Busch-Schulen für den im Senegal

Eine andere Welt

Die Kinder in der Schule schreiben auf Schiefertafeln.

Die Kinder in der Schule schreiben auf Schiefertafeln.

BAD NENNDORF. Im Senegal unterstützt Buchholz mit weiteren Mitarbeitern des Eine-Welt-Ladens Barsinghausen ein Schulprojekt. Ziel des Trips war es, sich einen Eindruck vom Fortschritt des Projektes zu verschaffen, bei dem sogenannte Busch-Schulen (französisch: Ecoles de Brousse) errichtet worden sind. 22 dieser Lernorte gibt es, und der Name Busch-Schule ist keineswegs abwertend gemeint sondern entspricht der Realität: Die Schulen befinden sich mitten im Regenwald im südwestlichen Zipfel nahe der Stadt Kedougou. Von Zivilisation wie sie Europäer begreifen, ist dort nicht viel zu spüren.

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Mädchen tragen Wassereimer auf den Köpfen - Leitungen gibt es im Busch nicht

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Anschließend an den Flug nach Dakar stand der Gruppe um Buchholz, der zwei weitere Vereinsmitglieder sowie zwei Lehrerinnen und fünf Schüler eines Barsinghäuser Gymnasiums angehörten, eine 17-stündige Autofahrt durch die Sahel-Zone und Savanne bevor. Ziel war der Ort Salemata, von wo aus fünf Schulstandorte zu Fuß angesteuert wurden. Hinter der Ortsgrenze Salematas „hört die Welt auf“, so Buchholz. Keine Straßen, lediglich Pfade führen in den Wald. Temperaturen um 40 Grad im Schatten machten die mehrere Kilometer langen Fußmärsche zu einer echten körperlichen Herausforderung.

In den Busch-Schulen, die mehrheitlich noch aus einfachen Hütten mit Wänden aus Flechtwerk bestehen, werden altersgemischte Klassen von bis zu 50 Kindern auf französisch unterrichtet. Zur Bezahlung der Lehrer – sie erhalten umgerechnet monatlich 50 Euro – dienen dem Projekt auch Zuschüsse der Caritas. Geschrieben wird auf Schiefertafeln, da ein regelmäßiger Nachschub an Heften und Stiften kaum zu gewährleisten wäre.

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Kinder sind lernwilliger

Buchholz ist aufgefallen, wie aufgeschlossen und lernwillig die dortigen Jungen und Mädchen im Grundschulalter sind. Und der Bad Nenndorfer hat den direkten Vergleich zu Deutschland, schließlich ist er selbst Lehrer. Aus seiner Sicht ist die fehlende Ablenkung durch Computer und Handy dem Lernerfolg durchaus dienlich, doch Buchholz will die Situation in dem ärmlichen Land auch nicht romantisieren.

Dort fehlt es an vielem, auch weil europäische und asiatische Konzerne die Lage der Senegalesen ausnutzen. Billig-Importe aus China und der EU führen beispielsweise dazu, dass heimische Produkte auf dem Markt keine Chance haben. Zudem bedeutet die moderne Hochseefischerei das Aus für die senegalesischen Fischer, die mit ihren einfachen Booten keine nennenswerten Fänge mehr erzielen.

Gemauerte Wände ein Ziel

Daher soll Bildung die Aufstiegschancen der jungen Bevölkerungsgruppen verbessern. Zusätzlich zu Frauenarbeit und politischer Bildung ist die Schaffung von Schulen daher der Kernaspekt von Hilfsprojekten in dem Land. Die Busch-Schulen des Eine-Welt-Ladens sollen sukzessive in Gebäude mit Steinmauern umziehen; in acht Fällen ist dies bereits geschehen. Außerdem gehört zu dem Schulprojekt auch ein Internat in Salemata, das Platz für 120 Schüler bietet.

Die Betten im Internat sind keineswegs luxuriös.

Die Betten im Internat sind keineswegs luxuriös.

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Dies ist die weiterführende Schule, die den Jugendlichen bessere Job-Perspektiven bieten soll, was wiederum auch dabei helfe, Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen.

Um dieses Projekt am Leben zu erhalten, will der Eine-Welt-Laden verstärkt um Spenden werben. Schließlich fallen laufende Kosten für Bauunterhaltung, Lehrerbezahlung und Unterrichtsmaterial an. 124 000 Euro hat der Eine-Welt-Laden bereits in das Projekt gesteckt. Dessen Bankverbindung erhalten Interessierte per E-Mail an Eine-Welt-Laden-Barsinghausen@web.de.

Vorträge möglich

So beschwerlich diese Reise samt Autopanne in der Sahel-Zone auch war, so reich an Eindrücken ist Buchholz zurückgekehrt. Diese gibt er auf Wunsch auch gern mittels Vorträgen weiter, bei denen er aus einem Fundus von 1000 Fotos schöpfen kann.

Der Senegal sei nicht einfach ein anderes Land, sondern vielmehr eine andere Welt. Und dort hat Buchholz zwei Dinge überhaupt nicht vermisst: Die hiesige Hektik und die Muffeligkeit mancher Mitbürger, wie der Bad Nenndorfer erzählt.

Von Guido Scholl

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Der Senegal

Eines der ärmsten Länder

Der Senegal ist etwas mehr als halb so groß wie Deutschland und zählt 15,4 Millionen Einwohner. Die frühere französische Kolonie ist seit 1960 unabhängig. Auf Platz 162 von 172 des Entwicklungs-Index der UN ist der Senegal eines der ärmsten Länder der Erde. Dennoch herrschen dort rechtsstaatliche Strukturen. Demokratisch gewählter Präsident ist Macky Sall.  gus

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