Wiedensahl / 182. Geburtstag

Ein doppelter „Tusch auf Busch“

Pianist Andre Hammerschmidt (links) und Tenor Edgar Schäfer.

Pianist Andre Hammerschmidt (links) und Tenor Edgar Schäfer.

Wiedensahl. Geburtstag des Malers und Zeichners, Dichters und Denkers Wilhelm Busch in seinem Heimatort Wiedensahl. Intoniert worden sind die Lieder meisterhaft von Edgar Schäfer.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Mit dem Abend klassischer Lieder bestand die große Diele im Geburtshaus Buschs eine weitere Bewährungsprobe. Hatten die Proben Schäfers vor leeren Rängen noch Befürchtungen zur Akustik geschürt, waren diese schnell verflogen, als der langjährigen Tenor der Staatsoper Hannover mit Beethovens „La Marmotte“ den „Tusch auf Busch“ vor gut gefüllten Reihen einleitete. Dann rückte mit Beethovens Kompositionen „Mailied“, „Der Kuss“ und „Neue Liebe, neues Leben“ die Liebe in den Fokus. Am Klavier wurde Schäfer virtuos begleitet von Andre Hammerschmidt.

Beide stellten anschließend den Titel des Geburtstagsprogramms in den Mittelpunkt. Die neun „Lieder eines Lumpen“ in der anspruchsvollen Vertonung von Kurt Hessenberg schlugen den Bogen vom „kleinen Buben“, der heimlich „Zigarren raucht“ und „trank schon Bier auf Pump“, zum versetzten und verletzten Liebenden, der da bilanziert „Die Lieb’, die mich solid gemacht, / Die macht mich nun zum Lumpen“.

In der Pause vernahm man immer wieder ein anerkennendes „So habe ich das noch nie gehört“ zur Interpretation Schäfers. Busch, der in der Liebe zeit seines Lebens Gescheiterte, hatte den Text als Studiosus in München um 1860 geschrieben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der zweite Teil war Liedern des Spätromantikers Hugo Wolf vorbehalten, der Texte von Eduard Mörike vorzüglich in Noten gesetzt hat. Von der „Storchenbotschaft“ bis zum „Abschied“ blitzte immer wieder durch die zu kurze Lebensgeschichte des nur 43 Jahre alt gewordenen Komponisten, der wohl lebenslang mit psychischen Problemen hat kämpfen müssen. Schäfer hält ihn dennoch für einen der größten Liederkomponisten dieser Welt.

Reicher Beifall dankte dem Duo, das dann bei den Zugaben noch einmal zur Hochform auflief. Und selbst der zuvor skeptische Hammerschmidt musste anerkennen, dass man auch auf Buschs Geburtstagsfeier mit Robert Schumanns „Die beiden Grenadiere“ nach einer Textvorlage von Heinrich Heine nichts falsch machen kann. Beethovens „Ich liebe dich“ war dann kaum noch etwas hinzuzufügen – außer ein Prosit auf den „Hausherrn“.

Im „Schatzkästchen“ des Geburtshauses, wo zuvor die für seine Gewohnheiten recht großen Gemälde der Geschwister Busch Eindruck hinterlassen hatten, muss man sich nun bei den kleinformatigen und detailvollen Bleistiftzeichnungen an ein neus Sehen gewöhnen. „Doch auf den zweiten Blick sind diese Bilder sehr eindringlich“, machte Museumsleiterin Gudrun-Sophie Frommhage-Davar den Gästen der Ausstellungseröffnung drei Stunden vor dem Liederabend deutlich.

"Wenn man ganz dicht ran geht, dann erschließt sich einem ganz schnell die Schönheit dieser Bilder", waren sich die Bürgermeisterinnen von Wiedensahl und Bierde, Anneliese Albrecht und Frieda Höltke, einig. soe

Mehr aus Niedernwöhren

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken