DRK Schaumburg

Kreisverband wehrt sich

Symbolbild

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LANDKREIS. Bei Erfolg solle Seidel nicht mehr behaupten dürfen, der Kreisverband habe gefälschte Helferlisten geführt, habe damit erschlichenes Geld zur Sanierung der eigenen Finanzen benutzt und sei finanziell abhängig vom DRK-Rettungsdienst. Der externe Prüfer, eine noch nicht gefundene juristisch firme Person, soll sich sowohl der Helferliste als auch der Finanzen des DRK-Kreisverbandes annehmen. Die infrage stehenden 45 000 Euro lägen solange auf einem Treuhandkonto, erklärt Kreisgeschäftsführer Thomas Hoffmann.

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Der Kreisverband fürchtet nicht zuletzt um die Spendenbereitschaft von Organisationen und Privatpersonen, sollte der Untreueverdacht unwidersprochen stehen bleiben. Erste Mitgliedskündigungen habe es bereits gegeben, sagt Koller.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Seidel zufolge hatte der Kreisverband vom Rettungsdienst Geld eingestrichen für die Bereitstellung von Helfern – namentlich geführt auf einer Liste – die im Fall eines sogenannten Großschadensereignisses zum Einsatz hätten kommen sollen. Ein solches ist zum Beispiel ein Unfall mit vielen Toten und Verletzten.

Hoffmann: Verdacht finanziell unlogisch

75 200 Euro hat der Rettungsdienst vom Kreis erhalten, 45 000 davon gingen an den Kreisverband. Auf der Liste, sagt Seidel, standen auch Namen von verstorbenen oder solchen Mitgliedern, die keine mehr sind oder die aus anderen Gründen nicht zum Einsatz hätten fahren können – zum Beispiel, weil ihnen die entsprechende Ausbildung fehlt.

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Kreisgeschäftsführer Hoffmann weist den Verdacht als finanziell unlogisch zurück. Zum Ausbau von DRK-Einrichtungen in Rodenberg und Steinbergen habe man Kredite aufgenommen, die Geldinstitute nicht bewilligt hätten, könnte der Kreisverband nicht eine entsprechende Eigenkapitalquote als Sicherheit bieten, so Hoffmann. Zudem stellten 45 000 Euro lediglich ein halbes Prozent des Jahresumsatzes dar.
Präsident Koller zufolge ist die Helferliste noch von Seidel selbst erstellt worden. Zum Vorwurf, dass auch angeblich zur Verfügung stehende Ärzte gefehlt hätten, sagt Koller, der Ex-Bereitschaftsleiter habe noch bei der jüngsten Jahresversammlung behauptet, die Ärzte seien einsatzfähig. "Das habe ich geglaubt", so der Präsident.

Ausrechend Helfer zu jeder Zeit verfügbar

Das Konzept des Landkreises zum Großschadensereignis habe zudem im Frühjahr 2016 gestanden, am 1. Juli brauchte der Rettungsdienst bereits die Liste. Dass die alle zur Verfügung stehenden Helfer enthielt und damit auch solche, die die entsprechende Ausbildung noch nicht gemacht haben, habe an der Kurzfristigkeit gelegen. Mit den Ausbildungen sei man vor allem wegen des Kraftaktes Flüchtlingskrise im Rückstand.

Der aktuelle Kreisbereitschaftsleiter Thomas Knolle sagt, es hätten trotzdem zu jedem Zeitpunkt ausreichend Helfer eingesetzt werden können. Koller ergänzt: "Wir reden von ehrenamtlichen Tätigen." Da könne es sowieso immer sein, dass jemand nicht zur Verfügung steht, weil er etwa nicht schnell genug von der Arbeit loskommt. Wie bei der Feuerwehr würden dann Helfer von andernorts anrücken, also zum Beispiel aus Nienburg oder Bad Münder. Der DRK-Kreisverband rechnet für Ende August mit Ergebnissen der externen Prüfung. jcp

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