Fusion oder Kooperation

Stadthagen als Partner zu groß?

Die Samtgemeindeleitung Niedernwöhren bittet die Mitgliedsgemeinden um das Okay, mit den Nachbarn über Kooperationen und Fusionen zu sprechen.

Die Samtgemeindeleitung bittet die Mitgliedsgemeinden um das Okay, mit den Nachbarn über Kooperationen und Fusionen zu sprechen.

NORDSEHL/POLLHAGEN. Dieser zielt darauf, dass die Samtgemeindeleitung weitere Gespräche mit Kommunen über eine Zusammenarbeit führen kann.

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Kontrovers hat sich der Nordsehler Gemeinderat damit auseinandergesetzt. Mit dem Ergebnis: Der Rat hält es für sinnvoll, dass der Samtgemeindechef Verhandlungen mit den benachbarten Samtgemeinden aufnimmt. Allerdings mit der Bedingung, dass Nordsehl seine Eigenständigkeit inklusive eigenem Haushalt behält. Bis auf Friedrich Eickmann (Grüne) stimmten alle dafür.

Bürgermeister Adolf Deterding (CDU) kann dem Fusionspapier, das dem Rat vorgelegt wurde, „inhaltlich in Teilen Folgen“. Die Strukturen in den drei Samtgemeinden seien ähnlich, dennoch möchte er „die Tür in Richtung Stadthagen nicht zuschlagen“. Allerdings dürfe Nordsehl als Randgemeinde „auf keinen Fall untergehen“. Seine Bedenken: „Als Landgemeinde ticken wir doch etwas anders als Stadthagen.“

Kein Verständnis für teure Lusthäuser

Während Nordsehl eine sparsame Haushaltsführung pflege, gebe die Kreisstadt Geld – das sie nicht habe – für die aufwendige Sanierung von Lusthäusern aus. Oder, wie Wilhelm Eickenjäger (CDU) ergänzt, „für neues Pflaster, obwohl das alte noch in Ordnung ist“. Insgesamt betonte der CDU-Sprecher aber seine Offenheit für Verhandlungen.

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Ebenso Dietmar Böse (SPD), allerdings wollte er den Kooperationsgedanken stärker als den der Fusion in den Fokus stellen. „Man geht ja auch keine Ehe ein und lotet dann erst die Gemeinsamkeiten aus.“ Letztlich stimmte Böse trotzdem dafür.

Nicht so Friedrich Eickmann. Der Grüne blieb dabei: Kooperationsgespräche seien längst überfällig, einer Fusion traue er jedoch nicht. Er spricht von einem „geheim tagenden Klüngel“, der sich getroffen habe.

Dass die Gemeinden am Ende wirklich mitstimmen können, glaubt er nicht. „Wir sollten heute ein Zeichen setzen: Wir wollen keine Fusion“, meinte er, erntete dafür aber keine Zustimmung.

Nur Eine ist dagegen

Im Pollhäger Rat, der zu demselben Thema getagt hat, gab es ebenfalls eine Gegenstimme. „Ich bin gegen eine Neuordnung“, sagte SPD-Ratsfrau Heike Hofmann. „Ich bin von Pollhägern gewählt worden und sehe keinen Vorteil, den der Pollhäger davon hat.“

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Alle anderen Ratsmitglieder zeigten sich offen für Gespräche über eine Zusammenarbeit. Bürgermeister Friedrich Möller (WGP) hatte sich extra ausgebeten, das Ziel der Gespräche zu diesem Zeitpunkt nicht als Fusion zu bezeichnen.

„Es soll ergebnisoffen an die Sache herangegangen werden“, begründete er. Zudem solle die Gemeinde über den Stand der Gespräche „auf dem Laufenden gehalten“ werden, damit Pollhagen seine Wünsche auch einbringen könne.

Stadthagen hat andere Interessen

Heinrich Möller-Lindenberg (CDU) und Véronique Berg (WGP) betonten ausdrücklich, dass Gespräche über eine Zusammenarbeit zwischen den Samtgemeinden Niedernwöhren, Lindhorst und Sachsenhagen geführt werden sollten. „Weil sie ähnliche Strukturen haben“, begründete Berg. „Stadthagen hat ganz andere Interessen.“

Auch Möller-Lindenberg sagte, er sähe die Zusammenarbeit mit der Kreisstadt als "nicht so positiv an". Bernd-Roman Stadie (SPD) sprach sich dafür aus, dass die Samtgemeinden miteinander reden. "Wir sollten gucken, was dabei `rumkommt", sagte er, "es ist alles offen." Wenn Entscheidungen getroffen würden, werde der Rat ohnehin erneut über das weitere Vorgehen beraten. kil, bab

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