Bückeburg

Lehrer fordern sofortige Absetzung Gosemanns

Bückeburg. Kollegen würden von Direktor Heinz-Ulrich Gosemann „schikaniert“, heißt es in dem Brief. Dies betreffe insbesondere diejenigen, die sich von Anfang an „über den autokratischen Führungsstil des Schulleiters zu äußern wagten“. Die Folge seien „systematische Diskreditierungen“ der Arbeit der Betroffenen, Ausschluss von Informationen, persönliche Drohungen gegenüber den Betroffenen oder „Verleumdungen“ bei der Behörde gewesen, die zwar zu Vorladungen und Personalgesprächen, aber nicht zu Maßnahmen geführt hätten, da Personalräte Sanktionen verhindert hätten. Der Stress für die Betroffenen sei dennoch hoch und gehe zulasten der Arbeit, schildern die Verfasser „die gefühlte Lage“ am Adolfinum.

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Engagierte Kollegen seien „kalt gestellt“ worden. Gleichzeitig habe sich der Schulleiter einen „devoten Personenkreis“ in seinem Umfeld geschaffen. „Noch nie hat es an unserer Schule so viele Arbeitsplätze für Kollegen im Verwaltungstrakt gegeben – ihre Loyalität ist dem Schulleiter sicher. Ins Kollegium treibt dieses Vorgehen einen Keil.“

Auch die Arbeit des Schulpersonalrates sei „systematisch und fortdauernd mit Füßen getreten“ worden, seine Arbeit „fortwährend behindert“ worden. Einigen seiner Mitglieder habe die Schulbehörde unter „fadenscheinigen Vorwänden“ Verfahren angedroht. Der gesamte Personalrat sei in die Behörde eingeladen worden. Dort habe man im Gespräch versucht, seine Mitglieder daran zu hindern, weiter gegen den Schulleiter vorzugehen, so die Verfasser weiter.

In der Folge seien jedenfalls Lehrer aufgrund des „vergifteten und bedrohlichen Klimas an der Schule“ erkrankt. Trotz aller Versuche des Kollegiums, des Personalrats und der Eltern, die „Notlage“ in der Schulbehörde und im Ministerium deutlich zu machen und für Abhilfe zu sorgen, sei bis heute nichts erfolgt. Und das, obwohl dem Schulleiter aufgrund „der katastrophalen Lage“ schon im Dezember eine neue Stelle angeboten worden sein soll, um – auch im Interesse von Schulbehörde und Kultusministerium – Ruhe an die Schule zu bringen: „Denn ruhig war es nie.“ Der Schulleiter habe abgelehnt und so „sein Regime“ weitere Monate aufrechterhalten können.

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Die Folgen, wie es die Briefverfasser schildern: „Wer konnte, ließ sich versetzen.“ Wer diese Möglichkeit nicht hat, habe versucht, weiter zu kämpfen oder einfach nur versucht durchzuhalten.

Nun aber sei durch die hergestellte Öffentlichkeit über die „skandalösen Zustände“ eine neue Lage entstanden, die wieder hoffen lasse. Die hergestellte Öffentlichkeit biete Schutz, obwohl das Risiko von Schulbehörde oder Ministerium „aus dem Verkehr gezogen“ zu werden, noch relativ hoch sei.

Auf einer Personalversammlung, die kurz nach der Berichterstattung unserer Zeitung, aber auch nach „der Drohgebärde“ der Behörde, abgehalten worden sei, sei jedenfalls zweierlei deutlich geworden, geben die Briefschreiber ihre Einschätzung wieder. Die Mehrheit der Kollegen möchte endlich wieder ohne Angst arbeiten und sich frei äußern können. Das Lehrerzimmer müsse wieder ein Ort der Kommunikation sein, in dem man sich nicht erst umschaut, wer in der Nähe steht, bevor man sich äußert. Aber: Der Schulleiter habe es durchaus geschafft, Spaltungstendenzen ins Kollegium zu tragen, die das Tagesgeschäft erschweren. „Wir werden daran arbeiten.“

Auf „deutliche Empörung“ sei die Zensurmaßnahme der Schulleitung gegenüber den Schülern gestoßen. „Wir werden die Schüler darin unterstützen, ihre fundamentalen Rechte wahrzunehmen, ohne ihrerseits bedroht zu werden.“ Es würden sicherlich noch weitere Auseinandersetzungen anstehen, insbesondere mit Schulbehörde und Ministerium. Aber für viele gebe es nur noch ein Ziel, schließt der Brief: „Die Absetzung des Schulleiters, und zwar sofort, damit die Schule endlich wieder ihrem öffentlichen Auftrag entsprechend arbeiten und allen Beteiligten auch Spaß machen kann.“

Die in dem Brief geschilderten Zu- und Umstände sind der Redaktion von unterschiedlicher Seite bestätigt worden. rc

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