Röcke / „Weinlager Barkhausen“

Vom Hökerhandel zum Niedersachsen-Sieger

Sabine Werner (von links), Mitarbeiterin Elke Strunk, Ewald Werner, Andreas Barkhausen und Susanne Schmalohr freuen sich über die Auszeichnung „Niedersachsen-Sieger“.

Sabine Werner (von links), Mitarbeiterin Elke Strunk, Ewald Werner, Andreas Barkhausen und Susanne Schmalohr freuen sich über die Auszeichnung „Niedersachsen-Sieger“.

Röcke. Heute steht die Anschrift in einer Reihe mit der Bismarckstraße 12 (Westerland auf Sylt), der Stolberger Straße 92 (Köln), der Theodorstraße 42 (Hamburg) und der Darmstädter Landstraße 92 (Frankfurt). Hintergrund der außergewöhnlichen Prominenz ist eine Erhebung der Fachzeitschrift „Der Feinschmecker“, aus der das nach wie vor im Bückeburger Ortsteil angesiedelte und jetzt unter der Firmenbezeichnung „Weinlager Barkhausen“ agierende Unternehmen als niedersächsischer Landessieger hervorgegangen ist.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

 Wie in Westerland das Weinhaus Schachner (Sieger Schleswig-Holstein), in Köln der Kölner Weinkeller (Sieger Nordrhein-Westfalen), in Hamburg der Mövenpick Weinkeller (Sieger Hamburg) und in Frankfurt Maison Lanz (Sieger Hessen) setzten sich die Röcker „Hökerhändler“ gegen namhafte Konkurrenz durch. Die Mitarbeiter der im Hamburger Jahreszeiten-Verlag erscheinenden Publikation nahmen insgesamt mehr als 2000 Weingeschäfte unter die Lupe. Die 600 besten Adressen werden in einer Sonderveröffentlichung detailliert vorgestellt. Von den niedersächsischen Mitbewerbern des Landessiegers schafften es 56 in das Heft „Weinläden in Deutschland“.

 „Die renommierte Weinhandlung zwischen Bückeburg und Minden ist bekannt für ihre exklusive Bordeaux-Auswahl. Erst kürzlich wurde das Angebot an Spitzengewächsen aus dem südfranzösischen Roussillon von fünf auf 40 Weine aufgestockt“, halten die Autoren unter anderem fest. Der weitaus größere Teil der rund 800 angebotenen Weine sei jedoch preiswerter Alltagswein aus der ganzen Welt, der ausschließlich direkt importiert werde. „Wir probieren und vergleichen täglich und kaufen nichts, von dem wir nicht restlos überzeugt sind“, betonen Susanne Schmalohr, Sabine Werner und Andreas Barkhausen, die im Haus Röcker Straße 5 für die Führung der Geschäfte verantwortlich zeichnen.

 Den Geschwistern ist die Liebe zum Wein praktisch in die Wiege gelegt worden. Sie betrachten ihre Arbeit nicht als notwendigen Job, sondern sind mit Liebe und Leidenschaft bei der Sache. Als Orientierung gilt seit jeher das Familienmotto „Leben und leben lassen“. „Was haben wir von einem Kunden, der mit dem Gefühl aus dem Geschäft geht, dass er mehr ausgegeben hat, als ihm lieb ist, oder dass er etwas gekauft hat, das ihm keine Freude bereitet?“, lautet eine rhetorische Frage des Trios. Um die Kosten im Rahmen und die Preise auf niedrigem Niveau zu halten, werden alle Weine direkt ab Weingut gekauft. Importe aus dem Ausland erfolgen ebenfalls ohne Zwischenhandel. „Und zwar in Mengen, welche die Frachtkosten zur Nebensache geraten lassen.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

 Seinen frühen Aufschwung verdankt das Familienunternehmen zu einer beträchtlichen Portion Dieter Barkhausen. Der Vater der gegenwärtigen Inhaber verhalf der Firma seit Mitte der achtziger Jahre zu einem qualitativ hochwertigen Fundament. Zudem wurden im Laufe der Jahrzehnte die Geschäftsräume ständig erweitert. Mittlerweile gehört ein großes unterirdisches Lager zum Bestand, in dem mehr als 50000 Flaschen Wein unter idealen klimatischen Bedingungen Platz finden. Und eine Verkaufsfläche, auf deren 500 Quadratmetern außer Rebensaft auch noch allerlei Feinkost und hochwertige Spirituosen auf die Kundschaft warten.

 Um dieser mit noch mehr Kompetenz begegnen zu können, absolvierte Andreas Barkhausen in diesem Frühjahr eine Sommelierausbildung. Zum täglichen „Stoff“ des mehrmonatigen Studiums zählte außer theoretischen Belangen auch ein umfangreicher sensorischer Teil. „In einer Verkostung galt es, unter verschiedenen Gewächsen mit leichter Honig-Note die einzelnen Honigsorten zu differenzieren. So musste man herausfinden, welcher Wein eher nach Akazienhonig und welcher eher nach Waldhonig schmeckte“, berichtet Barkhausen.

 Trotz des mitunter recht umfangreichen Arbeitspensums hat ihm die Ausbildung großen Spaß bereitet. Jetzt freut er sich über alle Gelegenheiten, bei denen er das erworbene Wissen anwenden kann. Und die ergeben sich beinahe täglich, sei es beim Einkauf oder beim Verkauf, um den Kunden exakt den Wein zu empfehlen, den sie suchen. Überdies befördert ein eigener Sommelier das Renommee eines niedersächsischen Landessiegers beträchtlich.

Mehr aus Bückeburg

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken