Zum Leserbief von Günter Wilkening am 15. Dezember.

Dem Thema nicht gerecht geworden

Stadthagen. ,,Hochdotierte Willkommenskulturistin“, „von einem Gipfel zum anderen schwebende Europamanagerin“ – mit diesen Wortfindungen versucht der Verfasser in AfD-Vokabular die Bundeskanzlerin zu denunzieren und ihre Arbeit für Deutschland abzuwerten. Frau Merkel genießt weltweit hohes Ansehen; nur in Deutschland üben wir uns in Nestverschmutzung.

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Zum Materiellen: Jeder Bundesrichter verdient ähnlich viel oder mehr als die Bundeskanzlerin, nämlich etwa 26.000 Euro zu versteuerndes Bruttoeinkommen monatlich. Richter beim Bundesfinanzhof verdienen 28.200 Euro, finden aber noch Zeit für die Erwirtschaftung hochdotierter Nebeneinkünfte. Bundesligafußballspieler stehen für solche Beträge ihren Vereinen allenfalls zwei Tage zur Verfügung. Welcher Zusammenhang zwischen dem Salär der Bundeskanzlerin und der Staatsverschuldung bestehen soll, erschließt sich mir nicht. Genauso gut könnte man ein richterliches Jahreseinkommen ins Verhältnis zur Staatsverschuldung setzen, denn auch diese werden vom Staat bezahlt.

In derselben Ausgabe dieser Zeitung kann man auf Seite 4 lesen: ,,Migranten sind Stütze der Wirtschaft“ und „Von mehr als einer Millionen Menschen, die vor allem seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, haben heute bald 400.000 einen Ausbildungs-oder Arbeitsplatz“, so der Deutsche Arbeitgeberverband. Angela Merkel habe mit ihrem Satz „Wir schaffen das!“ richtig gelegen.

289.000 Menschen aus den Fluchtländern sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen. Hinzugerechnet werden können die Familienangehörigen, die noch nicht arbeitsfähig sind. Der Leserbriefverfasser Wilkening dagegen sieht steigende Arbeitslosigkeit, Armut und Obdachlosigkeit als Hypothek der Flüchtlingshilfe.

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Die demografische Lücke ist die eigentliche Gefahr für die Sozialsysteme in Deutschland. Diese ist nur durch Zuwanderung abzuwenden. Die besten Köpfe aus unterentwickelten Drittländern abzuwerben, ist sicherlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Was wäre passiert, wenn die Grenzen 2015 für flüchtende Menschen aus Afghanistan, dem Irak und Syrien geschlossen geblieben wären und nicht nur die circa 80 in einem Viehtransporter eingesperrt gewesenen Flüchtlinge elendig erstickt wären, sondern sehr viele mehr, weil diesen die Zuflucht verwehrt wurde? Ganz zu schweigen von den bei der Flucht Ertrunkenen. Wahrscheinlich würden sich Kläger und Richter finden, die nach Verantwortlichen für unterlassene Hilfestellung hätte vorgeworfen werden können.

Zum Schluss: Für die Sicherheit des G20-Gipfels in Hamburg war der Stadtstaat Hamburg verantwortlich. Nicht umsonst hat Bürgermeister Scholz die Frage nach der Sicherheit mit dem Hinweis beantwortet, dass auch das Hafenfest konfliktfrei gestaltet worden sei.

Karl-Heinz Strebost

Stadthagen

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