Jubiläum

Verein Gefährdetenhilfe wird 30

In der Arbeit und im Glauben fest verbunden: Viktor Töws,WG-Leiter der Gefährdetenhilfe (von links), Viktor Brakowski, Gründer der Gefährdetenhilfe Bad Eilsen, und Eduard Henschel, WG-Leiter und Leiter des Zweckbetriebes Service GmbH.

In der Arbeit und im Glauben fest verbunden: Viktor Töws,WG-Leiter der Gefährdetenhilfe (von links), Viktor Brakowski, Gründer der Gefährdetenhilfe Bad Eilsen, und Eduard Henschel, WG-Leiter und Leiter des Zweckbetriebes Service GmbH.

Bad Eilsen. Zahlreiche Weggefährten und Neugierige nahmen die Gelegenheit wahr, sich alle Räumlichkeiten der Ahrensburger Straße 9 bis 9c anzuschauen, das weiträumige Gelände zu entdecken, sich bei Kaffee und Kuchen mit den Bewohnern und Mitarbeitern auszutauschen sowie die Gemeinschaft zu feiern.

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Bereits als 17-Jähriger hatte Viktor Brakowski ersten Kontakt mit Sträflingen in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld. Dort veranstaltete er mit Angehörigen des Jugendkreises Bielefeld zwei- bis dreimal im Jahr Gottesdienste. Häufig wurden dort die Fragen gestellt: „Wie kann denn Gott mir helfen? Wo kann ich schon hin? Wer nimmt mich denn noch?“ Daraufhin überlegte das Leitungsteam des Jugendkreises, wie es helfen könne.

Bei Recherchen stieß man auf die Gefährdetenhilfe Scheidefeld bei Remscheid. Das dortige Lebenskonzept, sich motiviert durch die Liebe Gottes für Menschen, die durch Sucht und Kriminalität in soziale Notlagen geraten sind, zu engagieren, hat die Gruppe begeistert. Nach ausführlichem Austausch mit der Gefährdetenhilfe Scheidefeld und einem „Lehrjahr“ an diesem Standort gründeten Brakowski und seine Mitstreiter ihren eigenen Verein. Allein die Suche nach einem Grundstück führte die Gefährdetenhilfe nach Bad Eilsen. Dort sollte das Konzept, in Wohngemeinschaften mit „normalen“ Familien zu leben, gemeinsam zu arbeiten, aber auch durch den Glauben Kraft für eine neue Zukunft zu finden, Realität werden.

„In Bad Eilsen gab es von Beginn an keine Probleme“, so Brakowski. „Wir gaben uns Mühe, positiv aufzufallen, haben in der Kommune unsere Hilfe angeboten – und dann haben uns die Menschen ja durch unsere Arbeiten in den eigenen Gärten kennengelernt“, so Brakowski weiter.

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Seither hat sich der gemeinnützige Verein durch unzählige Arbeitseinsätze im Gartenbau in und um Bad Eilsen zu einem festen Bestandteil der Samtgemeinde entwickelt. Der Zweckbetrieb, die Arbeiter und ihre Fahrzeuge sind ein vertrauter Anblick geworden. Die weitere soziale Hilfe, die die Mitarbeiter der GfH in Gesprächen, bei den Mahlzeiten, in Gruppentreffen oder im Gebet leisten, geschieht für Fremde ungesehen im Hintergrund. Zurzeit gibt es zwei Wohngemeinschaften auf dem Grundstück der GfH, eine im Haus der Familie Töws und eine im Haus der Familie Henschel. So lassen sich leichter Beziehungen aufbauen. Aber funktionieren kann die Gemeinschaft nur, wenn sich alle Bewohner an die Ordnung halten.

Auf die Frage an Brakowski, wie er sich an so einem besonderen Tag fühle, antwortete der 56-Jährige: „Ich bin sehr dankbar. Mein Lob und Dank gilt dem gesamten Team, das über die Jahre an unsere Arbeit geglaubt und deren Erfolg erst möglich gemacht hat.“

Für die Zukunft wünscht Brakowski sich, dass die Arbeit weiter Früchte trägt. Sein Appell an die Gesellschaft ist, „ein offenes Auge auch für diejenigen zu haben, die am Rande der Gesellschaft leben“. Wahrzunehmen, wenn Mitmenschen oder Nachbarn sich einsam fühlten. „Denn die Sucht entsteht oft aus der Einsamkeit heraus, manchmal gepaart mit Schicksalsschlägen unterschiedlicher Art.“ hil

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