Kein Draht zur Gemeinde

Pfarrer Peter Gerloff geht im Streit

Rodenberg/Nenndorf. Interne Zerwürfnisse, so die offizielle Begründung des Bistums Hildesheim, haben dazu geführt, dass Gerloff um seine Versetzung gebeten hat. Der Pfarrer konnte sich nach Informationen dieser Zeitung mit großen Teilen der Gemeinde nicht konfliktfrei verständigen.

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Weshalb die „Ehe“ des Pfarrers mit seiner Kirchengemeinde nach so kurzer Zeit in die Brüche gegangen ist, wird vom Bistum nicht en détail erklärt. Es habe Spannungen gegeben, die im Frühjahr zu einem Mediationsverfahren führten. Nach Gerloffs damit verbundener Auszeit lief es aber offensichtlich nicht besser, sodass er zum 31. August versetzt wird.

Dass er, wie vom Bistum formuliert, um seine Entpflichtung in Bad Nenndorf gebeten habe, ist aber wohl nur die halbe Wahrheit. Dem Vernehmen nach – und diese Sichtweise äußerten mehrere Gemeindemitglieder gegenüber dieser Zeitung – blieb dem Pfarrer gar keine andere Wahl, weil es mehr als ein Jahr lang zu Zerwürfnissen mit mehreren Gremien gekommen war. Besonders Rodenberger, aber auch Funktionsträger aus Bad Nenndorf und anderen Orten gerieten mit dem Pfarrer in Konflikte. Gerloff soll nie einen Draht zu vielen führenden Köpfen gefunden haben, heißt es. Manche sprechen ihm daher die Fähigkeit zur konstruktiven Zusammenarbeit ab.

Dabei war Gerloff im November 2013 als Hoffnungsträger in die Kirchengemeinde gekommen, zu der die Pfarrorte Lauenau, Rodenberg, Bad Nenndorf und seit 2012 Hohnhorst zählen. Als von der evangelischen zur katholischen Konfession konvertierter Seelsorger brachte der verheiratete Gerloff der Gemeinde zusätzliche Aufmerksamkeit. Er sei mit offenen Armen empfangen worden, sagt ein Gemeindemitglied, doch bereits nach wenigen Wochen habe der Haussegen schief gehangen. Nicht mit dem Kirchenvorstand verabredete Investitionen ins Pfarrhaus seien der Auslöser gewesen.

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Streit und Alleingänge des Pfarrers, der trotz mehrfachen Versuchs der Kontaktaufnahme zu den Vorgängen schweigt, sollen anschließend an der Tagesordnung gewesen sein. Das Mediationsverfahren scheiterte – so viel räumte Volker Bauerfeld, Pressesprecher des Bistum Hildesheim, immerhin ein. Das Bistum hoffe, dass mit Gerloffs Nachfolger eine harmonische Zusammenarbeit zwischen Gemeindeoberhaupt und Gemeindegremien möglich wird.

Wann der neue Pfarrer eingeführt wird, sei offen. Wer den Posten übernimmt, ebenso. Und auch, was Gerloff nach dem 31. August tut, wurde noch nicht geklärt. Noch leitet der 58-Jährige die Messen in der Kirchengemeinde. gus

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