Bückeburg

Führungswechsel im Hubschrauberausbildungszentrum

Führungswechsel in der Ausbildungswerkstatt des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums: Reinhold Neitzert (links) geht in den Ruhestand, sein Nachfolger ist Harald Habben.

Führungswechsel in der Ausbildungswerkstatt des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums: Reinhold Neitzert (links) geht in den Ruhestand, sein Nachfolger ist Harald Habben.

Bückeburg. Sein Nachfolger als Ausbildungsleiter ist Harald Habben, Technischer Regierungshauptsekretär. Während eines Appells vollzog gestern Mittag der stellvertretende Kommandeur des Ausbildungszentrums, Oberst Hans-Peter Grathwol, den Wechsel.

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„Mit sechs Auszubildenden haben wir damals angefangen“, erinnerte sich Neitzert an die Anfänge der Ausbildungswerkstatt, die die Bundeswehr 1959 einrichtete, um an sogenannten Einödstandorten den Kindern von Bundeswehrangehörigen eine Berufsausbildung zu bieten. Heute dient sie dazu, Nachwuchs für die Bundeswehr zu gewinnen – sowohl im militärischen als auch zivilen Bereich. Aktuell werden in der Lehrwerkstatt 160 junge Menschen in den Berufen Fluggerätemechaniker Instandhaltungstechnik und Fluggeräteelektroniker ausgebildet. Dazu kommen zwei bis fünf Auszubildende des Kooperationspartners TUI Fly. Pro Jahr werden 40 neue Azubis eingestellt.

Derzeit unterhält die Bundeswehr noch 31 Ausbildungswerkstätten mit insgesamt 5000 Auszubildenden. Im Zuge der Bundeswehrreform werden einige Werkstätten geschlossen, die Zahl der Ausbildungsplätze wird aber konstant gehalten. So ist zum Beispiel die Ausbildung mit ihren jährlich zwölf Plätzen am geschlossenen Heeresfliegerstandort Rheine nach Bückeburg verlegt worden.

„Ich habe mir 1987 nie träumen lassen, dass die Lehrwerkstatt eine so rasante Entwicklung nimmt“, freute sich Neitzert. 450 junge Menschen sind unter ihm ausgebildet worden, davon wurden 184 als Soldaten gewonnen, 121 sind heute als zivile Mitarbeiter für die Bundeswehr tätig. Erst seit 2002 wird in Bückeburg-Achum zum Fluggeräteelektroniker ausgebildet. 2003 konnte „die lange geplante und gegen viele Widerstände durchgesetzte Ausbildungshalle“ übernommen werden, bereits 2010 der Erweiterungsbau für die Fluggeräteelektronik. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Die Lehrwerkstatt wird demnächst die Halle 8 – dort, wo bis vor Kurzem an der CH-53 geschraubt wurde – übernehmen und dort ihr Lehrdock aufbauen.

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In ihm stehen ausgemusterte Flugzeugtypen der Bundeswehr wie Piaggio, Fiat F-91, Alphajet, Bronco sowie Alouette II, auf der lange Jahre die angehenden Piloten der Heeresflieger ausgebildet wurden. „Die brauchen wir auch weiter unbedingt, um zum Beispiel den Auszubildenden zu zeigen, wie eine Steuerung mechanisch auf die Rotorblätter umgesetzt wird und funktioniert“, verdeutlichen Neitzert und Habben die rasante technologische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte: „Wenn wir heute einem Auszubildenden in den neuen Cockpits mit der Steuerung ‚fly by wire‘ auf einen Knopf drücken lassen, muss er uns glauben, wie das funktioniert. So hat er es vorher gesehen.“

Probleme, Azubis zu bekommen, hat die Lehrwerkstatt nicht. Auf einen Ausbildungsplatz gibt es bis zu zehn Bewerber. Nur rund 30 Prozent kommen aus der Region, die restlichen 70 aus dem gesamten Bundesgebiet. Und ein Abitur ist dabei nicht nötig. „Ein guter Hauptschulabschluss ist ausreichend, vieles ergibt sich in der Eignungsprüfung“, so Neitzert und Habbe.

Wer die anspruchsvolle Ausbildung schaffe, habe beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt, was die Ausbildungsleiter mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Denn mit der Bezahlung beim Bund ist es schwierig, gegen die freie Wirtschaft zu konkurrieren, die bis zu 1000 Euro höhere Einstiegsgehälter zahlt. "Noch haben wir eine hohe Übernahmequote, auch wenn sie im militärischen Bereich rückläufig ist", stellten Neitzert und Habbe fest. rc

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