Gero Cochlovius

Pastor beteuert: Bin kein Schwulenfeind

Hohnhorst (gus). Sünder, so Cochlovius, ist laut christlicher Lehre jeder Mensch. Der Begriff Sünde meine keine moralische Verurteilung. Ihm sei mittlerweile bewusst, dass die Bevölkerung seine Aussagen nicht so deutet, wie er sie gemeint habe. Allerdings sei die Debatte denkbar schlecht gestartet: Ein Fernseh-Team habe ihn im Anschluss an einen Gottesdienst abgepasst, obwohl er zuvor ein Interview abgelehnt habe. In einem viertelstündigen Gespräch habe Cochlovius dem Redakteur seine Meinung dargelegt, gesendet worden seien jedoch nur wenige Sekunden.

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Cochlovius stellte im Gespräch mit dieser Zeitung klar: Jeder sei in der Kirchengemeinde Hohnhorst willkommen. Der Pastor betont darüber hinaus, dass er das Thema Sexualität ungern in der Öffentlichkeit erörtert. „Deshalb hatte ich auch das Interview abgelehnt. Ich bin der Meinung, so etwas diskutiert man besser in einem persönlichen Gespräch“, sagt Cochlovius.

Dieser hat mit dem Kirchenvorstand, wo das Thema unterschiedlich bewertet wird, eine Stellungnahme auf der Homepage der Martins-Gemeinde veröffentlicht. Darin entschuldigt sich der Geistliche: „Es war nie meine Absicht, homosexuelle Menschen zu verurteilen. Wo dieser Eindruck dennoch entstanden ist, bitte ich um Entschuldigung.“ Cochlovius reklamiert für sich auch einen Denkprozess, schließlich sei er von der Ansicht, Homosexualität sei heilbar, abgerückt. Dies habe er auch dem Fernseh-Team gesagt.

In der Stellungnahme heißt es dazu, die Kirchengemeinde lehne eine Veränderung der geschlechtlichen Orientierung gegen den Willen der Betreffenden ab. Doch der Hohnhorster Dennis Grages, Juso-Chef in Schaumburg, hält diese Passage für bedenklich. Grages stört, dass überhaupt von möglicher Veränderung die Rede ist. Speziell mit Blick auf junge Menschen sei solch eine Aussage unverantwortlich. Bürgermeister Wolfgang Lehrke haben die Äußerungen Cochlovius‘ nicht überrascht. Ihm sei schon mehrfach Kritisches über den Pastor berichtet worden. So habe dieser die Landesregierung wegen der Reform des Sexualkundeunterrichts angegriffen. Dabei geht es um Auftritte auch homosexueller Referenten in den Klassen.

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Lehrke glaubt, dass die Debatte Hohnhorst nicht dauerhaft schaden wird. Er sieht aber wie Grages die Gefahr, dass Jugendliche, die noch vor ihrer sexuellen Selbstfindung stehen, verunsichert wurden. Lehrkes Stellvertreter, Karl-Walter Brüggenwirth (WGN), sagte mit Blick auf die Debatte: „Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden.“ Er halte es nicht für richtig, wenn Menschen darüber urteilen, was Sünde ist.

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