Zustimmung an Bedingung geknüpft

Wasserverband will weiteres Becken bauen

„Da die technischen Abläufe in der Kläranlage Auetal in den vergangenen Jahren verbessert worden sind, fällt dort heute mehr Klärschlamm an als früher“, sagt Werner Volker (links). Mit auf dem Bild: Andreas Gerber, der Technische Leiter des Wasserverbandes (Mitte), und Patrick Schulz, Fachkraft für Abwassertechnik.

„Da die technischen Abläufe in der Kläranlage Auetal in den vergangenen Jahren verbessert worden sind, fällt dort heute mehr Klärschlamm an als früher“, sagt Werner Volker (links). Mit auf dem Bild: Andreas Gerber, der Technische Leiter des Wasserverbandes (Mitte), und Patrick Schulz, Fachkraft für Abwassertechnik.

Buchholz. Zudem soll eine sogenannte „Nachlagerfläche“ angelegt werden, auf der die – in gewissen Zeitabständen aus den Schilfbecken zu baggernde – Klärschlammerde so lange zwischengelagert werden kann, bis dafür ein Abnehmer gefunden ist. Ausgeguckt hat sich der Wasserverband für diese beiden Bauvorhaben eine an das Kläranlagengelände angrenzende, aber auf Buchholzer Gemeindegebiet liegende Ackerfläche.

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Im Rahmen des beim Landkreis Schaumburg laufenden Genehmigungsverfahrens ist die Gemeinde Buchholz daher befragt worden, ob diese Einwände gegen den Bau des Vererdungsbeckens und der Nachlagerfläche hat. Während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates berichtete Bürgermeister Hartmut Krause hierzu, dass die Gemeindeverwaltung dem Bauantrag des Wasserverbandes unter der Einschränkung zugestimmt habe, „dass keine Immissionen, insbesondere durch Gerüche im Bereich der Nachlagerfläche, für die Einwohner der Gemeinde Buchholz entstehen dürfen“. Ein Ratsbeschluss war zu dieser Angelegenheit nicht zu fassen.

Keine Geruchsbelästigung

Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte Krause später, dass sich das Buchholzer „Ortsparlament“ vor einigen Jahren, als die ersten drei Vererdungsbecken gebaut werden sollten, bereits ausgiebig über dieses Thema beraten habe. Dabei sei es damals insbesondere um die Frage einer etwaigen Geruchsbelästigung gegangen. Diese sei seinerzeit jedoch verneint worden, und seit Inbetriebnahme der Vererdungsbecken habe es diesbezüglich auch tatsächlich keinerlei Probleme gegeben.

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Vor diesem Hintergrund ist laut Krause keine erneute Debatte erforderlich gewesen. Vielmehr hat die Zustimmung zum Bauantrag des Wasserverbandes im Kompetenzbereich der Gemeindeverwaltung gelegen – zumal diese die Zustimmung ja nur unter der erwähnten „Einschränkung“ erteilt habe.

Zu dem aktuellen Projekt selbst war von Werner Volker, dem Geschäftsführer des Wasserverbandes Nordschaumburg zu erfahren, dass das neue Vererdungsbeet rund 1200 Quadratmeter und die Nachlagerfläche rund 2500 Quadratmeter groß werden soll.

Hinsichtlich des Vererdungsbeetes ist der Herbst dieses Jahres als Baubeginn anvisiert, anschließend soll die Nachlagerfläche gebaut werden. An Baukosten sind rund 340.000 Euro für das Vererdungsbeet und rund 300.000 Euro für die Nachlagerfläche kalkuliert; hinzu kommt der Preis für den Kauf des benötigten Grundstücks (Ackerfläche). Einen Auftragnehmer für den Bau des Vererdungsbeetes hat der Wasserverband bereits gefunden, wohingegen der Bau der Nachlagerfläche erst noch öffentlich ausgeschrieben werden muss.

Klärschlamm wird seit 2007 vererdet

Bei dem zu vererdenden Klärschlamm handelt es sich nach Auskunft von Volker um Biomasse, die sich am Ende der Schmutzwasserreinigung am Boden eines Ruhebeckens sammelt. Diese Biomasse wurde früher, so wie sie aus der Kläranlage kam, als phosphathaltiger Dünger an landwirtschaftliche Betriebe abgegeben. Aufgrund erfolgter Verschärfungen in der Klärschlamm- und in der Düngerverordnung hatte sich der Wasserverband Nordschaumburg bereits im Jahr 2007 entschieden, den anfallenden Klärschlamm in eigens hierfür gebauten, mit Schilf bepflanzten Becken zu vererden. Ein biologischer Prozess, bei dem sich die Menge des weitgehend aus Wasser bestehenden Klärschlamms um etwa 92 Prozent reduziert.

Verwendet werden kann die Klärschlammerde ebenfalls als landwirtschaftlicher Dünger, was laut Volker weiterhin die seitens des Wasserverbandes favorisierte Verwertungsmöglichkeit ist. Alternativ könnte man die vererdete Biomasse aber auch an Unternehmen abgeben, die das darin noch enthaltene Phosphat mittels eines speziellen Verbrennungsverfahrens gewinnen. wk

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