Bückeburg / Benita zu Schaumburg-Lippe

Zurückhaltend und zielstrebig

Benita zu Schaumburg-Lippe ist in der Nacht zu Mittwoch auf Schloss Bückeburg gestorben.tol

Benita zu Schaumburg-Lippe ist in der Nacht zu Mittwoch auf Schloss Bückeburg gestorben.

Von Raimund Cremers

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Bückeburg. Auf dem Schlossturm weht die Fahne des Adelshauses auf Halbmast. Benita zu Schaumburg-Lippe wurde 85 Jahre alt.

 In den vergangenen Jahren war Benita nur noch sehr selten in der Öffentlichkeit aufgetreten. Sie litt an den Folgen eines Verkehrsunfalls, bei dem sie Ende Februar 2007 schwer verletzt worden war. Und von dessen Folgen sie sich nicht mehr richtig erholte. Im gleichen Jahr heiratete Alexander seine Nadja, am 18. November 2007 feierte Benita ihren 80. Geburtstag. Beide großen Feiern überstand die Seniorin mit sichtlicher Anstrengung, aber mit bewundernswerter Selbstdisziplin. In den vergangenen Jahren war sie auf Hilfe angewiesen, musste mehrfach im Krankenhaus behandelt werden.

 Klein feiern und kein Aufheben von der eigenen Person machen – das war das, was eher zum Naturell der Adeligen passte. Sie war keine Freundin „großen Tamtams“, jedenfalls nicht in eigener Sache. Was aber nicht heißt, dass sie „den großen Auftritt“ scheute. Sie war die Protokollchefin im Schloss. Wenn gefeiert wurde, dann – bitte schön – mit Niveau: Deutlich wurde dies bei den Hochzeiten ihres Sohnes Alexander, bei denen sie im Hintergrund Fäden zog.

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 Hier zeigten sich weitere Eigenschaften von Benita zu Schaumburg-Lippe. Sie wusste, was sie wollte. Und wenn es darauf ankam, setzte sie ihre Vorstellungen auch durch, nahm hinter den Kulissen auf Entscheidungen und Abläufe Einfluss. Immer verbindlich, immer freundlich – und mit aller Energie. Nach dem Tod ihres Mannes Philipp-Ernst, im Jahr 2003, als Alexander Chef des Hauses Schaumburg-Lippe wurde, hatte sie sich bereits weitgehend aus dem „Tagesgeschäft“ zurückgezogen.

 Den Bückeburgern war sie – vor ihrem Unfall – eine präsente Persönlichkeit im Stadtbild. Beim Einkaufen mit ihr zu sprechen, war selbstverständlich; sie im Harrl zu treffen, wenn sie mit dem Hund unterwegs war, ebenso. Berührungsängste? Keine. Bemerkbar war dies auch in ihrem sozialen Engagement. Viele Jahre gehörte sie dem Vorstand des Evangelischen Altenheims an, ein Nebenhaus trägt ihren Namen. Sie war Schirmherrin des Deutschen Roten Kreuzes Bückeburg, auch dem Kuratorium des Stadthäger Josua-Stegmann-Heims gehörte sie an.

 Geboren wurde sie als Eva-Benita Viktoria Maria Freiin von Tiele-Winckler in Vollrathsruh im Kreis Waren am 18. November 1927. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges schlug sie sich auf Geheiß ihrer Eltern in den Westen durch. Später studierte sie Biologie, finanzierte das Studium aus eigener Kraft. Am Ende stand ein Doktortitel mit der Auszeichnung „summa cum laude“. Am 3. Oktober 1955 heiratete sie in Bückeburg Philipp-Ernst zu Schaumburg-Lippe. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor: Georg-Wilhelm, der 1983 bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Steinbergen tödlich verunglückte, und Alexander, heute Chef des Hauses. Sie hinterlässt außerdem drei Enkelkinder.

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