B65: Änderungen stoßen auf Ablehnung

Wenig überzeugend

Die Präsentation der B65-Ausbaupläne war erneut eine zähe Nummer.

RODENBERG/NENNDORF. Die beiden möglichen Knotenpunkte, mit denen die Landesbehörde den jetzigen Drei-Steine-Knoten ersetzen will, sehen im Prinzip genauso aus wie die frühere Variante. Die Zu- und Abfahrten an beiden Seiten weisen jeweils einen Kreisverkehr auf, die auf die B65 führen, die per Brücke über die B442 geführt wird. Allerdings wird dieses sechs Meter hohe Bauwerk nun wohl erheblich näher an Bad Nenndorf liegen: Entweder auf der Trasse des Geckswinkel-Feldwegs oder im Bereich des alten Homeier-Geländes.

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Dies würde etwa 600 Meter Straße gegenüber der Vorgängerversion einsparen. Die B65 würde die jetzige Trasse erst kurz vor dem Wohngebiet Hinter den Höfen verlassen, wurde bei der Präsentation in der IGS Rodenberg deutlich.

Alles beim Alten in Algesdorf

Der Knotenpunkt bei Algesdorf ist unverändert geblieben: Autofahrer sowohl von Algesdorf als auch von Riepen aus würden per Ampel auf die B65 geleitet. Nach spätestens 60 Sekunden sollen die auffahrenden Autos grün bekommen, der Verkehr auf der B65 soll maximal 20 Sekunden lang stehen. Eine Brücke würde über die Bundesstraße gelegt. Diese Anschlussstellenform sei in der betreffenden Richtlinie so vorgegeben. Die einzige Alternative: Gar kein Knotenpunkt bei Algesdorf (wir berichteten).

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Die Mitarbeiter der Landesbehörde nahmen sich viel Zeit, grundsätzliche Ziele des B65-Ausbaus in Erinnerung zu rufen. Demnach sollen einerseits die ungesicherten Zufahrten getilgt werden. Diese befinden sich an der Mooshütte, im Bereich Erlengrund, am Geckswinkel und bei Algesdorf. Die Anzahl der Knotenpunkte und Zufahrten würde auf zwei reduziert: Drei Steine (an neuer Stelle) und Algesdorf. Es geht darüber hinaus um die Schaffung sicherer Überholbereiche mit zwei Fahrstreifen. Beides soll die Sicherheit erhöhen, denn in den vergangenen drei Jahren ereigneten sich 154 Unfälle im Abschnitt Bad Nenndorf-Beckedorf.

Weniger Ampeln ein Ziel

Auch die Zahl der Ampeln würde von jetzt drei – Erlengrund, Drei Steine, Krater – auf eine bei Algesdorf verringert (jeweils zuzüglich Bükethaler Landwehr). In Kombination mit weniger Temporeduzierungen sparen Autofahrer durchschnittlich zwei Minuten pro Passage ein. Ein Berufspendler wäre somit pro Jahr 15 bis 18 Stunden kürzer unterwegs. Als Planer Hartmut Meyer dies angesichts von 40 Millionen Euro Baukosten als "volkswirtschaftlichen Nutzen" bezeichnete, erhob sich eine Mischung aus Grummeln und Gelächter.

Unbefriedigend nannte SPD-Ratsfrau Renate Volk die Pläne. Es habe sich im Prinzip nicht viel geändert. Die beiden Knotenpunkte würden nach wie vor mit regelrechten Bollwerken versehen. Und der neue Drei-Steine-Knoten würde noch näher an Rodenberg heranrücken – das Publikum applaudierte. Der Unternehmer Wolfgang Seifert sah das etwas anders: Er hielt die Drei-Steine-Variante mit Knoten am Homeier-Gelände für die beste.

BI: Bürger übergangen

Uwe Märtens, Sprecher der B65-Bürgerinitiative, sah die Bürger übergangen und befürchtete ein Minus an Lebensqualität. Landwirt Jürgen Wulf sagte, es würde genügen, ab Drei Steine eine dritte Spur in Richtung Autobahn anzulegen. Dies würde an Verbesserung ausreichen. Am Schluss war klar: Dies wird nicht die letzte Gesprächsrunde zum Thema gewesen sein.

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Von Guido Scholl

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