Bad Nenndorf / Tierauffangstation

Ex-Problemhund schafft Höchstpunktzahl

„Spike“ umringt von seinen Förderern: Jutta Schneider (kniend, links), Sabine Leunig, Götz Logemann (stehend, links) und Gerald Alt.

„Spike“ umringt von seinen Förderern: Jutta Schneider (kniend, links), Sabine Leunig, Götz Logemann (stehend, links) und Gerald Alt.

Von Guido Scholl

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Bad Nenndorf. Rückblende: Im Februar 2012 begann die Bad Nenndorferin Sabine Leunig, ehrenamtlich Hunde der Tierauffangstation auszuführen. Unter anderem "Spike", der damals nur mit Maulkorb, doppelter Leine und Geschirr gassigehen durfte. Seine Aggressionen gegenüber anderen Hunden hatten dazu geführt, dass er 2011 ins Tierheim kam. Die vorherige Besitzerin hatte entsprechende Auflagen nicht eingehalten, so Schneider.

Bereits im März lief der Dalmatiner Leunigs Mann, Gerald Alt, über den Weg. Schnell war klar, dass die Chemie zwischen allen Dreien stimmte. Das Ehepaar schmiedete Pläne, „Spike“ stundenweise mit zu sich nach Hause zu nehmen. Bereits im Mai wollten sie den Hund sogar für den kompletten Himmelfahrtstag beherbergen. Da war es die logische Konsequenz, dass eine dauerhafte Eingliederung des Tieres in die Familie vorangetrieben werden sollte.

Ein erstes Gespräch gab es im August. Der Hundeerzieher und Verhaltenstrainer Götz Logemann aus Seelze wurde hinzugezogen, und schnell stand fest: „Spike“ wäre therapierbar. Das, so Logemann, trifft aber auf 98 Prozent aller Hunde zu, die in ihrer Prägephase falsch erzogen wurden. Wichtiger sei die Mitarbeit der Hundehalter, die konsequent und mit langem Atem die Erziehung in die Hände nehmen müssen.

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Im September folgten die ersten regelmäßigen Besuche in Logemanns Hundeschule. Der Seelzer hatte sich ausnahmsweise bereit erklärt, kein Honorar zu verlangen. „Das war eine reine Tierschutzaktion“, betont er heute. Im November erwarb „Spike“ den sogenannten Sachkundenachweis mit höchstmöglicher Punktzahl. Die Samtgemeinde Nenndorf hob die Leinen- und Maulkorbpflicht für den Hund auf – „Spike“ war therapiert und hatte zusätzlich zu mehr Lebensqualität auch gleich ein neues Zuhause. Alle Beteiligten waren glücklich, am glücklichsten war möglicherweise „Spike“ selbst.

Schneider und Logemann sind sich einig: Wenn Herrchen und Frauchen so gut mitarbeiten wie Leunig und Alt, dann klappt es mit der Resozialisierung fast jedes Hundes. Einige Hundert Euro kostet die Ausbildung samt Prüfung allerdings im Normalfall. Fehlverhalten von Hunden sind laut Logemann in aller Regel Resultate von mangelnder Ausbildung. „Jeder junge Hund sollte zur Hundeschule“, meint Logemann. Dort könnten die Tiere bei Begegnungen mit den anderen Tieren ihr Sozialverhalten trainieren.

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