Bückeburg / Schneeschippen

„Mehr schieben, sonst geht es auf den Rücken“

A man with a shovel removing snow from a roof

Tipps zum Rücken schonenden Schneeschippen hält auch der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover bereit.

Bückeburg. Was man beachten muss, um trotzdem gut durch den Winter zu kommen, das haben wir an dieser Stelle zusammengetragen.

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 Schon der Blick aus dem Fenster hat Stephan Mensching den Rest gegeben. Weiß so weit das Auge reicht. Weiß auf dem Rasen, Weiß auf dem Auto und Weiß auf dem Bürgersteig, der an das Haus angrenzt, in dem der Mittvierziger zur Miete wohnt. „Als ich dann die Verwehung gesehen habe, die meine Garage blockiert, habe ich gleich angefangen zu schieben.“ Er wolle schließlich nicht zu spät losfahren und dann noch einen Unfall riskieren, ergänzt er. Das Frühstück fällt an diesem Morgen also aus, stattdessen wird geschoben, dass sich die Plastikschaufel biegt. Oben geht das wie geschmiert, weiter unten kommt Mensching nur noch zentimeterweise vorwärts. „Da ist der Schnee schon stärker gefroren“, sagt er und stützt sich auf den Stiel des Schiebers.

 So langsam machen sich erste Erschöpfungsanzeichen bemerkbar. Die Brust hebt und senkt sich vernehmbar, auf der Stirn glitzern Schweißperlen. „Ans Schneeschieben konnte ich mich noch nie gewöhnen“, meint Mensching schmunzelnd. Dabei treibe er gerne Sport: „Aber eigentlich ist es für körperliche Betätigung viel zu kalt. Man friert immer wieder und hat nachher einen entsetzlichen Muskelkater.“ Vielleicht wird sich Mensching im nächsten Jahr eine Schneefräse anschaffen. „Das will ich aber erst mit meinem Vermieter abklären. Bis dahin muss ich es eben weiter per Hand schaufeln.“

 Rudi Ebeling aus Petzen gewinnt dem morgendlichen Schneeschippen durchaus positive Aspekte ab. „Da bin ich an der frischen Luft, muss früh aus dem Bett und habe was zu tun“, findet der 74-jährige Rentner. Doch wer ist eigentlich zum Räumen verpflichtet, und wer darf morgens ein wenig länger liegen bleiben? Zuständig für die Räumung der Gehwege ist zunächst einmal die Stadt. Die gibt diese Pflicht aber an die jeweiligen Hauseigentümer ab, die diese wiederum an ihre Mieter übertragen können. In Bückeburg ist jeder Eigentümer eines angrenzenden Grundstücks dazu verpflichtet, den Gehweg auf einer Breite von mindestens 1,50 Metern von Schnee und Eis zu befreien. Wenn kein Gehweg vorhanden ist, muss neben der Fahrbahn ein mindestens 1,50 Meter breiter Streifen freigehalten werden. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass geräumter Schnee so gelagert wird, dass weder der Verkehr auf der Fahrbahn noch auf dem Rad- oder Gehweg behindert wird.

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 Dazu Bauhofleiter Gerhard Nass: „Wir würden uns wünschen, dass der Bürger den Schnee an den Rand des Bürgersteigs schippt. Dann stützt sich das mit dem Schnee, den unsere Fahrzeuge in die Gosse lenken.“ Bisher aber sei der Winterdienst in diesem Jahr sehr gut verlaufen, „es gab nur ganz wenige Beschwerden, wir sind im grünen Bereich“. Aktuell hat der Bauhof sechs Fahrzeuge, vier Fußkolonnen und 28 Mitarbeiter im Einsatz, von denen die Hälfte in Rufbereitschaft ist. Man sei gut gerüstet, verspricht Nass: „Egal, was kommt, wir sind vorbereitet.“

 Gut vorbereitet sind an diesem Morgen auch die Bauhof-Mitarbeiter Roman Bekemeier und Heiko Harting, die am Dr.-Witte-Platz die Passagen begehbar und die Übergänge überquerbar halten. Ihre Waffe ist der Holzschieber, den sie einmal kurz ansetzen und dann mit Karacho durch den verharschten Schnee treiben. „So kommt man bei diesen Verhältnissen am besten voran“, meint Bekemeier. „Dafür braucht man aber viel Kraft, und am Abend hat man lange Arme.“ Überhaupt nehme man am besten einen stabilen Schieber, der auch lang genug ist, dass man damit gerade stehen kann. Und bei nassem Schnee: „Weniger heben, mehr schieben, sonst geht es auf den Rücken.“ Nur ungern erinnern sich Heiko Harting und Roman Bekemeier in diesem Zusammenhang an den Winter vor zwei Jahren. „Damals waren wir rund um die Uhr im Einsatz und mussten auch an den Feiertagen ausrücken. Das hat viel Kraft gekostet.“

 Einige gute Tipps zum Rücken schonenden Schneeschippen hält auch der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover bereit:

 Auf eine leichte und robuste Schneeschaufel achten.

 Wenn die volle Schaufel doch einmal gehoben werden muss, dann in Schrittstellung und mit geradem Oberkörper.

 Wenn der Schnee zur Seite gekippt wird, sollte sich der ganze Körper mitdrehen, nicht nur der Oberkörper.

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 Als Ausgleich empfiehlt der Verband Dehnübungen und Sport.

 Etwas anders sieht das für Herzkranke aus, die, laut einer Pressemitteilung des Deutschen Grünen Kreuzes beachten sollten, dass mit der Kälte das Risiko für Schlaganfall und Infarkte zunimmt. Das bedeutet aber keineswegs, dass sich Herzkranke im Winter nicht draußen bewegen sollten. Stattdessen gilt es, Spitzenbelastungen zu vermeiden und einige Regeln zu beachten.

 So sollten sich Koronarkranke bei Kälte draußen nicht zu sehr anstrengen, vor allem dann nicht, wenn die Temperaturen als eisig empfunden werden.

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