Wiedensahl / „Heiratsmarkt“

Erst „auf die Vogelwiese“, dann auf den Martinimarkt

Martinimarkt lockt Jung und Alt nach Wiedensahl.

Martinimarkt lockt Jung und Alt nach Wiedensahl.

Wiedensahl (tbh, jcp). Beim Start vor geladenen Gästen im "Alten Pfarrhaus" lobte Landrat Jörg Farr die "Schaffens- und Tatkraft" der Gemeinde Wiedensahl. Auf dem auch als "Heiratsmarkt" bezeichneten Spektakel gebe es "Sachen, die man an anderen Orten so nicht findet". Farr selbst hatte nach eigenen Angaben für diesen Tag einen Schneeschieber auf der Einkaufsliste, "den ich schon vor zwei Jahren hier ins Auge gefasst habe".

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Zum letzten Mal begrüßte Fritz Anke die Gäste im Pfarrhaus, darunter zum Beispiel auch Vertreter der Schaumburger Politik und Wirtschaft und der ehemalige Landrat Heinz-Gerd Schöttelndreier. „Zum letzten Mal jedenfalls als Samtgemeindebürgermeister“, gab Anke mit Blick auf seinen anstehenden Ruhestand zu bedenken. Er erinnerte sich an „viele schöne Stunden beim Martinimarkt“.

Allzu wehmütig und ernst ging es beim Frühstück mit Kaffee und Kapelle aber nicht zu. Kurz, bevor es raus unter die Leute ging, schmetterten die Ehrengäste unter der Dirigentschaft von Bürgermeisterin Anneliese Albrecht die Wiedensahler Hymne "Auf die Vogelwiese".
Freunde und Nachbarn Treffen ist ein festes Ritual

Mit einer rasanten Fahrt im Musikexpress haben Anke Heimitz, Tochter Ella (11) und Sohn Eike (9) aus Wiedensahl dieses Mal ihren Martinimarktbesuch begonnen. Anschließend ging es gleich weiter, denn es standen noch einige Stationen auf dem Programm.

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Nicht nur eine Runde im Karussell, sondern auch Zuckerwatte und gebrannte Mandeln gehören für die Familie seit jeher zum Flanieren entlang der zahlreichen Stände und Buden. „Das Wetter hat ja zum Glück auch zu uns gehalten“, freute sich Anke Heimitz. „Wenn es kalt und trocken ist, schmeckt der Glühwein besonders gut.“

Für die ortsansässigen Marktgänger ist auch das Treffen mit Nachbarn und Bekannten zum festen Ritual geworden. Besonders die Verabredungen der Kinder mit ihren Freunden stehen schon seit Tagen fest.

„Ohne Martinimarktbesuch keine Weihnachten“

Leckere Brühe, Soßen, Desserts, aber auch Rezeptideen und den einen oder anderen guten Tipp haben die Martinimarktbesucher bei Martina Zitzke vom „Wela“-Suppen-Stand mitnehmen können. Seit 26 Jahren betreibt sie nun schon den Stand auf dem Wiedensahler Martinimarkt. „In den Sechzigern sind schon meine Großeltern hier gewesen“, erinnert sich Zitzke, die gerne auch noch die nächsten 26 Jahre kommen möchte.

Dieter Marowski aus Jössen besucht den Markt nun auch schon seit Jahren. „Der Suppenstand ist der Grund, warum ich überhaupt hier bin“, sagte er und nutzte die Gelegenheit auch gleich, um seinen Suppenvorrat aufzustocken. Vor allem die Bio-Gemüsebrühe ohne Geschmacksverstärker habe es ihm angetan. Und auch Gerhard Buhlmahn aus Petershagen merkte bei einer Tasse heißer Brühe an: „Ohne auf dem Markt gewesen zu sein, könnten wir auch keine Weihnachten feiern.“ 

Beschicker lässt seit 20 Jahren die Ballons steigen

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Seit zwanzig Jahren verkauft Anton Harter Luftballons auf dem Martinimarkt. In diesem Jahr drückt es ein bisschen: Der Helium-Preis ist dem Beschicker aus Düren zufolge um das Dreifache gestiegen. Das Gas sei zuvorderst für medizinische Zwecke und die Industrie da. „Mit Luftballons steht man ganz hinten, da kann es schon mal eng werden auf dem Markt“, weiß Harter.

