gefrorene Flächen

Nabu warnt vor Tier-Rettungsaktionen auf dünnem Eis

Winteridylle an der Schlossgraft: Die Enten sollen Spaziergänger in Ruhe lassen.Fotos: kk

Winteridylle an der Schlossgraft: Die Enten sollen Spaziergänger in Ruhe lassen.Fotos: kk

Bückeburg. Ja, wer kann denn hier nicht lesen? „Betreben der Eisfläche verboten – Lebensgefahr!“, verkünden doch die Schilder an der Bückeburger Schlossgraft klar und deutlich. Doch die Enten schert das wenig: Sie tummeln sich vergnügt auf dem Eis und den langsam wieder freitauenden Wasserflächen. Doch Spaß beiseite, die Sache hat einen ernsten Hintergrund.

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Erst kürzlich haben Naturschutzbund (Nabu) und Deutche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ausdrücklich vor überstürzten Tier-Rettungsaktionen gewarnt. Die Vögel benötigen auf den Eisflächen nämlich in der Regel keine Hilfe, auch wenn sie einmal längere Zeit bewegungslos dastünden. Lediglich die Retter brächten sich in Lebensgefahr – und müssten nur allzu oft selbst gerettet werden.

Tatsächlich hätten auch Entenvögel und Schwäne kalte Füße – und gerade dies schütze sie im Winter davor, festzufrieren. Die Natur habe sich für die Vögel eigens ein „Wundernetz“ ausgedacht, das Retetibiotarsale. Dieser Bereich fein verzweigter Adern im Bein diene dem Wärmeaustausch, teilen die Experten mit.

Hier gebe das fußwärts fließende Blut Wärme an das körperwärts fließende Blut ab. Dabei seien die Füße gut durchblutet – allerdings mit relativ kaltem Blut –, weshalb kaum Wärme verloren gehe und auch das Eis unter den Füßen nicht wegschmelze.

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Nur kranke und verletzte Tiere seien auf Hilfe angewiesen – und könnten wirklich einmal einfrieren. Doch dann sei professionelle Hilfe von Experten gefragt. Speziell bei Entenvögeln und Schwänen sei es sehr wichtig, die Tiere nicht aufzuscheuchen, damit sie nicht zusätzlich Reserven verbrauchen. Diese benötigten sie, um gut über den Winter zu kommen. Spaziergänger sollten also sich und ihre Hunde entsprechend zurückhalten.

Von Karsten Klaus

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