Bad Eilsen

Fröhlich paddeln die Babys den Mamas davon

Bad Eilsen. Tatsächlich machen sich einige der Kleinen schon nach wenigen Besuchen im Hallenbad in der Residenz am Harrl einen Spaß daraus, ihren Müttern davonzupaddeln – lange bevor sie "an Land" die ersten Schritte wagen. Natürlich unter den wachsamen Blicken der Betreuer und über Wasser gehalten von gelben Spezialschwimmflügeln mit Namen Kaulquappe. Und an genau diese erinnern die Babys auch ein wenig, wenn man beobachtet, mit welcher Geschicklichkeit und welchem Spaß sie durchs Wasser tollen.
Bis 2001 absolvierten Reha-Patienten in dem 100 000-Liter Becken ihre Therapieübungen. Dann bezogen Senioren die Residenz, und das Hallenbad im Untergeschoss wurde stillgelegt. Jetzt hat es Marcus Reineke von Residenz-Betreiberin Ingemarie Bock angemietet und auf eigene Rechnung saniert. So kam seine Schwimmschule zum eigenen Hallenbad – alles andere als die Regel. Der Stolz darüber ist dem vierzigjährigen Schwimmlehrer und Trainer anzumerken, wenn er über diesen bedeutenden Schritt berichtet. "Es ist viel schöner, selber Gastgeber zu sein, als in anderen Bäder zu Gast zu sein," sagt er. In öffentlichen Bädern in Bückeburg, Obernkirchen und Rinteln hatte Reineke seine Kurse vom Baby- und Kleinkinderschwimmen über das Anfängerschwimmen und Kraulen bis zur Aqua-Fitness bisher angeboten. Nun soll es Seminare vorrangig im eigenen Bad, im Sommer aber auch noch in Obernkirchen geben.
Unterstützt wird Marcus Reineke von drei Mitarbeiterinnen: seiner Mutter Elisabeth ("Elli"), Nina Werner und Sabine Back. Reinekes sind in hiesigen Schwimmerkreisen längst Legende: Für die Schwimm- und Sportfreunde Obernkirchen bringen sie immer noch Titel von nationalen und internationalen Schwimmwettkämpfen mit nach Hause. Kein Wunder, wenn man wie Marcus mit zwei Jahren das Schwimmen gelernt hat und mit viereinhalb den ersten Wettkampf bestritt.
Doch was ist eigentlich am Schwimmen so toll? Reineke lacht, muss aber nicht lange überlegen: "Im Wasser ist man allein mit sich und seinen Gedanken, fühlt sich schwerelos, kann im wahrsten Sinne des Wortes auch abtauchen und den Alltag hinter sich lassen!" Man merkt ihm an, mit welcher Freude er bei Sache ist, welchen Spaß es ihm macht, dieses Lebensgefühl weiterzugeben. Kein Wunder eigentlich, das so ein Enthusiast das Schwimmen auch zu seinem Beruf gemacht hat.
Das schon beschriebene Gefühl der Schwerelosigkeit, verursacht durch den Auftrieb des Wassers, hat durchaus auch therapeutische Aspekte. Zum Beispiel werden die Gelenke nicht so beansprucht wie auf dem Trockenen. "Im Wasser wagen auch alte Damen und Herren Sprünge, zu denen sie außerhalb des Beckens nicht in der Lage wären," weiß der ausgebildete "Aqua-Fitness-Instructor". Aber es müssen ja nicht gleich Höhensprünge sein: Wassergymnastik verbessert auch mit einfachen Übungen und Hilfsmitteln wie schwimmfähigen Kunststoffrollen oder -brettern Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer – kurzum ist unter fachlicher Anleitung gesund. Und macht eine Menge Spaß, wenn vom Beckenrand fetzige Musik den Rhythmus vorgibt oder jetzt in der Adventszeit auch mal flotte Weihnachts-Songs mitgesungen werden.
Babyschwimmen (ab zehn Wochen) und Wassergewöhnung (ein bis vier Jahre) sind die ersten Bausteine im Kurskonzept. In ihren ersten Lebensmonaten haben Babys einen sogenannten Tauchreflex, sie schließen automatisch unter Wasser den Mund und atmen nicht ein. Voraussetzung für erstes Herumtollen mit Mama oder Papa im Wasser. Das hat positive Auswirkungen unter anderem auf Herz, Kreislauf und Nervensystem, auf den Bewegungs- und Stützapparat. Und es nimmt die Angst vorm Wasser und vermittelt Selbstvertrauen. Alles Faktoren, die auch Britta Michelewitz aus Krankenhagen zu schätzen weiß, die regelmäßig mit Sohn Pascal (1) nach Eilsen kommt: "Das bekommt ihm gut und macht uns viel Spaß", berichtet die junge Mutter.
In einigen Jahren könnte Pascal dann bei Marcus Reineke auch "richtig" schwimmen, springen und tauchen lernen. Dann ist beim Frühschwimmerabzeichen "Seepferdchen" lange nicht Schluss. Das vermittelt nämlich eher eine trügerische Sicherheit: Denn Respekt vorm Wasser sollte jeder haben – aber keine Angst. Und das kann man lernen – auch schon mit Schnuller im Mund.
Nähere Informationen gibt es in der Schwimmschule Marcus Reineke unter Telefon (0 57 22) 28 99 91 und im Internet unter schwimmschule-reineke.de. kk

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