durchmesser von 55 Zentimetern. Eine Vorrichtung zum Schieben oder Ziehen ist vorhanden. Auch mehrere Menschen könnten ihn gleichzeitig bewegen.

Frieden in 44 Sprachen

„Stoning Roll“ – der Mühlstein mit Symbolcharakter – trägt auf der einen Seite das Wort „Frieden“ in 44 Sprachen. Auf der zweiten Seite sind Symbole der acht Weltreligionen mit internationalen Zeichen für den Frieden vereint. Dingen, die scheinbar nicht zusammenpassen: „Er bringt die verschiedenen Sprachen und die unterschiedlichen Religionen zusammen, die für viele nicht vereinbar sind“, so Geschwinder. Ein QR-Code verweist auf die Facebook-Seite des Projekts, der Stein lässt sich per GPS orten, sodass das Team des Künstlers immer weiß, wo der Stein gerade ist.

Wer den Stein bei sich hat, muss dafür sorgen, dass er weiterkommt. Der Portaner Gemeindereferent war ein paar Tagen damit beschäftigt, einen Unterschlupf für das Kunstwerk in Bückeburg zu finden. „Ich muss sozusagen jemanden einen Stein aufs Auge drücken“, sagt er. Aber das klappte nicht. So kann das Kunstwerk erstmals nicht in einer Kirche „übernachten“, aber immerhin in einem Schloss.

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Wer von Bückeburg aus weiterrollen will und oder eine Aktion mit dem Stein plant, hier die Kontaktdaten: Michael Weinmann, Telefon (0176) 63233100 und E-Mail stoning.roll.mf@gmail.com. rc

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