Landkreis / Bartschnitt

Messerscharfer Trend

Stadthagens Barbiere wissen mit dem Rasiermesser umzugehen. Geschickt trimmen sie die Bärte und bringen das Gesichtshaar in Form. Auch Fäden und Feuer kommen bei der Haarentfernung zum Einsatz.

Stadthagens Barbiere wissen mit dem Rasiermesser umzugehen. Geschickt trimmen sie die Bärte und bringen das Gesichtshaar in Form. Auch Fäden und Feuer kommen bei der Haarentfernung zum Einsatz.

Von Tina Bonfert und Axel Wagner. Stadthagen. Ob der klassische Schnäuzer, ein Vollbart oder der Drei-Tage-Bart – Kreationen gibt es viele. Die Kunst des traditionellen Gesichtshaar-Trimmens beherrschen jedoch nur noch wenige, wie eine Nachfrage bei der Kreishandwerkerschaft ergibt. In Stadthagen allerdings sind noch einige traditionelle Barbiere zu finden. Unter anderem im Friseursalon von Muzaffer Yilmaz wird regelmäßig zum Messer gegriffen. Und auch Haidar Ismail Ibrahim, der im Friseursalon von Jasmin Ailabouni für die Bartrasur zuständig ist, beherrscht das traditionelle Barbierhandwerk. "Die jüngeren Kunden, so ab 20 Jahren, wollen zurzeit alle einen Bart haben", sagt Sahin Elci (27), der im Salon von Yilmaz arbeitet.

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 Das Prozedere sieht für Außenstehende nicht ganz ungefährlich aus. Mit ruhigen und geübten Hangriffen ziehen Elci und Ibrahim das Messer über die Haut an Hals und Wangen. Dabei ist volle Konzentration gefragt, sonst fließt schnell Blut. Um die Haut geschmeidig zu machen, benutzen die Barbiere heißes Wasser, das für das Einschäumen und Spülen der Klinge verwendet wird. Anschließend folgt noch die obligatorische Pflege der Haut mit Rasierwasser.

 Elci hat den Umgang mit dem Messer schon im jungen Alter von 13 Jahren erlernt. „In der Türkei lernt man eine andere Technik als in deutschen Friseursalons“, erklärt der 27-Jährige, der seit acht Jahren in Deutschland lebt. Ibrahim hat das Rasieren ebenfalls nicht hierzulande, sondern in seiner Heimat, dem Irak, gelernt.

 „Mit dem Messer kann man viel präziser schneiden“, sagt Ibrahim. Besonders die Elci zufolge zurzeit im Trend liegenden dünnen Linien und Bartmuster seien mit einem elektrischen Rasiergerät nicht machbar.

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 Ein besonderer Hingucker sind auch die Feuermethode und das Haarezupfen mit dem Bindfaden. Mit einer kleinen „Wattebausch-Fackel“ brennt Elci seinen Kunden sowohl nach dem Rasieren als auch nach dem Haareschneiden die übrig gebliebenen feinen Härchen von Ohren und Wangen. Ibrahim und die Friseurmeisterin Jasmin Ailabouni sind auch geschickt im Umgang mit dem verdrehten Bindfaden geschickt einsetzten. „Das ist viel schneller und sauberer als mit einer Pinzette. Auch viele deutsche Kundinnen wollen sich bei uns die Haare nur noch mit dem Faden zupfen lassen“, so Ailabouni.

 Eines hat sich bei den Barbieren von heute aber dennoch geändert: die Hygienestandards. Statt die Messerklinge an Ledergürteln zu schärfen, wie es früher üblich war, wird heute für jeden Kunden eine neue Einmalklinge eingesetzt. Die Schneidekunst ist aber die gleiche wie vor Jahrzenten.

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