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SPD-Samtgemeindeverband stimmt zu

B 65-Umgehung spaltet Nienstädt

Gegner der B 65-Umgehung in Sülbeck.

Gegner der B65-Umgehung in Sülbeck.

Sülbeck. So viel Aufmerksamkeit haben die Sozialdemokraten des Samtgemeindeverbands Nienstädt wohl selten auf dem Weg zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung bekommen: Etwa 80 Gegner der geplanten Umgehungsstraße zur Bundesstraße 65 bei Nienstädt hatten sich vor dem Hexenhaus in Sülbeck versammelt. Dabei handelte es sich um Grünenpolitiker, Naturschützer, Landwirte und Anwohner – insbesondere junge Familien – die von der neuen Straße negativ betroffen wären. Sie nutzten die Mitgliederversammlung, da sich mit dem Landtagsabgeordneten Karsten Becker, Landrat Jörg Farr und die Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers auch politische Prominenz angekündigte hatte. Völlers hatte zwar kurzfristig abgesagt, aber insbesondere Becker nahm sich Zeit für Diskussionen. Thomas Knickmeier (Grüne), einer der Organisatoren der Demonstration, wollte an diesem Abend auf ein grundsätzliches Problem aufmerksam machen, wie er erklärte: "Immer mehr Flächen werden zerstückelt, und zwar auf Grundlagen völlig veralteter Planungen." Trotzdem werde daran festgehalten. "Wir wollen keine neuen Straßen", so Knickmeier. Das kurbele den Verkehr nur noch zusätzlich an. Becker und die meisten seiner SPD-Kollegen halten jedoch dagegen: "Man muss sich genau überlegen, welche Infrastruktur man Wirtschaft und Anwohner bieten muss." Dabei spiele auch der Rückzug von Faurecia aus Stadthagen eine Rolle. Für Pendler sei ein guter Straßenausbau entscheidend und ein Grund, in Schaumburg zu leben.

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Wirtschaftliche Aspekte könnten jedoch nicht stets ökologischen Gesichtspunkten vorgezogen werden, meinte Peter Jürn, der aus Ahnsen gekommen war, um die Gegner der B65 zu unterstützen. „Das Versiegeln von Flächen muss einfach ein Ende haben. Die Ressourcen sind erschöpft.“ Landwirt Hinrich Gottschalk plädierte stattdessen dafür, dass das zur Verfügung stehende Geld vernünftig ausgegeben werde.

Gefahren für Schulkinder

Die SPD-Mitglieder waren sich zwar nicht komplett einig (acht Gegenstimmen, 27 dafür, eine Enthaltung), was die Ortsumgehung Nienstädt/Sülbeck angeht. Aber die meisten stimmten Eberhard Koch zu, als dieser meinte: „Wir wollen deutlich machen, dass wir dafür sind.“ Er betonte, dass die Belastungen und Gefahren an der jetzigen Trasse für die Anwohner und insbesondere Schulkinder enorm groß seien. Zudem erinnerte er an gemeinsam gefasste Beschlüsse im Gemeinderat. Werner Vehling pflichtete ihm bei: „Wir können die Entscheidungen nicht mehr zurücknehmen.“ Er halte die Umgehung heutzutage für noch wichtiger als in den 70er Jahren. Die Ortsumgehung sei im Bundesverkehrswegeplan 2030 in den „vordringlichen Bedarf“ aufgenommen worden.

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Auch Christiane Reckmann unterstrich die genannten Aussagen: Es gebe aus ihrer Sicht keine Alternative zum Ausbau. Die Argumente, dass die jetzige Trasse den Ort vierspurig zerschneidet und von über 20000 Fahrzeugen genutzt werde, überwiegen. "Bauchschmerzen" hat bei der Diskussion um den Ausbau dagegen Kerstin Reichau. "Die Belastung durch Emissionen wird doch nur verlagert." Die Argumente für die Umsetzung seien in keiner Weise überzeugend. Man müsse auch die Anwohner anhören, die ein Haus in dem Bereich der geplanten neuen Straße gekauft hätten. "Man kann den Leuten nicht vorwerfen, nichts von den Plänen gewusst zu haben." Das jedoch sah Reckmann anders: Die meisten hätten von der Ortsumgehung gewusst, aber immer gehofft, dass sie nicht kommt.

Becker betonte in dem Zusammenhang, dass er ebenfalls für den Ausbau stehe, räumte allerdings ein: "Wenn Planungs-, Entscheidungsprozess und Ausführung soweit auseinander liegen, ist das immer schlecht." Wichtig sei es, mit den Bürgern den Dialog zu suchen. jemi

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