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Zur Berichterstattung über die Umwandlung der Fürst-Ernst-Fahrrad-Straße in Bückeburg

Drangsalierung anderer Verkehrsteilnehmer

Meistens liegt sie ruhig da, nur morgens Schüler, zu Fuß, auf dem Rad, im Elterntaxi.

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Gelegentlich ein lauter Lümmel, eine missachtete Vorfahrt köpft einen Torpfosten, eine nicht gezogene Handbremse ruiniert einen Gartenzaun. Schlimmeres ist in den letzten Jahrzehnten nicht passiert. Wir leben in einem friedlichen Viertel.

Nun soll diese Straße eine Fahrradstraße werden. Klingt gut – der Autoverkehr, genauer der Individualverkehr ist ein Problem. Das Fahrrad kann eine Alternative sein.

Aber die Fürst-Ernst-Straße ist eine der wichtigen Zufahrten zur Innenstadt, sie führt direkt auf den Kirchparkplatz. Diesen Zuweg zu verschließen, würde an anderer Stelle große Probleme verursachen: Der Verkehr würde an der Kindertagesstätte Bergdorfer Straße erheblich zunehmen – ein sehr gefährlicher Ort, in einer Kurve gelegen. Was ist mit den Staus an der Einmündung der Bergdorfer in die Hannoversche Straße? Die Stadt Bückeburg ist bekanntermaßen Autofahrer-unfreundlich, ich nenne nur die überhohen Bordsteine der Verkehrsinseln und die Vernichtung von Parkplätzen in den Wohngebieten.

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Dieses Fahrradstraßen-Projekt wird beworben mit „einer hohen Priorität beim Handlungsbedarf auf Radverkehrsachsen mit Bündelungsfunktion“ (Grünen). Eine technokratisch verbrämte, ideologische Argumentation unter Missachtung der Lebenswirklichkeit der Bückeburger Bürger, besonders aus den Ortsteilen, die aktuell schlicht auf Kraftfahrzeuge angewiesen sind.

Der Leserbrief von Herrn Schierhorn erwähnt „Critical Mass“ als Wegbereiter einer neuen Mobilität. Wie Behinderung und Drangsalierung anderer Verkehrsteilnehmer zu einer Zunahme von Akzeptanz und Wertschätzung führen können, erschließt sich mir nicht.

Die Fahrradstraße Fürst-Ernst-Straße wäre ein staatlicher, verbietender und einengender Eingriff in den Lebensvollzug der Bürger – ohne die Abwendung einer Not wohlgemerkt. Besonders alarmierend finde ich, dass Menschen, die Bürgerrechte und Friedfertigkeit auf ihre Fahnen geschrieben haben, nicht erkennen, dass ein Gemeinwesen nicht mit Verboten gestaltet werden kann.

Wenn dieser Antrag im Stadtrat wirklich so gemeint ist, ist er nicht übergriffig?

Ulrich Mohr, Bückeburg

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