Bückeburg / Ehrenamt

„Wir brauchen dringend noch mehr Omas“

Seitens junger Familien gibt es eine große Nachfrage nach rüstigen Senioren wie Irmhild Deerberg, die sich als Leihgroßeltern engagieren möchten. © wk

Seitens junger Familien gibt es eine große Nachfrage nach rüstigen Senioren wie Irmhild Deerberg, die sich als Leihgroßeltern engagieren möchten. © wk

Bückeburg (mw). Eineinhalb Jahre ist es her, dass die Seniorenbegegnungsstätte und das Familienbüro der Stadt Bückeburg einen entsprechenden Vermittlungsservice ins Leben gerufen haben. Die Nachfrage junger Familien nach diesem Angebot ist groß, nur an Leihgroßeltern mangelt es.

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„Ad hoc bräuchten wir dringend noch mehr Omas“, bestätigt Heike Sareyka, die Leiterin der Begegnungsstätte. Zurzeit seien nämlich nur drei Seniorinnen im Einsatz. Immerhin, denn bei den männlichen Pendants sieht es völlig mau aus: „Zur Zeit haben wir leider keinen Opa in der Vermittlung“, bedauert die Diplom-Sozialpädagogin.

Dabei wäre gerade für Kinder – und hier insbesondere für Jungen – alleinerziehender Mütter ohne zur Verfügung stehende leibliche Großeltern der regelmäßige Kontakt zu einem, wenn auch nur geliehenen, Großvater enorm wichtig, da dieser ganz andere Dinge mit seinem „Enkel auf Zeit“ unternehmen könne, als es eine Leihoma tun würde. Heimwerken beispielsweise oder dem Jungen aber auch einfach nur ein männliches Rollenvorbild sein.

Das ehrenamtliche Engagement der reifen Generation will Sareyka allerdings nicht einseitig verstanden wissen. „Es geht ja auch um das Miteinander von jungen Familien und alten Menschen“, erklärt sie. Die Leihgroßeltern würden dabei unter anderem davon profitieren, dass ihnen die betreuten Kinder „viel Lebensfreude und -energie“ vermitteln. Ideal wäre es freilich, wenn die Senioren mit der Zeit auch ein Stück weit in die Familien einbezogen werden, indem sie etwa auch zu Geburtstagen und anderen Festtagen sowie an manchen Wochenenden eingeladen werden, was im Übrigen auch deren Kontakt zu den Kindern festige. Grundvoraussetzung sei allerdings stets, dass die Chemie zwischen den Parteien stimmt.

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„Und man muss wirklich Spaß daran haben“, ergänzt Irmhild Deerberg (72), die sich in den vergangenen drei Jahren regelmäßig als Leihoma für die Tochter einer Bückeburger Familie engagiert hat. Da die bislang weiter weg lebende leibliche Großmutter des Mädchens mittlerweile zugezogen ist und sich seitdem um das Kind kümmert, habe sich der Bedarf dieser Familie an einer Leihoma zwar erledigt, trotzdem stehe man immer noch in Kontakt.

Angesichts dieser positiven Erfahrungen kann Deerberg anderen älteren Menschen daher guten Gewissens empfehlen, sich mit dem Gedanken, Leihoma oder -opa zu werden, einfach mal auseinanderzusetzen: „Das ist so eine tolle Aufgabe“, betont die rüstige Rentnerin.

„Leider gibt es bei vielen Senioren eine kleine Hemmschwelle, weil sie nicht genau wissen, was auf sie zukommt“, sagt Margarete Kohlmann vom Familienbüro der Stadt Bückeburg.

Am besten sei es daher, sich unverbindlich bei ihr oder Sareyka zu informieren und das Ganze bei grundsätzlichem Gefallen danach einfach mal auszuprobieren. „Man muss sich ja sowieso erst mal langsam annähern.“

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