Der Dürer ist international unterwegs, verkauft seine Ballons zumeist auf Jahrmärkten nicht nur in Deutschland, sondern unter anderem auch in der Schweiz und in Österreich. Seine Frau stammt aus Rumänien. Derzeit gebe es Überlegungen, gemeinsam in das Land am Schwarzen Meer zu ziehen. Seinen Traditionsplatz vor „Steubers Gasthaus“ würde Harter deshalb aber nicht aufgeben: „Den Weg nähme ich in Kauf, für den Martini-Markt auf jeden Fall.“

Jahrmarkt mit Angeboten für die ganze Familie

Schon gleich zu Anfang ihres Rundgangs über den Martinimarkt hat Jenny (4) einen bunten Luftballon von ihrer Mutter Manuela Schröder spendiert bekommen. Der musste dann auch prompt an den Kinderwagen gebunden werden, bevor sie sich wieder in das Getümmel stürzten.

„Ich mag die besondere Atmosphäre hier auf dem Wiedensahler Markt“, sagte Schröder. Das Gespann aus Frille war zusammen mit Uroma Marie Schröder gekommen, um gemeinsam einen entspannten Tag auf dem Jahrmarkt zu verbringen. Nach einem Kaffee an der Getränkebude durchstöberten sie in Ruhe weiter das Angebot der unterschiedlichen Händler. Von dem Hundekeks bis zur Landmaschine gab es allerhand zu entdecken. Ein Fischbrötchen zum Mittagessen gehört bei Familie Schröder aber auf jeden Fall zu dem alljährlichen Marktbesuch. 

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Eine süße Überraschung zum Hochzeitstag

Eine besonders süße Überraschung möchte Karlheinz Barusch aus Landesbergen seiner Frau zum 39. Hochzeitstag bereiten. An dem Stand von Marcus Pilarski entdeckte er bedruckte Schokolade. Da gab es Schokaldenlutscher, Herzen und Plätzchen mit allerlei netten Sprüchen und Aufdrucken. Für Barusch die Gelegenheit, seiner Frau ohne viele Worte für die gemeinsamen Jahre zu danken. „Ich bin nicht so emotional und so kann ich ihr einfach zeigen, was ich für sie empfinde“, verriet er.

Es solle hauptsächlich ein kleines Zusatzgeschenk sein, eine „süße Kleinigkeit“, wie Barusch es nennt. Deswegen kaufe er auch gleich mehrere Schokoplätzchen. Unter anderem suchte er eines mit Schutzengelaufdruck aus, in der Hoffnung, seiner Frau damit am Hochzeitstag ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. 

Gemeinsam durch die Menschenmenge

Nach dem gemeinsamen Frühstück im „Alten Pfarrhaus“ sind die Wiedensahler Bürgermeisterin Anneliese Albrecht, Gemeindedirektor Nathan Adam, Samtgemeindebürgermeister Fritz Anke und Landrat Jörg Farr zusammen mit anderen Ehrengästen gemeinsam zu einem Rundgang über den Traditionsmarkt aufgebrochen.

Zusammen bahnten sie sich entlang der Hauptsraße einen Weg durch die Besuchermassen. Nach einem Abstecher zu den Ständen auf dem Marktplatz wurden auch einige regionale Unternehmen angesteuert. Hier und da wurde zwischendurch auch eine Pause eingelegt, um sich mit Besuchern und Beschickern zu unterhalten. Dabei spendierten die Händler auch das eine odere andere Glas Bier. Auch ein Abstecher ins bayerische Zelt durfte nicht fehlen. Insgesamt zeigte sich Gemeindedirektor Nathan Adam mit dem Auftakt des diesjährigen Martinimarktes zufrieden. 

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Das Geheimnis der Zauberbälle

Ein bisschen merkwürdig sehen sie auf den ersten Blick schon aus, die Bälle. „Gar nicht wie Bälle“, fanden Christina (11) und Dorothee (8), die mit ihren Großeltern über den Martinimarkt schlenderten. Es waren aber auch keine einfachen Bälle, die die Kinder an einem Stand entdeckt hatten – sondern „Magic Balls“, magische oder auch Zauberbälle. Die sind aus vielen bunten Stäben mit vielen kleinen Gelenken zusammengesetzt. Was zunächst ein bisschen aussieht wie eine übergroße Schneeflocke, die in allen Regenbogenfarben leuchtet, streckt sich nach dem Wurf zur Form eines Balls. Das fanden Dorothee und Christina nach ein bisschen Probieren heraus. Beim erwähnten Ausstrecken haben sie sich zwar zunächst ein bisschen erschrocken. Jetzt können sie sich aber zu Hause an die Bälle gewöhnen – auch Oma und Opa ließen sich nämlich von dem originellen Spielzeug überzeugen und griffen in die Brieftasche. 

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