Zweiter Bauabschnitt

Christuskirche wird saniert

Die Bad Eilsener Christuskirche ist eingerüstet. Die Fugen des Kirchenschiffs werden erneuert.

Die Bad Eilsener Christuskirche ist eingerüstet. Die Fugen des Kirchenschiffs werden erneuert.

Bad Eilsen. Und wenn Pastor Hendrik Blank gerade in der Nähe ist, muss er immer wieder Fragen wie diese beantworten.

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In den 59 Jahren seit ihrer Erbauung im Jahr 1959 hat nämlich der Zahn der Zeit ziemlich an dem Gotteshaus genagt. Gelitten haben insbesondere die Fugen zwischen den Sandsteinquadern, aus denen die Kirche gebaut worden ist, sowie die Bleieinfassungen der Fenster.

Im vergangenen Jahr war bereits der Turm saniert worden. Eine Spezialfirma hatte die alten Fugen zwei Zentimeter tief ausgestemmt, dann die Sandsteine schonend gereinigt, anschließend neu verfugt. In diesem Jahr erfolgt nun der zweite Bauabschnitt. Vor Ort informierten jetzt Blank und Armin Blümel vom Bauausschuss des Kirchengemeinderates über die anstehenden Arbeiten.

Mit Miniatur-Presslufthammer

Diese ähneln denen des vergangenen Jahres, im Mittelpunkt steht nämlich die Fugensanierung. Eine Spezialfirma hat bereits damit begonnen, diese auszustemmen und den alten Mörtel zwei Zentimeter tief zu entfernen. Dazu wird ein "Miniatur-Presslufthammer" verwendet, der über einen Kompressor betrieben wird. Deshalb lassen sich Lärm- und Staubbelästigungen nicht ganz vermeiden.

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An einem noch nicht abgestemmten Stück Mauerwerk zeigen Blümel und Blank, warum dies nötig ist: Die alten Fugen weisen mehr oder weniger feine Risse auf, stellenweise ist bereits Mörtel abgeplatzt. So kann Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen und langfristig noch größere (und teurere) Schäden verursachen.

In einem zweiten Arbeitsgang wird die Sandsteinfassade gesäubert. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Arbeitet man nämlich mit zu hohem Wasserdruck, nimmt das Material Schaden. Wie Blümel erläuterte, hat die Kirchengemeinde ganz bewusst auf eine Reinigung mit chemischen Zusatzstoffen verzichtet – aus Umweltgründen. Mit Chemie wären die Steine zwar „wie neu“ geworden, doch etwas natürliche Patina stehe einem Bauwerk wie einer Kirche doch durchaus gut. Und nach einigen Jahren wäre die Aufhellung sowieso wieder verschwunden gewesen.

Nordseite in gutem Zustand

Nach der Reinigung machen sich die Fachkräfte an die Neuverfugung. Das zu erwartende Ergebnis kann man bereits am Turm begutachten, der im vorigen Jahr saniert worden ist.

Drei Seiten des Kirchenschiffs (die Nordseite ist noch in gutem Zustand) wurden für die Arbeiten eingerüstet. Das war mit einem erheblichen Aufwand verbunden, da zum Beispiel am Laubengang zur Friedrichstraße hin „um die Ecke“ gebaut werden musste. Zuvor hatten die „Kirchengärtner“ Platz fürs Gerüst geschafft. Stauden wurden ausgebuddelt und zum Teil in den eigenen Gärten zwischengelagert.

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Da das Gerüst einmal steht, sollen gleich weitere Arbeiten erledigt werden. Die Bleiglasfenster im Kirchenschiff werden neu verkittet, auch hier kann Feuchtigkeit eindringen. Damit wurde eine Spezialfirma beauftragt, das kann nicht jeder Glaser erledigen. Außerdem sind nach 59 Jahren neue Dachrinnen fällig.

Landeskirche übernimmt Löwenanteil

Alleine hätte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde das Sanierungsprojekt, auf das sie seit Jahren hinarbeitet, nicht stemmen können. Deshalb ist auch die Schaumburg-Lippische Landeskirche mit im Boot, die den Löwenanteil der Kosten übernimmt – 80 Prozent, um genau zu sein. Die Gesamtkosten für das Eilsener Projekt (beide Bauabschnitte) sind, so Knut Prange, Leiter der Bauabteilung der Landeskirche, auf 140.000 Euro veranschlagt. Er ist jedoch zuversichtlich, dass der Kostenrahmen nicht ganz ausgeschöpft werden muss.

Für die Landeskirche geht es bei allen Bauvorhaben um die Substanzerhaltung ihrer Gebäude. Die Kirchengemeinden wenden sich bei Problemen an die Bauabteilung. Da jedoch nicht alle Wünsche gleichzeitig erfüllt werden können, wird eine Prioritätenliste geführt: dringende Erhaltungsmaßnahmen haben Vorrang.

Ende August sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann wird sich die Christuskirche wieder im Sonntagsgewand präsentieren – rechtzeitig zm 60. Geburtstag 2019.

Von Karsten Klaus

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