Luhden

Nein zu Tempo 50 auf B83 im Bereich Luhden

Das geht aus zwei Briefen der Behörde hervor, die dieser Zeitung vorliegen.

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 Luhdens Bürgermeister Thomas Beckmann (CDU), von der Redaktion angesprochen, sagt: „Ich bin enttäuscht.“ Beckmann will für weitere mögliche Schritte aber erst die Reaktion der Fraktion abwarten; die hat sich angesichts der Frische des Schreibens noch nicht beraten können. Kürzer fällt der Kommentar von Landhof-Pächter Dieter Kleen aus: „Frechheit.“

 Der Landkreis bezieht sich in seinem Nein auf das Ergebnis einer Besprechung, die kürzlich mit Luhdens Bürgermeister Thomas Beckmann, Luhdens Gemeindedirektor Andreas Kunde sowie Repräsentanten der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau (Geschäftsbereich Hameln) vor Ort stattgefunden hat. Konkret ging es der CDU in ihrem Antrag von Mitte Juli 2011 darum, dass die Geschwindigkeit von Autos zwischen der Kreuzung B83/L451 und der K 8 durch das Aufstellen von Schildern auf nur noch Tempo 50 gedrosselt wird.

 „Als Entscheidungshilfe“ so der Landkreis, „haben wir die Lärmschutzrichtlinien vom 23. November 2007 sowie die aktuellen Ergebnisse der schalltechnischen Berechnungen der Landesbehörde herangezogen“. Wirft man einen Blick in die Richtlinie, wird deutlich, dass es für das Luhdener Begehren schon im Grundsatz nicht gut aussieht, denn: „Auf Bundesstraßen bündeln sich der weiträumige und der innerörtliche Verkehr und entlastet so die Wohngebiete“, heißt es da. Die Schlussfolgerung: „Einer Geschwindigkeitsbegrenzung steht deren besondere Verkehrsfunktion entgegen.“

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 Kommt im besonderen Luhdener Fall hinzu: Nach besagter Lärmschutzrichtlinie könnte auf der B83 eine Temposenkung nur in Erwägung gezogen werden, wenn „die Grenzwerte objektiv überschritten sind und (!) durch die Maßnahme entweder die Richtwerte unterschritten oder aber – falls das nicht möglich sein sollte – der Beurteilungspegel durch die Maßnahme um mindestens 3 dB (A) gesenkt werden kann“.

 Indes: Laut der vorliegenden Lärmberechnung seien die besagten Werte fast ausschließlich allein im Bereich der direkt an die B83 angrenzenden Grundstücke (nicht aber im Ortskern) überschritten worden – und auch dort nur teilweise. Insofern sei es zwar nachvollziehbar, dass der Verkehrslärm von den Anwohnern als störend empfunden wird. Aber: „Eine Geschwindigkeitsreduzierung von derzeit 100 respektive 70 auf 50 km/h“, so der Landkreis, „würde rechnerisch in keinem Fall zu der geforderten Mindestsenkung führen“.

 In diesem Zusammenhang weist die Behörde darauf hin, dass es sich auf der von den Antragstellern ins Feld geführten B65 im Bereich Obernkirchen sowie im Bereich der Samtgemeinde Nienstädt – wo jeweils Tempo 50 gilt – um innerörtliche Geschwindigkeiten handele; der zur Diskussion stehende Streckenabschnitt der B83 im Bereich Luhden liege dagegen außerhalb der geschlossenen Ortschaft.

 Zur Erinnerung: Neben der Luhdener CDU hatte sich auch Karl-Wilhelm-Seeger, Eigentümer des Landgasthofs Klein Eilsen sowie sein Pächter Kleen für Lärmschutz im Bereich der Kreuzung starkgemacht. Denn nach den Feststellungen der beiden hat sich das Verkehrsaufkommen auf der B 83 vor allem durch mautflüchtige Lkw deutlich erhöht. Erschwerend komme hinzu, dass die Reduzierung von Tempo 100 auf Tempo 70 hinter dem Kreuzungsbereich aufgehoben wird. Bereits dadurch komme es zu einer erhöhten Lärmbelästigung, „da die Fahrzeuge nach Überqueren der Kreuzung voll beschleunigen“. Diese Beschleunigungsgeräusche seien insbesondere bei Lastwagen und Motorrädern „grenzwertig“. Will sagen: auf Dauer kaum zu ertragen. Das sieht Beckmann ebenso. Der Bürgermeister: „Ich finde es unverständlich, dass – wenn schon unserem Wunsch nach Tempo 50 nicht entsprochen wird – im Bereich Luhden dann nicht wenigstens Tempo 70 angeordnet wird.“

 Die Lösung, die Seeger und Kleen vorschwebte, sollte so aussehen:

 Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf der B 83 zwischen Shell-Tankstelle und neuer Kreisstraße 8 in beiden Richtungen auf Tempo 50.

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 Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf der L 551 von der Kreuzung bis zum Ortsschild Bad Eilsen in beiden Richtungen.

 Installieren von ortsfesten „Blitzern“ auf der B 83 zwischen Shell-Tankstelle und der neuen Kreisstraße 8 in beiden Richtungen.

 Sauberes Einpassen der Kanalschächte im Kreuzungsbereich.

 Doch auch mit den festen Blitzern wird es nichts. So schreibt der Landkreis: „Die von Ihnen angeregte Installierung von kommunalen Verkehrsüberwachungsanlagen (KVÜ) wird ausschließlich an Unfallschwerpunkten durchgeführt. Der von Ihnen angesprochene Bereich fällt nicht unter dieses Kriterium.“ Immerhin: Die Polizei, so der Landkreis weiter, sei gebeten worden, „im Rahmen ihrer Möglichkeiten Geschwindigkeitsüberwachungen durchzuführen“. Tatsächlich: „Die Beamten waren bereits bei mir, haben angefragt, ob sie sich mit einem Blitzgerät auf das Hotel-/Restaurant-Grundstück stellen dürfen“, berichtet Kleen. Der Gastronom: „Klar dürfen Sie das, habe ich ihnen gesagt.“

 Kommt hinzu: Straßenwärtermeister Ulrich Lösch (Rinteln) habe zugesagt, einen der vier klappernden Gullideckel, der in den Zuständigkeitsbereich seiner Straßenmeisterei fällt, richten zu lassen. Die anderen drei sind Regen- respektive Schmutzwassereinläufe; auch sie sollen in Kürze gerichtet werden. Damit wird zumindest diese Lärmquelle auf der B83 versiegen.

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