Auffangstation in Bad Nenndorf voll ausgelastet

Tierheim stößt an seine Grenzen

Jutta Schneider (links) streichelt die zweijährige Kira, während Nicole Richter mit dem fünf Monate alten Henry spielt.js

Jutta Schneider (links) streichelt die zweijährige Kira, während Nicole Richter mit dem fünf Monate alten Henry spielt.

Bad Nenndorf. „Immer mehr Menschen wollen vorschnell ihre Hunde abgeben“, sagt sie.

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Erst vergangene Woche musste sie einen Husky aufnehmen, der seine Herkunftsfamilie überforderte. Das Problem seien bei diesem und den meisten anderen Fällen aber nicht die Hunde – sondern ihre Halter. „Viele schaffen sich einen Hund für eine kurze Bedürfnisbefriedigung an, ohne darüber nachzudenken, dass der Hund kein Kuscheltier ist“, stimmt Hundetrainerin Nicole Richter zu. „Und wenn es dann nicht sofort reibungslos funktioniert, soll das Tier schnell wieder weg“, so Richter.

Einige Ersthundbesitzer würden sich vor dem Kauf keine Gedanken machen, welche Rasse überhaupt passt. „Ein Labrador gilt zwar als Familienhund. Dass er aber auch ein astreiner Jagdhund ist und entsprechend nach seinen Anlagen ausgelastet werden sollte, wissen die wenigsten“, sagt die Hundetrainerin. Das Bewusstsein, dass ein Hund auch eine Menge Arbeit bedeutet, fehle oft.

Betroffene Hunde werden nach den ersten Fehlschlägen vorschnell und als angeblich „gut erzogen“ weitergegeben. Doch auch bei den nächsten Haltern treten die negativen Verhaltensweisen auf, die durch schlechte Haltung entstehen. Ein Leidensweg nimmt seinen Lauf, an dessen Ende oft das Tierheim steht.

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„Wir lassen die Leute dann natürlich nicht im Regen stehen“, sagt Schneider. Allerdings dürfe man keine falschen Vorstellungen vom Tierschutz haben. „Wir können nicht immer innerhalb von zehn Minuten reagieren und einen Hund aufnehmen“, sagt Schneider. Vielmehr möchte sie zum Wohle aller eine Lösung finden und beratend zur Seite stehen. „Unsere Plätze sind eigentlich den wirklich akuten Notfällen vorbehalten“, erklärt Schneider.

Hundetrainerin Richter rät dazu, sich vor dem Kauf eines Hundes genau zu informieren. „Ich muss wissen, dass ich mich einer Verantwortung stelle, welcher Typ Hund überhaupt zu mir passt und was finanziell auf mich zukommt“, sagt sie. Tipps könne man sich bei Hundetrainern, Tierheimen oder auch in der Fachliteratur holen.

Von der Quelle Internet rät sie ab. Ein Besuch in der Auffangstation könne hingegen äußerst aufschlussreich sein. „Beim Probe-Gassigehen bekommt man eine Vorstellung davon, was es heißt, drei- bis viermal am Tag raus zu müssen“, betont Schneider.

Die Tierheimleiterin hofft, dass sich mehr potenzielle Hundehalter diesen Hilfen annehmen. Denn schließlich "leiden nicht die Menschen, sondern nur die Hunde". js

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